text.skipToContent text.skipToNavigation
background-image

Die Galerie der Träume von Rau, Micha (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 28.07.2016
  • Verlag: neobooks Self-Publishing
eBook (ePUB)
0,99 €
inkl. gesetzl. MwSt.
Sofort per Download lieferbar

Online verfügbar

Die Galerie der Träume

Nicht allzu weit in der Zukunft lebt Shana in einer von Technik bestimmten Welt, die den Menschen beinahe alles abnehmen. Man bewegt sich kaum noch, und die 'Außenwelt' ist eine verbotene Zone. Doch Shana reizt es, diese Welt zu erkunden und trifft auf einer Lichtung auf Rufus, den Maler der Traumbilder. Sie entstehen wie von selbst aus den Tagträumen desjenigen, der sie malt. Sie sind atemberaubend, fantastisch und ... nicht ungefährlich. Denn wenn man sie nachts berührt, wird man hineingezogen in Welten, die man selber erschaffen hat. Shana und ihr Freund Belly geraten in eines der Bilder und ein furioses Abenteuer beginnt, das die Leser von Beginn an bis zur letzten Seite in Atem hält. Die Haarfresser sind da nur das geringste Problem ...

Micha Rau wurde 1957 in Berlin geboren und schreibt seit seiner Kindheit Geschichten, Romane, Kinderbücher und populäre Sachbücher. Einige seiner Kinderbücher wurden in mehrere Sprachen übersetzt. Im Jahr 2005 gewann er mit dem Thriller 'Der zweite Koffer' beim internationalen Wettbewerb der Agentur Writemovies in Hollywood / USA den ersten Preis in der Kategorie 'Bester Roman'.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: none
    Seitenzahl: 313
    Erscheinungsdatum: 28.07.2016
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783738078831
    Verlag: neobooks Self-Publishing
    Größe: 767 kBytes
Weiterlesen weniger lesen

Die Galerie der Träume

Kapitel 1

Shana stand vor der Multifunktionswand in ihrem Zimmer und überlegte, was sie anziehen sollte. Sie war nur mit ihrer Unterwäsche bekleidet und musterte sich prüfend von oben bis unten. Der Modesimulator hätte zwar auch so funktioniert, aber manchmal bekam er eine Macke, wenn man komplett angezogen vor ihm stand. Unterwäsche allerdings ignorierte er.

"Hm", murmelte Shana. "Was zieh ich an? Sportlich? Lässig? Schlabberig? Oder chic?"

Shana war dreizehneinhalb Jahre alt, besaß schulterlange, dunkle Haare, die kaum zu bändigen waren, und haselnussbraune Augen. Ihre Eltern meinten, dass sie ein wenig zu frech sei, aber das sagen wohl alle Eltern. Und sie war schlank. Da war sie allerdings eine Ausnahme, denn alle Leute, die sie kannte, schleppten reichlich Übergewicht mit sich herum.

"Kind, was soll nur aus dir werden?", seufzte ihre Mutter des Öfteren. "Wenn du erstmal arbeiten musst, brauchst du Kraft. Und wenn du krank wirst, hast du keine Reserven."

"Ich hab mehr Power als du!", konterte Shana für gewöhnlich. "Und du bist viel öfter erkältet!"

Diese Diskussionen endeten meist damit, dass ihre Mutter durch den Beamer schwabbelte, um in der Küche den Menücomputer zu nerven.

Shana drehte sich vor dem Spiegel hin und her, stemmte die Arme in die Seiten und grinste,

"Ich werde niemals dick!", sagte sie mit Nachdruck. Dann warf sie den Kopf in den Nacken und rief laut: "Multiwand, Modeprogramm einschalten!"

Ein leises Summen durchdrang den Raum, während gleichzeitig kleine Röhrchen neben dem Spiegel aus der Wand hervortraten. Ein kaum wahrnehmbares Flimmern umgab jedes von ihnen.

"Welchen Stil wünschen Sie?", kam eine Stimme aus dem Nirgendwo.

"Mach das Mischprogramm", antwortete Shana. "Von allem etwas. Und beeil dich. Ich muss in einer halben Stunde bei Krissa sein!"

"Sie stehen außerhalb der Fixpunkte", dröhnte die Stimme ohne irgendwelche Emotionen. Shana zuckte mit den Schultern und stellte ihre Füße exakt auf die auf ihrem Teppichboden gekennzeichneten Stellen.

"Mach schon", brummelte sie. "Ich muss mich noch schminken."

Das Summen verstärkte sich. Augenblicke später schossen aus den Röhrchen scharf gebündelte Lichtstrahlen, so schnell, dass sie nur für den Bruchteil einer Sekunde wahrnehmbar waren. Von einem Moment auf den anderen war Shana eingekleidet. Natürlich nicht richtig, es war nur eine Simulation. Aber die perfekteste, die man sich vorstellen konnte. Obwohl ... irgendetwas schien diesmal danebengegangen zu sein.

" Was ist das denn?", entfuhr es Shana. Entgeistert starrte sie auf eine Hose, die ihr mindestens zehn Nummern zu groß war. Das Oberteil war so riesig, dass sie auch ein Zelt über den Kopf hätte ziehen können. Sie sah aus wie ein grotesker Clown.

" Mama!" Shana stampfte wütend mit dem Fuß auf. "Multiwand!" , befahl sie. "Kommunikator einschalten! Mit Mutter verbinden!"

"Verbunden", kam es zurück.

"Mama, warst du schon wieder an meiner Multiwand?"

"Ja, ich geb's zu!", lachte ihre Mutter. "Du weißt doch, dass die in unserem Schlafzimmer kaputt ist."

"Aber du musst fragen, wenn du in mein Zimmer kommst!", empörte sich Shana. "Und wenn du mein Modeprogramm benutzt, dann stell es wenigstens wieder auf mich ein, wenn du fertig bist! Wenn mich Krissa so sieht, bin ich das Gespött der ganzen Party!"

"Tschuldige!", säuselte ihre Mutter fröhlich. "Kommt nicht wieder vor!"

"Wehe doch", grummelte Shana. "Multiwand! Kommunikator ausschalten! Modeprogramm auf Shana wechseln!"

Diesmal unterließ es die Multiwand, etwas zu erwidern. Der nächste gebündelte Lichtstrahl blitzte durch den Raum, und Shana trug passende Klamotten. Eine schwarze, knallenge Jeans, ein weiß-rosa gestreiftes Top und pfirsichfarbene Sneakers.

"Na also, warum nicht gleich so!", machte Shana zufrieden. "Multiwand!

Weiterlesen weniger lesen

Kundenbewertungen