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Die geheimen Worte Roman von Martin, Rebecca (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 09.03.2015
  • Verlag: Diana Verlag
eBook (ePUB)
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Die geheimen Worte

Wenn die Liebe verbotene Wege geht Bad Kreuznach, 1840: In der aufstrebenden Kurstadt verlieben sich die Schwestern Anne und Sophie in den englischen Gast James Bennett. Es ist für beide der Beginn einer heimlichen Leidenschaft: Anne ist verheiratet und Mutter einer kleinen Tochter, während die viel jüngere Sophie ihr Leben selbstbestimmt gestalten möchte. Die Katastrophe ist unausweichlich, als James beide Schwestern zurückweist. Erst vier Generationen später kommt ans Licht, was damals geschah ... Rebecca Martin studierte Englisch und Deutsch in Frankfurt am Main und in Dublin, Irland. Ihre Leidenschaft gehört dem Reisen und dem Schreiben. Ihr Roman 'Die verlorene Geschichte' gelangte sofort nach Erscheinen auf die SPIEGEL-Bestsellerliste, gefolgt von 'Der entschwundene Sommer', 'Die geheimen Worte' und 'Das goldene Haus'. Die Autorin lebt mit ihrer Familie in einem kleinen Dorf im Nahetal.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 432
    Erscheinungsdatum: 09.03.2015
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783641145026
    Verlag: Diana Verlag
    Größe: 725 kBytes
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Die geheimen Worte

Erstes Kapitel

Frankfurt am Main, Mai 1923

D ie Stimmen der anderen verklangen langsam in der Ferne. Marlene hatte lange überlegt, sich einfach zurückfallen zu lassen, unsicher, ob nicht irgendjemand ihr Tun bemerken musste, das dann zu unangenehmen Fragen oder Zurechtweisungen führen würde. Dann waren Mama und Tante Ottilie aber doch zu sehr in ihr Gespräch vertieft gewesen, und Papa hatte sich kurz vorher mit dem fünfzehnjährigen Gregor, ihrem jüngeren Bruder, seitwärts in die Büsche geschlagen. Wohin Marlene ihnen im Übrigen gerne gefolgt wäre, aber dazu war sie mit ihren knapp zwanzig Jahren mittlerweile ja zu alt. Sie hatte nur sehnsüchtig auf die Stimmen der beiden hören können, die in der Ferne leiser und leiser wurden.

Frei sein ... Marlene blieb erstmals seit ihrer "Flucht" stehen und atmete tief durch. Seit sie Eltern, Bruder und Tante verlassen hatte, war sie nur gelaufen und gelaufen, ohne nach rechts oder links zu blicken; in Gedanken verloren an das, was die Zukunft bringen würde. Sie hatte einfach nicht anhalten können. Sie hatte weggemusst von ihrer Familie, weg von jenen, die das Morgen planten, ohne sie einmal nach ihren Wünschen zu befragen. Mit jeder Minute mehr war es Marlene enger um die Brust gewesen. Dann hatte sie es einfach nicht länger ausgehalten: die Gespräche nicht und nicht den langweiligen Spaziergang, auf dem sie sich gesittet zu verhalten hatte und es allen vollkommen gleichgültig war, wonach ihr der Sinn stand.

Als ob ich noch ein kleines Mädchen wäre ...

Tatsächlich drehte sich in letzter Zeit alles nur noch um die bevorstehende Verlobung mit Albert Schwedt. Mama redete unablässig davon, sprach darüber, was es bei der Feier zu essen geben sollte, wo das Fest stattfinden musste, welches Kleid die Tochter tragen, welche Musik gespielt, welche Gäste geladen und welche Ringe Marlene und Albert tauschen würden.

Die Hochzeit muss einfach perfekt sein.

Auch Tante Ottilie suchte die Nichte beinahe tagtäglich über deren Zukunftspläne auszuhorchen, darüber, wie viele Kinder sie sich wünschte und ob Marlene wohl gern einen großen Garten hätte.

"Dann", sagte Tante Ottilie bedeutsam, "wirst du aller dings auch einen Gärtner bezahlen müssen. Ein großer Gar ten braucht ganz unbedingt einen Gärtner."

Vater war der Einzige, der schwieg, was diesen "Weiberkram" anging, aber auch er blickte stolz drein, zufrieden über die gute Verbindung, die sich da anbahnte. Wirtschaftlich betrachtet war die Hochzeit in diesen schweren Zeiten "eine prächtige Sache". Nur auf Marlene hörte niemand, und niemand kümmerte es, dass sie überhaupt nicht heiraten wollte.

Jetzt nicht, vielleicht nie ...

Einmal hatte sie versucht, mit Mama darüber zu sprechen.

"Aber", hatte die geantwortet und nur den Kopf geschüt telt, "Frauen müssen heiraten - du willst doch nicht als alte Jungfer enden, Liebes. Und Albert ist doch gar kein schlechter Kerl, gut aussehend, nicht auf den Kopf gefallen, Erbe eines beträchtlichen Vermögens, das sich auch in diesen schweren Zeiten der Inflation nicht mindert."

Nein, die Schwedts mussten sich wirklich nicht die geringsten Sorgen machen. Sie besaßen Land, Häuser, ausgedehnte Waldungen.

"Und", endete Mama meist, "ihr habt schon als Kinder so schön miteinander gespielt."

Marlene schüttelte ihren hellbraunen Lockenkopf, den sie heute locker im Nacken zusammengebunden hatte.

Gewiss, sie mochte Albert, aber heiraten? Sie waren Freunde. Sie hatten miteinander gespielt und waren sich nie fremd gewesen, aber man heiratete doch keinen Freund.

Oder etwa doch?

Zum ersten Mal, seit sie gedankenverloren einfach weiter

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