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Die Gedankenmusik Eine philosophische Reise zum Ursprung aller Töne. von Brandl, Matthias (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 28.07.2016
  • Verlag: edition Lichtland
eBook (ePUB)
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Die Gedankenmusik

Vor Maja liegen traurige Sommerferien: Ihre Eltern streiten sich ständig, immer öfter steht das Wort 'Trennung' im Raum. Auch der Aufenthalt im kunterbunten Feriendorf ihrer Tante kann Maja nicht aufheitern. Doch dann entdeckt sie die Musik und findet nicht nur Freunde, sondern eine unerwartete Chance, die Liebe ihrer Eltern zu retten. Dafür muss sie eine so abenteuerliche wie philosophische Reise antreten - an den Ort, an dem alle Töne ihren Ursprung haben und an den vor ihr noch kein Menschenkind gelangt ist ... Ein Märchen für Große und Kleine über Freundschaft, Mut und den unverwechselbaren Klang der Liebe. Matthias Brandl, Jahrgang 1978, ist in Marktredwitz geboren und in der Oberpfalz aufgewachsen. Er studierte Mathematik und Physik in Bayreuth. Seine wissenschaftliche Laufbahn führte ihn nach Stationen an den Universitäten Bayreuth, Augsburg und Erlangen-Nürnberg an die Universität Passau. Seit 2011 hat er dort die Professur für Didaktik der Mathematik inne.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: none
    Seitenzahl: 490
    Erscheinungsdatum: 28.07.2016
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783942509794
    Verlag: edition Lichtland
    Größe: 2000 kBytes
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Die Gedankenmusik

3. K APITEL

W UNDERSAME M ELODIEN UND EINE G ESCHICHTE

"Was hast du denn den ganzen Vormittag gemacht?", fragte Majas Mutter beim Essen.

"Bin rumgelaufen", antwortete Maja.

Maja räumte ihren Teller in die Küche und suchte nach ihrer Jacke.

"Willst du schon wieder raus?", fragte ihre Mutter erstaunt. So kannte sie ihre Tochter gar nicht.

"Ja", sagte Maja, umarmte ihre Mutter und gab ihr einen Abschiedskuss auf die Wange.

"Na dann viel Spaß", sagte ihre Mutter.

Maja nickte und rannte aus der Wohnung. Ihre Füße fanden die Gasse sofort wieder, und ehe sie sich versah, stand sie wieder in dem kleinen Hof, der noch vor kurzem voller Erwachsener und Kinder gewesen war. Jetzt war sie ganz allein. Die Musikinstrumente der Gruppe lagen jedoch noch da. Maja wunderte sich über so viel Leichtsinn. Hatten die keine Angst, dass man ihnen etwas stehlen könnte? Neugierig trat sie näher und betrachtete die Instrumente genauer. Maja selbst machte keine Musik, und es war ihr unvorstellbar, wie aus diesen Geräten Melodien herauskommen konnten. Wenn Leute, die sich damit auskannten, darauf spielten, dann sah das immer so einfach aus. Maja streckte ihre Hand nach der Geige aus, doch da packte sie jemand an der Schulter.

"Wen haben wir denn da?", sagte eine Stimme hinter ihr. "Du willst uns doch nicht etwa unsere Instrumente stehlen, oder?"

Maja erschrak und fuhr herum. Ihr Gesicht lief so rot an, wie es wahrscheinlich zuvor noch nie der Fall gewesen war. Vor ihr standen alle fünf Musikanten.

"N-n-n-n-nein", stotterte Maja. "B-b-bestimmt nicht."

"Bestimmt nicht?", fragte der Mann, der Maja am nächsten stand. Es war der Sänger.

"Bestimmt nicht", beteuerte Maja noch einmal. Ihr Gesicht brannte wie Feuer.

"Hmmm", machte der Sänger und kratzte sich am Kopf. "Was wolltest du denn dann?"

Maja blickte verlegen zu Boden.

"Ich wollte wissen, wie sie funktionieren", stammelte sie. Irgendwie kam ihr das, was sie sagte, furchtbar dumm vor.

"Du wolltest sehen, wie unsere Instrumente funktionieren?", fragte der Sänger.

Maja nickte. Langsam ließ die Röte in ihrem Gesicht nach.

"Soso", machte der Mann und kratzte sich wieder am Kopf. "Naja, das ist deine Version. Es könnte immer noch sein, dass du uns einfach etwas vorlügst und trotz allem vorhattest, unsere Instrumente zu stehlen."

Langsam bekam Maja Angst. Sie hatte noch nie etwas gestohlen, aber wie sollte sie das beweisen? "Jetzt bloß nicht weinen", befahl sie sich.

"Ich denke", fuhr der Sänger mit erhobener Stimme fort, "dass sich der hohe Rat der Musikanten nun für kurze Zeit zurückzieht, um über das weitere Vorgehen im Falle ... äh ... wie heißt du denn überhaupt?"

"Maja."

"...um über das weitere Vorgehen im Falle Maja zu entscheiden."

Daraufhin drehte er sich um und die fünf Männer und Frauen steckten die Köpfe zusammen. Dann, nach nicht einmal zehn Sekunden, hoben die fünf ihre Köpfe, und der Sänger wandte sich wieder an Maja. Ihr wurde ganz mulmig.

"Maja, Maja, Maja", sagte der Sänger mit tadelnder Stimme. "Wie du bestimmt selber weißt, können wir dir keine Untat nachweisen. Nicht einmal eine böse Absicht können wir dir unterstellen. Und zu alledem kommt auch noch hinzu, dass wir dir ausnahmslos glauben, dass du unsere Instrumente nicht stehlen wolltest. Wenn du die Geige nur wenigstens berührt hättest, dann hätten wir dich zumindest wegen Beschmutzung fremden Eigentums drankriegen können. Aber so? Schade, Schade."

Der Sänger zog eine lustige Grimasse, die gespielte Enttäuschung widerspiegelte, und Maja fiel ein Stein vom Herzen. Also war doch nur alles Spaß gewesen!

"Aber eine Sache ist dennoch unentschuldbar", sagte der Sänger und blickte wieder ernst. "Nämlich die Tatsache, dass du nicht weißt, wie ein Instrument funktioniert. Das ist eine Katastroph

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