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Die Farben der Schönheit - Sophias Triumph Roman von Bomann, Corina (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 30.11.2020
  • Verlag: Ullstein
eBook (ePUB)
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Die Farben der Schönheit - Sophias Triumph

Eine große Liebe
New York, 1942. Für Sophia bricht eine Welt zusammen, als ihr Mann sich nach einem Streit freiwillig an die Front meldet. Der Krieg in Europa schien so fern, auch wenn Sophia immer noch Freunde in Paris und Familie in Berlin hat. Sophia stürzt sich in die Arbeit, so gerne würde sie für die erfolgsverwöhnte Elizabeth Arden eine eigene Pflegeserie entwickeln. Oder ist für Sophia der Moment gekommen, sich selbstständig zu machen? Als ihr Mann in Frankreich als verschollen gilt und die Nachrichten aus der alten Heimat immer schlimmer werden, stellt sie alle Pläne zurück. Sie wird ihren Traum nicht aufgeben, aber für die große Liebe ist sie bereit, alles Erreichte zu opfern.


Corina Bomann ist in einem kleinen Dorf in Mecklenburg-Vorpommern aufgewachsen und hat schon immer geschrieben. Mittlerweile ist sie eine der erfolgreichsten deutschen Autorinnen. Immer wieder begeistert sie ihre Leserinnen mit großen dramatischen Romanen und Heldinnen, die etwas Besonderes erreichen. Ihre Romane werden in zahlreiche Sprachen übersetzt und sind internationale Bestseller. Sie wohnt in Berlin.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 520
    Erscheinungsdatum: 30.11.2020
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783843722339
    Verlag: Ullstein
    Größe: 2844 kBytes
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Die Farben der Schönheit - Sophias Triumph

1. Kapitel

Juli 1934

Das Ticken der Uhr machte mich schläfrig. In diesem reizlosen weiß gestrichenen Raum, wo es außer ein paar braunen Sitzbänken keine weiteren Möbel gab, war ich die einzige Wartende. Gelangweilt spielte ich mit der alten Münze, die Darren mir bei einem unserer ersten Ausflüge geschenkt hatte und die ich an einer Silberkette bei mir trug. Als ich das Metall an meiner Haut spürte, dachte ich zurück an die Insel, die einmal die Heimat eines Piratenkapitäns gewesen war, und sehnte mich nach dem Duft der Meeresbrise und den Rufen der Möwen.

Doch hier im Hospital gab es nur den Geruch von Desinfektionsmitteln, ferne Schritte und das zeitweilige Klappen von Türen.

Mein Blick wanderte durch den Raum.

Die Zeitung auf der Bank neben dem Fenster war von gestern. Die Artikel darin waren mir vertraut, denn Darren hatte das Blatt abonniert. An einer der Wände hing ein kleines Bild, das ein Segelboot zeigte. Ich hatte es in den vergangenen Tagen so oft angeschaut, dass ich jeden Pinselstrich auswendig kannte.

Schließlich blickte ich zum Fenster. Ein Regenschauer hatte den Staub an den Scheiben in dunkle Schlieren verwandelt. Gerade versuchte das Sonnenlicht, sich seine Bahn durch die Wolkenberge zu brechen.

Ich hatte schon hübschere Dinge durch ein Krankenhausfenster gesehen. Das Bettenhaus gegenüber wirkte grau und deprimierend. Große Fetzen Farbe waren von der Fassade abgeblättert. Die Feuerleiter, die es hier an fast jedem höheren Gebäude gab, war rostig.

In Paris hatte es immerhin einen Garten gegeben, der um diese Jahreszeit in voller Blüte stand. Jeden Tag, an dem ich hier saß, dachte ich mindestens einmal an das Hôpital Lariboisière, wahrscheinlich, weil Henny mich dort besucht hatte.

Nie hätte ich mir träumen lassen, dass sich unsere Lage einmal umkehren würde. Henny war immer die Starke gewesen, die sich in allen Situationen zurechtfinden konnte. Sie hatte in Paris sofort Erfolg gehabt, hatte einen Geliebten gefunden und war aufgestiegen, während ich die arme Kirchenmaus war, die froh sein konnte, dass ihre Freundin sie unterstützte.

Nun lag sie schon seit fast zwei Wochen hier, eine verarmte, kranke Frau, fern ihrer Heimat, die im Flur vor Darrens Wohnung zusammengebrochen war.

Wie leicht hätte ich damals an ihrer Stelle sein können, damals, als mein Vater sich von mir losgesagt hatte. Wäre Henny nicht gewesen, hätte sie mich nicht bei sich in ihrer Berliner Wohnung aufgenommen, wäre ich möglicherweise irgendwo elend gestorben. Nun war es an mir, ihr zu helfen.

»Miss Krohn?«, riss mich eine Stimme aus meinen Gedanken. Sie klang dunkel und beruhigend, genau das Richtige, um Patienten die Angst zu nehmen.

Langsam wandte ich mich zu der weiß gekleideten Gestalt um, die im Türrahmen stand. »Ja, Herr Doktor?« Er hatte mir bei unserem ersten Zusammentreffen seinen Namen genannt, aber der war mir entfallen.

»Ihre Freundin ist jetzt wach. Wenn Sie möchten, können Sie gern zu ihr.«

»Vielen Dank.«

Ich erhob mich und griff nach meiner Handtasche. In meinem blauen Kostüm mit den dazu passenden Pumps wirkte ich wie eine Geschäftsfrau. Während meiner Besuche hatte ich festgestellt, dass ich zuvorkommender behandelt wurde, wenn ich förmlich gekleidet war.

Ich schloss mich dem Arzt an und verließ den Warteraum.

Higgins, fiel es mir ein, als wir die Stationstür durchquerten. Der Mann, dem ich folgte, hieß Dr. Higgins. Er hatte Dr. Miller abgelöst und war seit Anfang dieser Woche für Henny verantwortlich. Sein hellblonder Haarschopf war dicht und gepflegt, doch die dunklen Ringe unter seinen blauen Augen erzählten von der Mühsal seiner Arbeit, den langen Stunden an irgendwelchen Krankenbetten, den Begegnungen mit verzweifelten Patienten und deren Angehörigen.

Vor der Tür von Hennys Zimmer machten wir halt. Sie hatte Glück gehabt, in einem Zweibettzimmer untergebracht zu werden. Dieses

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