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Die Frauen vom Schlehenhof Roman von Nicolai, Judith (eBook)

  • Verlag: dotbooks
eBook (ePUB)
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Die Frauen vom Schlehenhof

Eine unverhoffte Reise in die Vergangenheit ... Der Schicksalsroman 'Die Frauen vom Schlehenhof' von Judith Nicolai jetzt als eBook bei dotbooks. Als Hanka in ihren Heimatort Rothenbach zurückkehrt, ist ihr Leben ein Scherbenhaufen. Fest entschlossen, von vorn anzufangen, zieht sie im alten Schlehenhof ein - hier ist genug Platz für sie und ihre kleine Goldschmiedewerkstatt. Während sie Roman, einem Freund aus Kindheitstagen und Besitzer des Hofs, bei der Renovierung hilft, fällt ihr ein altes Armband in die Hände. Die Perlen sind zerkratzt und haben ihren Glanz verloren, und doch rühren sie etwas in Hanka an. Neugierig geworden, begibt sie sich auf Spurensuche - und stößt auf die Geschichte von Greta und Johanna: Die zwei Flüchtlingsmädchen kamen vor 70 Jahren nach Rothenbach und brachten ein dunkles Geheimnis mit ... dessen Folgen bis in die Gegenwart reichen. Eine starke Frauengeschichte, ebenso packend wie bewegend: Der neue große Roman von Judith Nicolai, die mit der 'Schneetänzerin'-Saga die Herzen der Leserinnen im Sturm eroberte. Jetzt als eBook kaufen und genießen: 'Die Frauen vom Schlehenhof' von Judith Nicolai. Wer liest, hat mehr vom Leben: dotbooks - der eBook-Verlag. Judith Nicolai wurde 1976 in Karlsruhe geboren. Ihre Liebe zum Schreiben entdeckte sie bereits mit 14 Jahren. Dennoch machte sie erst eine Ausbildung zur Buchhändlerin und studierte anschließend Gartenbauwissenschaften. Heute lebt sie in der Nähe von Karlsruhe. Bei dotbooks erschienen bereits Judith Nicolais Romane "Die Frauen vom Schlehenhof" "Schneetänzerin" "Das Herz der Schneetänzerin" "Der Traum der Schneetänzerin" Die komplette "Schneetänzerin"-Trilogie ist auch als Sammelband unter dem Titel "In Zeiten des Sturms" und "Schneetänzerin - Das Herz der Schneetänzerin - Der Traum der Schneetänzerin. Drei Romane in einem eBook" erhältlich.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 421
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783961482825
    Verlag: dotbooks
    Größe: 1043 kBytes
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Die Frauen vom Schlehenhof

Kapitel 1

Rothenbach, September 2010

Ich kehrte mit meinem Trekkingrucksack und einer Reisetasche in jeder Hand zurück nach Rothenbach. Nicht gerade viel, wenn man bedenkt, dass sich darin die letzten zehn Jahre meines Lebens befanden. Vielmehr das, was davon noch übrig geblieben war.

Langsam verließ ich den Bahnsteig und ging um das Bahnhofsgebäude mit den hölzernen Blumenkübeln herum, dann stand ich auf der Hauptstraße. Früher war ich sie auf dem Weg zur Schule beinahe täglich entlanggegangen, während der letzten sechs Jahre nur noch selten, dafür aber aufmerksamer, mit dem halb wehmütigen, halb distanzierten Blick des Besuchers aus der Großstadt, der für ein paar Tage ins Städtchen seiner Kindheit zurückgekehrt ist.

Meine Füße fanden den Heimweg von allein, hoben sich, um über hohe Bordsteinkanten zu steigen und auf dem unebenen Kopfsteinpflaster auf dem Marktplatz nicht zu stolpern. Durch den alten Ortskern am Gasthaus zum Ochsen vorbei, links die Eisdiele am Tränkbrunnen, daneben die Buchhandlung und die Bäckerei, dann die sanfte Steigung hinauf, wo die Neubausiedlung lag.

Wie ruhig es hier war und sauber, ganz anders als in unserem Kiez in Berlin mit den Graffiti an den Wänden. Zäune und Fassaden waren dunkel vom Regen, das Gras in den Vorgärten ordentlich gemäht.

Meine Mutter hatte mich durchs Küchenfenster gesehen. Sie kam mir entgegen und streckte den Arm aus, um mir eine Reisetasche abzunehmen. Dann schob sie mich die Treppe hinauf und in den Lichtkegel, der aus der offenen Haustür in die Herbstdämmerung fiel.

"Schön, dass du da bist, Hanka! Lass dich erst mal drücken." Ihre ausgestreckten Arme erstarrten auf halbem Weg, als sie mein Gesicht sah. "Lieber Himmel, ist dir schlecht?"

Ich schüttelte schwach den Kopf. Allerdings hatte ich mit einem Mal das Gefühl, mich vielleicht doch übergeben zu müssen, wenn ich jetzt den Mund aufmachte.

"Was ist los? Ist Tobi was passiert?"

Wieder wackelte ich mit dem Kopf, um dann zu nicken und mit den Schultern zu zucken. "Er ... er ist i... in England", brachte ich gerade noch heraus. Dann sank ich auf die unterste Treppenstufe, legte den Kopf in die Arme und begann laut und zornig zu weinen.

"Jemine", murmelte meine Mutter, als sie sich neben mich setzte und hilflos meinen Rücken streichelte. "Warum in England? Was macht er dort? Und wieso bist du deshalb so außer dir?"

Zittrig holte ich Luft, wischte mir mit dem Handrücken die Nase und begann zu erzählen.

"Ach, Liebes. Das tut mir sehr leid für dich", sagte meine Mutter, als ich fertig war, legte den Arm um mich und drückte mich an sich.

Dann lotste sie mich in die Küche und drückte mir ein Taschentuch in die Hand, in das ich mich lautstark schnäuzte. Neben mir auf der Eckbank türmten sich Stapel von Zeitschriften und Hugos zerkautes Hundespielzeug. Der kleine Border Terrier hockte zwischen meinen Füßen, wedelte verwirrt mit dem Schwanz und drückte die feuchte Nase gegen das Bein meiner Jeans. Er schien hin und her gerissen zwischen wilder Freude über meinen Besuch und Bestürzung über die gruseligen Geräusche, die ich von mir gab.

Ich putzte mir die Nase und schüttelte den Kopf wie ein außer Kontrolle geratenes Blechspielzeug. "Wir hatten es doch schön miteinander", stieß ich hervor und brach beim Gedanken an das, was ich verloren hatte, gleich wieder in Tränen aus.

Meine Mutter sah mich nur mitleidig an und stellte eine Tasse Tee vor mich auf den Tisch. Doch ich wusste auch so, was sie gerade dachte. Nichts anderes als schon seit über zehn Jahren. Doch welches 16-jährige Mädchen hört schon auf das, was seine Mutter sagt? Nicht einmal dann, wenn sie ihm rät, auch mal über die Stränge zu schlagen und sich nicht zu früh an einen Jungen zu binden.

Es war reiner Zufall, dass ich die Nummer mit der englischen Vorwahl auf Tobis Handy entdeckte. Ich hatte die Nummer seines Kumpels Ben gesucht,

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