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Die Farben der Schönheit - Sophias Träume Roman von Bomann, Corina (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 02.06.2020
  • Verlag: Ullstein
eBook (ePUB)
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Die Farben der Schönheit - Sophias Träume

Ein großes Versprechen
New York, 1932. Sophia hatte nicht erwartet, je wieder glücklich zu sein. Nachdem sie in Paris ihr Kind verloren hatte, war sie verzweifelt. Doch in New York blüht sie auf: Ein Angebot von der charismatischen Elizabeth Arden bietet ihr eine unerwartete Chance. Unversehens gerät Sophia damit mitten in den 'Puderkrieg', der zwischen Elizabeth Arden und Helena Rubinstein tobt. Plötzlich stehen ihre Liebe, ihre Zukunft und ihr Glück auf dem Spiel.


Corina Bomann ist in einem kleinen Dorf in Mecklenburg-Vorpommern aufgewachsen und hat schon immer geschrieben. Mittlerweile ist sie eine der erfolgreichsten deutschen Autorinnen. Immer wieder begeistert sie ihre Leserinnen mit großen dramatischen Romanen und Heldinnen, die etwas Besonderes erreichen. Ihre Romane werden in zahlreiche Sprachen übersetzt und sind internationale Bestseller. Sie wohnt in Berlin.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 576
    Erscheinungsdatum: 02.06.2020
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783843722346
    Verlag: Ullstein
    Größe: 2992 kBytes
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Die Farben der Schönheit - Sophias Träume

1. Kapitel

1929

Schwer und bleigrau hing der Januarhimmel über dem Meer. Nur am Horizont tauchte hier und da ein schwacher rosafarbener Schein zwischen den Wolken auf. Eisiger Wind strich über mein Gesicht und kroch unter meinen Mantel.

Ich hätte warm und gemütlich in meiner Kabine sitzen können, doch die Enge dort erdrückte mich, und mir stand auch nicht der Sinn danach, mich im Salon zu vergnügen, wo sich um diese Zeit bereits die Passagiere drängten. Alles, was ich wollte, war endlich ankommen und meine Nachforschungen beginnen.

Seit beinahe einer Woche waren wir nun auf See. Beim gestrigen Abendessen hieß es, dass wir in zwei Tagen Dover erreichen würden. Von dort aus würde mich eine Fähre nach Calais bringen, bevor die Reise mit dem Zug nach Paris weiterging.

Es beeindruckte mich noch immer, dass Madame Rubinstein diesen Weg mehrere Male im Jahr hinter sich brachte. Wie hielt sie das nur aus? Ich erinnerte mich gut daran, wie ich mit ihr das erste Mal über den Ozean gefahren war. Damals hatte sie, die erfolgreiche Kosmetikunternehmerin, mir die Chance auf die Erfüllung meines Lebenstraumes gegeben: Kosmetik herzustellen und Frauen damit zu Schönheit und Selbstbewusstsein zu verhelfen. Sie hatte mich aus Paris mitgenommen, damit ich als Chemikerin in ihrer Fabrik arbeitete. Zum ersten Mal nach all der traurigen Zeit hatte ich Hoffnung geschöpft.

Seit ich vor wenigen Wochen entlassen worden war, hatte ich nichts mehr von ihr gehört. Hatte sie ihre Ehe retten können? Immerhin hatte sie, um wieder mit Mr Titus, ihrem Ehemann, zusammen sein zu können, ihre amerikanischen Anteile der Rubinstein Inc. verkauft. Ich wünschte, ich würde etwas darüber erfahren, doch an Bord eines Schiffes kamen Nachrichten unregelmäßig an. Tageszeitungen gab es nur, wenn ein Hafen angelaufen wurde. Wir befanden uns mitten auf dem Ozean, im Reich der Ahnungslosigkeit.

Meine Hand wanderte zu meiner Manteltasche. Stets trug ich den Brief bei mir, der in Schreibmaschinenschrift behauptete, dass mein Sohn noch leben würde. Durfte ich mir Hoffnung erlauben?

Meine Gedanken kreisten um die Tage im Krankenhaus nach seiner Geburt. Die Nachricht von seinem Tod, die anschließende Depression. War da etwas gewesen, auf das ich hätte achten sollen? Hatte ich Zeichen übersehen? In meiner Erinnerung klaffte ein finsteres Loch. Egal, wie sehr ich mich anstrengte, es gab nichts, was ich tun konnte, um die Dunkelheit zu erhellen.

»Ein grandioser Anblick, nicht wahr?«, fragte eine Stimme. Ich zog meine Hand aus der Tasche und blickte mich um. Der Mann, der unbemerkt hinter mir aufgetaucht war, hatte hochstehende Wangenknochen und einen stechenden Blick. Seine Augen waren dunkel wie Kohlen, die hohe Stirn ließ ihn intellektuell wirken. Auf seiner Nase saß eine Nickelbrille mit runden Gläsern.

Er war die Sorte Mann, die mich früher sicher nicht bemerkt hätte. Sein Lächeln zeigte mir deutlich, welche Absicht hinter seinen Worten stand.

»Ja, das ist es«, antwortete ich kühl. »Aber wenn Sie erlauben, genieße ich ihn lieber allein.«

Mein Freund Darren hatte mich gerade erst verlassen, die Erinnerung an den letzten gemeinsamen Abend brannte immer noch schmerzhaft in meiner Seele. Mein Herz war noch nicht wieder bereit für Annäherungsversuche.

Der Mann lachte ein wenig gekränkt auf und drehte unsicher den goldenen Ring an seinem Finger herum. Ein Ehering. Diese Geste ließ mich erschaudern. Sie schleuderte mich weit in meiner Erinnerung zurück. Auch Georg, mein Liebhaber, war verheiratet gewesen. Er hatte mir vorgegaukelt, sich von seiner Frau trennen zu wollen. Letztlich hatte er es nicht getan und mich, als ich schwanger war, sitzen gelassen.

»Sie sind mir aufgefallen«, sagte er. »Eine Frau wie Sie ...«

»So?«, fragte ich ein wenig angriffslustig. »Was bedeutet das? Eine Frau wie ich?« Ich atmete tief durch. Er war ein Fremder, den ich wahrscheinlich

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