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Die fremde Königin von Gablé, Rebecca (eBook)

  • Verlag: Bastei Lübbe AG
eBook (ePUB)
19,99 €
inkl. gesetzl. MwSt.
Sofort per Download lieferbar

Online verfügbar

Die fremde Königin

'Könige sind wie Gaukler. Sie blenden die Untertanen mit ihrem Mummenschanz, damit die nicht merken, dass das Reich auseinanderfällt'

Anno Domini 951: Der junge Gaidemar, ein Bastard vornehmer, aber unbekannter Herkunft und Panzerreiter in König Ottos Reiterlegion, erhält einen gefährlichen Auftrag: Er soll die italienische Königin Adelheid aus der Gefangenschaft in Garda befreien. Auf ihrer Flucht verliebt er sich in Adelheid, aber sie heiratet König Otto.

Dennoch steigt Gaidemar zum Vertrauten der Königin auf und erringt mit Otto auf dem Lechfeld den Sieg über die Ungarn. Schließlich verlobt er sich mit der Tochter eines mächtigen Slawenfürsten, und der Makel seiner Geburt scheint endgültig getilgt. Doch Adelheid und Gaidemar ahnen nicht, dass ihr gefährlichster Feind noch lange nicht besiegt ist, und als sie mit Otto zur Kaiserkrönung nach Rom aufbrechen, droht ihnen dies zum Verhängnis zu werden ...

Rebecca Gablé, Bestsellerautorin und Schöpferin der populären Waringham-Saga, hat nun mit ihrem Historienepos 'Otto der Große' ein weiteres Meisterwerk geschaffen. Nach 'Das Haupt der Welt' ist 'Die fremde Königin' der zweite Band der mittelalterlichen Romanreihe.

Produktinformationen

    Größe: 3928kBytes
    Reihe (Teil): Otto der Große Bd.2
    Herausgeber: Bastei Lübbe AG
    Untertitel: Historischer Roman
    Sprache: Deutsch
    Seitenanzahl: 763
    Format: ePUB
    Kopierschutz: none
    ISBN: 9783732539437
    Illustriert von: Speh, Jürgen
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Die fremde Königin

Garda, August 951

"Wenn Ihr leben wollt, müsst Ihr graben", raunte der Mönch in dem ausgefransten, staubigen Habit.

Adelheid blickte nicht auf und ging weiter zur Kapelle, ohne ihren Schritt zu verlangsamen. Aus dem Augenwinkel sah sie, dass der Mönch seinen Weg in entgegengesetzter Richtung fortsetzte - nicht hastig, nicht gemächlich, aber würdevoll, so wie Mönche eben gingen. Sie wusste trotzdem, dass dieser Mann nicht war, was er zu sein vorgab.

So wie alle Männer in ihrem Leben.

Die Morgensonne lugte bereits über die Burgmauer und ließ die staubige Erde hier und da wie Juwelen funkeln. Trotz der frühen Stunde herrschte schon reges Treiben im Innenhof: In der Schmiede auf der Nordseite sang der Hammer. Drei dienstfreie Wachen hatten sich an der offenen Tür versammelt und fachsimpelten mit dem Schmied. Mägde scharten sich um einen Eselskarren, der Brot, Kohlköpfe und fangfrischen Fisch aus dem Dorf heraufgebracht hatte. Alle wirkten geschäftig, aber jeder fand Zeit, der Gefangenen auf dem Weg zur Frühmesse einen kurzen Blick zu schenken. Manche waren mitfühlend, andere hämisch, die meisten undurchschaubar.

Adelheid betrat die dämmrige, schlichte Kapelle, während die beiden Wachen, die sie hergeleitet hatten, vor der Kirchentür Aufstellung nahmen. Stumm wie üblich, denn ihnen war wie allen Burgbewohnern verboten, das Wort an sie zu richten. Vater Giovanni stand bereits vor dem Altar und murmelte auf Latein vor sich hin, den Rücken zu der kleinen Gemeinde, die aus drei alten Weibern und einem blinden Mönch bestand.

Adelheid kniete sich in den buttergelben Sonnenfleck, der durch die Fensteröffnung über dem Altar auf den Boden fiel, und faltete die Hände. Die Sonne färbte die Dunkelheit vor ihren geschlossenen Lidern rötlich und wärmte ihr das Gesicht wie eine liebkosende Hand. Es war ein schönes Gefühl.

Heilige Jungfrau, voll der Gnaden. Heute ist der einhundertundneunzehnte Tag meiner Gefangenschaft, wie du zweifellos weißt. Seit fast vier Monaten bete ich zu dir, mich aus der Hand meiner Feinde zu befreien, aber es nützt nichts. Bruder Guido ermahnt mich, nicht den Glauben zu verlieren und mich darauf zu besinnen, dass ich eine burgundische Prinzessin und die Königin von Italien bin. Ich weiß, ich muss tapfer sein. Vor allem für Emma. Aber es wird von Tag zu Tag schwieriger. Heute früh beim Aufwachen habe ich mich dabei ertappt, dass ich keinen Funken Hoffnung mehr hatte. Und da kommt ein Fremder und sagt, ich solle graben. Hast du ihn mir geschickt? Bitte, heilige Muttergottes, lass mich an der richtigen Stelle graben. Und bitte, bitte lass es keine Falle sein ...

"Wo haben sie Euch hingebracht?", fragte Anna furchtsam, kaum dass die schwere Tür zu ihrem Kellerverlies mit dem vertrauten, hallenden Poltern zugefallen war.

"Zur Kapelle. Ich durfte die Frühmesse hören", antwortete Adelheid.

"Gelobt sei Jesus Christus", murmelte Bruder Guido. Er war nicht nur Benediktiner, sondern ebenso Priester und konnte somit selber die Messe feiern. Aber ohne Kirche, vor allem ohne Brot und Wein, fühlte es sich immer falsch an, wie gemogelt.

"Hier, die Wache hat unser Essen gebracht." Die Magd wies auf den kleinen, wackeligen Tisch: ein Laib Brot und ein Krug Brunnenwasser. Das war alles, so wie jeden Tag. Für drei Erwachsene und ein Kind.

Adelheid nickte. Beim Anblick des mehlbestäubten Brotes sammelte sich zu viel Speichel in ihrem Mund, doch sie wusste, sie musste sich beherrschen und noch ein wenig warten. Wenn sie ihren Anteil schon jetzt am frühen Morgen anknabberte, würde sie wieder die ganze Nacht nicht schlafen können vor Hunger.

Sie kniete sich ins feuchte Bodenstroh und beugte sich über ihre schlummernde Tochter. Eine Fackel steckte in einem eisernen Wandhalter, und in ihrem Licht sah Adelheid die unnatürliche Blässe des Kindes. Emmas Geburtstag fiel auf den Tag des heiligen Cyprian im September,

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