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Die Frauen von Troja Tochter des Himmels - Historischer Roman von Hauser, Emily (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 18.03.2019
  • Verlag: Goldmann
eBook (ePUB)
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Die Frauen von Troja

Vor dreitausend Jahren tobte ein Krieg, der die damalige Welt in ihren Grundfesten erschütterte: Der Trojanische Krieg hat viele Helden hervorgebracht. Hier erzählen die Frauen von Troja die Legende aus ihrer Sicht. Dies ist die Geschichte der Griechin Admete und der Amazonenkönigin Hippolyta. Um ein Heilmittel für ihren kranken Bruder zu finden, begibt Admete sich mit Herkules, der als letzte seiner zwölf Aufgaben den Kampfgurt der Hippolyta erringen soll, zu den Amazonen. Die Kultur der Griechen und die der Amazonen prallen aufeinander, es kommt zur bewaffneten Auseinandersetzung. Und Admete und Hippolyta, die emotional mit beiden Kulturen verbunden sind, müssen sich entscheiden, auf wessen Seite sie stehen ... Emily Hauser wurde in Brighton geboren und ist in Suffolk aufgewachsen. Sie hat in Cambridge und Harvard Altphilologie studiert und in Yale promoviert. In ihrer Trilogie über die Frauen von Troja erzählt sie den großen Mythos des Trojanischen Kriegs in moderner Sprache und aus weiblicher Sicht.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 432
    Erscheinungsdatum: 18.03.2019
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783641185015
    Verlag: Goldmann
    Originaltitel: For the Immortal
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Die Frauen von Troja

Prolog

Der Himmel über Delphi ist dunkel. Es herrscht Stille. An diesem heiligen Ort singen die Vögel noch nicht. Nur eine Fackel bewegt sich wie ein Glühwürmchen durchs Unterholz, als ein Mann auf einem gewundenen Pfad die Hänge des Parnassos zum Orakel der Götter hinansteigt. In der Felsspalte, in der die Prophetin wohnt, verwischen die Grenzen zwischen sterblich und unsterblich, sie zerreißen wie ein Schleier; die Worte der Götter dringen durch die Ritze zu den Menschen. Alles ist fremd und merkwürdig. Eine Sterbliche spricht in den Zungen der Götter. Beißender Dampf weht durch Risse im Boden aus der Unterwelt herauf. Eine Höhle, in der eine Priesterin über heiligem Rauch vor sich hin murmelt, wird das größte Heiligtum überhaupt werden. Sie wird Pilger aus aller Welt mit Gaben aus Gold für die Seherin anlocken und mit Marmormonumenten geschmückt sein. Könige werden auf den Knien hierherrutschen, um die Befehle der Götter zu empfangen und ihre Zukunft an den Worten einer irren Priesterin auszurichten, sodass nach dem Willen der Unsterblichen Reiche entstehen und vergehen.

Hier, in der Esse der Götter, wird das Schicksal geschmiedet.

Die erste Prophezeiung steht unmittelbar bevor.

Als der Mann den Wald hinter sich lässt, wirft das Licht seiner Fackel Schatten auf die Felswände. Seine Schuhe zerdrücken den auf dem Boden ausgestreuten getrockneten Salbei. Er betritt die Höhle geduckt, ätzender Schwefelgeruch steigt ihm in die Nase. Sobald seine tränenden Augen sich an die Düsternis gewöhnt haben, sieht er die Frau, die über die Glut des Feuers gebeugt steht, die Haare lose über der Schulter. Sie schaut ihn mit starrem Blick an.

"Du bist gekommen", sagt sie mit belegter Stimme, als hätte sie lange nicht gesprochen.

"Du bist Pythia?"

"Und du bist Alkides." Das ist keine Frage, sondern eine Feststellung.

Er zögert erstaunt. "Ja, ich bin Alkides, Sohn von Zeus und Alkmene, Nachkomme von Alkaios."

Sie neigt sich über die Glut zu ihm. "Und du möchtest eine Auskunft von mir."

Wortlos lehnt er die Fackel an die Felswand, sodass der Rauch in der Höhle sich orangegolden färbt, und kniet vor ihr nieder. "Ja."

Kurz schweigt sie, bevor sie ihn auffordert: "Dann frag." Sie stochert mit einem Stock in der Asche. "Deshalb bist du doch aus dem fernen Theben zu mir gekommen."

Er schluckt; seine Miene verrät Unsicherheit. Plötzlich wirkt er sehr viel jünger als noch ein paar Minuten zuvor, wie ein Knabe, der wissen möchte, wohin er gehört, warum er hier ist. Warum sein Vater ihn nicht wollte.

"Ich würde gern erfahren", sagt er mit überlauter Stimme, "wie ich ein Gott werden kann."

Die Seherin holt so tief Luft, dass die Höhle erbebt. Die Fackel verlöscht, nun spendet nur noch die rote Glut Licht. Dichter Rauch steigt um die Priesterin herum auf, sie verdreht die Augen. Das Weiße und die roten Äderchen werden sichtbar.

"Pythia?" Der Mann macht einen Schritt auf sie zu, als wollte er sie stützen, doch ihre raue, in der Dunkelheit hallende Stimme hält ihn zurück. Sie klingt wie ein Echo der Geister im Tartaros:

"Du bist von Zeus auserwählt, als Sohn eines Gottes und Anführer von Menschen über die Helden Griechenlands zu herrschen, doch der Zorn Heras steht dir im Weg. Wird sie nicht besänftigt, führt sie deinen Niedergang herbei. Zeus hat sie, seine Gattin, vor Jahren mit Alkmene betrogen und dich mit jener gezeugt. Diesen Fehltritt kann die Königin der Götter ihm nach wie vor nicht verzeihen. In ihrer Eifersucht zürnt Hera dir, weil du sie daran erinnerst."

Wieder holt sie rasselnd Luft, ihr Brustkorb hebt sich, und ihr Kopf sinkt nach vorn, als wäre die Kraft der Götter, die sie durchströmt, zu viel für ihren sterblichen Körper.

"Wenn du

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