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Die Frauen von Troja Tochter des Sturms - Historischer Roman von Hauser, Emily (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 19.11.2018
  • Verlag: Goldmann
eBook (ePUB)
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Die Frauen von Troja

Vor dreitausend Jahren tobte ein Krieg, der die damalige Welt in ihren Grundfesten erschütterte: Der Trojanische Krieg hat viele Helden hervorgebracht. Hier erzählen die Frauen von Troja die Legende aus ihrer Sicht. Dies ist die Geschichte von Chryseis, der Tochter des Hohepriesters von Troja, und Briseis, der Prinzessin von Pedasos. Chryseis und Briseis sind stolze junge Frauen, die ihr Leben genießen und sich leidenschaftlichen Lieben hingeben. Doch bei Ausbruch des Krieges werden sie entführt und müssen fortan ein Leben als Liebessklavinnen führen. Die mutigen Frauen ergeben sich jedoch nicht in ihr Schicksal, sondern kämpfen für ihr Freiheit und ihre Gefühle ... Emily Hauser wurde in Brighton geboren und ist in Suffolk aufgewachsen. Sie hat in Cambridge und Harvard Altphilologie studiert und in Yale promoviert. In ihrer Trilogie über die Frauen von Troja erzählt sie den großen Mythos des Trojanischen Kriegs in moderner Sprache und aus weiblicher Sicht.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 464
    Erscheinungsdatum: 19.11.2018
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783641184988
    Verlag: Goldmann
    Originaltitel: For the Most Beautiful
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Die Frauen von Troja

Prolog

Hochsommer auf den Hängen des Ida-Gebirges. Schweiß tropft ihm von der Stirn, Fliegen summen unaufhörlich um seine Herde; der Gestank der Ziegen vermischt sich in seiner Nase mit der salzigen Meerluft aus dem Norden. Er streicht sich die Haare aus dem Gesicht und blickt zum Himmel empor. Die Sonne, der Wagen des Apulunas, hat ihren höchsten Stand erreicht.

Mittag.

Er tritt in den Schatten eines Olivenbaums, sein Hund folgt ihm auf dem Fuß. Die kühle Luft unter dem dunklen Blätterdach kühlt seinen Nacken, als er einen in steifes Leinen gewickelten Laib Brot und seinen mit Wein gefüllten Lederschlauch in die Hand nimmt. Obwohl er ein trojanischer Prinz ist, hütet er seit Kindertagen die Ziegen im Ida-Gebirge. So hofft der König, seinem Volk zeigen zu können, dass seine Söhne sich nicht zu schade sind, auf dem Land zu arbeiten, das Troja mit seinen sagenhaften Reichtümern nährt. Doch Paris interessiert sich seit jeher mehr für das leise Rascheln der Frauenkleider in den bunten Fluren des Palastes als für das Geläut der Ziegenglocken. Er löst den Riemen des Lederschlauchs von seinem Hals und lässt einige Tropfen als Gabe für die Götter, die alle Dinge erschaffen und zerstören, auf die trockene Erde fallen, die den Wein gierig aufsaugt.

Hinter ihm beginnt sein Hund zu knurren.

"Was ist, Methepon?"

Er dreht sich um. Dem Tier, dessen Schnauze bebt, sträubt sich das Fell. Er bückt sich und packt Methepon am Lederhalsband. Der Hund knurrt und bellt so wütend, dass Speichelfetzen fliegen.

"Was ist?"

Eine Bewegung, ein Rascheln wie von Blättern im Wind. Methepons Knurren und Bellen wird noch lauter, er fletscht die langen Zähne, starrt geradeaus.

Paris hebt den Blick.

Außerhalb des Schattens, den der Olivenbaum spendet, stehen im Licht der Sonne drei Frauen. Wie sie dorthin gekommen sind, weiß er nicht, und letztlich ist ihm das auch egal, denn diese Frauen sind atemberaubend schön. Die dichten, welligen Haare reichen ihnen bis über die Schultern, sie haben glatte, schimmernde Haut und tragen Gewänder aus feinstem Stoff, die ihre schmalen Taillen und Oberschenkel umschmeicheln. Er entspannt sich. Wovor im Namen aller Götter hat Methepon so große Angst? Er denkt schmunzelnd an seinen Bruder Hektor, dessen Frau Andromache so unansehnlich ist wie die Felder um Troja im Winter. Es gibt durchaus Männer, die sich in Anwesenheit von drei solchen Schönheiten fürchten würden.

Paris hingegen ist der trojanische Prinz, der sich am besten mit Frauen auskennt.

Eine winkt ihn lächelnd zu sich heran. Er bückt sich, um Methepons Halsband fester zu fassen, doch der Hund wehrt sich immer noch knurrend. "Was hast du denn?"

Methepon legt sich winselnd auf den Boden.

Paris runzelt die Stirn. "Na schön, dann bleib eben hier." Er tritt aus dem Schatten, um sich zu den Frauen zu gesellen. "Entschuldigung", sagt er und verbeugt sich tief. "Sonst ist mein Hund nicht so ..."

"Sterblicher."

Die Stimme, die aus seinem eigenen Kopf zu kommen scheint, klingt in seinen Ohren. Er hält mitten in der Bewegung inne und sieht die Frauen an, die ihn mit funkelnden Augen anlächeln. Aus der Nähe wirken sie hart - wie mit einem scharfen Meißel aus Marmor oder anderem Stein gehauen, nicht wie aus weichem Fleisch. Er schluckt. "Wer - was - wer seid ihr?", fragt er, bemüht, nicht auf das neuerliche Knurren seines Hundes zu achten.

"Göttinnen", lautet die Antwort. "Die drei großen Göttinnen, denen du gerade den Wein geopfert hast. Die Göttinnen des Ida-Gebirges."

"Göttinnen?", wiederholt er. "Die Göttinnen von Troja?"

Er muss an seine Lieblingsgöttin Arinniti denken, der er mit R

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