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Die Frauen vom Nordstrand. Eine neue Zeit Roman von Sanders, Marie (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 08.11.2019
  • Verlag: Aufbau Verlag
eBook (ePUB)

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Die Frauen vom Nordstrand. Eine neue Zeit

Drei Frauen zwischen Hoffnung, Freiheit und Neuanfang. St. Peter an der Nordsee, 1953. Anni, Edith und Helena haben eines gemeinsam: Nach den Kriegsjahren wollen sie das Leben genießen und den Neubeginn wagen. Annis Traum ist es, das Hotel ihrer Eltern zu modernisieren, doch ihr Vater weigert sich, ihr sein Geschäft zu überlassen. Edith kämpft für die Rechte der Frauen, dann bekommt sie ein Angebot, das sie zwar finanziell absichern würde, aber ihren Idealen widerspricht. Die Ärztin Helena sucht nach schmerzhaften Erfahrungen während des Krieges den Weg zurück ins Leben und erkennt, dass sie eine große Aufgabe hat. In ihrem Wunsch, unterdrückten Frauen zu helfen, wagt sie es sogar, an den Rand der Legalität zu gehen ... Authentisch und mit viel Wärme erzählt: Der Auftakt der großen Zeitenwende-Trilogie. Hinter MARIE SANDERS verbirgt sich Bestsellerautorin Steffi von Wolff. Die 1966 bei Frankfurt geborene Journalistin arbeitete jahrelang für verschiedene Radiosender und hat zahlreiche Romane veröffentlicht. Schon immer war es ihr großer Wunsch, über die 50er Jahre zu schreiben, ein Jahrzehnt, das sie seit jeher fasziniert hat. Steffi von Wolff lebt in Hamburg, die Sommer verbringt sie zum Schreiben auf einem Boot in Dänemark.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 384
    Erscheinungsdatum: 08.11.2019
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783841218261
    Verlag: Aufbau Verlag
    Serie: Die Seebad-Saga 1
    Größe: 2061 kBytes
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Die Frauen vom Nordstrand. Eine neue Zeit

3. Kapitel

Am nächsten Tag ging Anni Rena besuchen. Die beiden kannten sich seit der Kindheit, und Rena würde in einigen Wochen heiraten und dann nach Wien ziehen. Ihr Zukünftiger war ein gebürtiger Österreicher, er kam aus Salzburg und würde zum Herbst in Wien der Direktor einer Privatbank werden. Gerhard Stöberl war um einiges älter als die 25-jährige Rena, schon Anfang vierzig. Ein großer Mann mit tadellosen Manieren, ein bisschen zu steif für Annis Geschmack, aber sie mochte ihn recht gern. Er war höflich, zuvorkommend und sehr froh, dass Rena ihn heiraten wollte, und er nicht nur eine hübsche, junge Frau, sondern wohl bald auch endlich seinen langersehnten Sohn bekäme. Gerhard war vor ein paar Monaten Hotelgast in der Seeperle gewesen. Er hatte eine Bronchitis verschleppt und Seeluft verordnet bekommen. Und so lernte er die wuselige, braungelockte und, wie Anni immer liebevoll dachte, so süße und ein wenig naive Rena kennen, die Anni abends zu einem Spaziergang abgeholt hatte. Gerhard hatte am Kamin gesessen und Zeitung gelesen, und er war aufgestanden, als die beiden Frauen an ihm vorbeigingen, hatte sich vorgestellt und Rena die Hand geküsst, was sie unglaublich beeindruckt hatte. Formvollendet und galant waren ab sofort die beiden Attribute, mit denen die romantisch veranlagte Rena über Gerhard sprach. Anni konnte das nicht ganz nachvollziehen. Ja, Gerhard war freundlich und gut erzogen, was man nicht von vielen Männern behaupten konnte. Allein schon hier in der Seeperle wussten die wenigen männlichen Gäste manchmal nicht, wie man eine Gabel richtig hielt, oder dass es sich nicht gehörte, in der Gegenwart anderer Essensreste mit den Fingernägeln aus den Zähnen zu pulen. Der Krieg hatte das gute Benehmen mit vielem anderen vernichtet. Aber derart in Begeisterungsstürme zu verfallen, bloß weil einer ein bisschen galant war, das konnte sie nicht nachvollziehen.

Schon nach kurzer Zeit hatte Gerhard um Renas Hand angehalten. Rena war überglücklich, ihre Eltern, die die Bäckerei in St. Peter betrieben, waren unterschiedlicher Meinung. Ihre Mutter Lore war hin und weg. So ein stattlicher Österreicher und dazu bald noch Direktor einer Privatbank! Renas Vater war alles andere als begeistert. Rickmer Dittmann hatte sich einen Mann für seine Tochter gewünscht, der den Betrieb mal übernehmen würde. Der hinten in der Backstube stand, während Rena tagaus, tagein im Verkaufsraum mit Butterkuchen und Rundstücken die Kundschaft bediente, so hatte er sich das vorgestellt, nachdem seine beiden Söhne sich dazu entschlossen hatten, nach ihren Ausbildungen zum Schlosser und Schuster nach auswärts zu heiraten, und nur noch Rena übriggeblieben war. Rena hatte nach der Schule zwar im elterlichen Betrieb gearbeitet, hatte aber ganz andere Pläne. "Ich will was erleben", hatte sie Anni immer wieder beteuert. "Ich will verreisen und Italien sehen und nicht nur davon hören, dass man da hinfahren kann. Ich bin niemand, der sich mit Postkarten zufriedengibt." Und nun heiratete sie also Gerhard und würde in eine geräumige, standesgerechte Wohnung in den Wiener Stadtteil Penzing ziehen. Die Hochzeit sollte in St. Peter stattfinden. Gerhard hatte Rena bei den Vorbereitungen freie Hand gelassen. Nachdem ihr Vater wochenlang beleidigt und unversöhnlich gewesen war, hatte er sich nun mit der Tatsache abgefunden, dass seine Tochter eine Bankiersgattin wurde und man sie Frau Direktor nennen werde. Das war ja nun auch nicht verkehrt. Selbstverständlich würde Rickmer Dittmann die Hochzeitstorte backen, und die sollte dreistöckig werden und die schönste Torte sein, die er in seinem Leben gebacken und verziert hatte. Mit Buttercreme, Marzipan und Himbeeren mit Zitronenguss.

Die Bäckerei befand sich in einem reetgedeckten Haus, vorne fand der Verkauf statt, im hinteren Teil war die Backstube, in der Renas Vater an sechs Tagen in der Woche ab halb drei bis in den Nachmittag hinein stand. Renas Mutter

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