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Die Geliebte des Kreuzritters von Chadwick, Elizabeth (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 01.10.2019
  • Verlag: Bastei Lübbe AG
eBook (ePUB)
6,99 €
inkl. gesetzl. MwSt.
Ab 01.10.2019 per Download lieferbar

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Die Geliebte des Kreuzritters

England, 12. Jahrhundert: Widerstrebend kehrt Renard von einem Kreuzzug in die nebligen Moore seiner Heimat zurück. Begleitet wird der Erbe von Ravenstow von seiner Geliebten Olwen, einer verführerischen Tänzerin. Doch Renard ist bereits verlobt und soll rasch heiraten, da sein Vater im Sterben liegt und Bürgerkrieg herrscht. Hin- und hergerissen zwischen seiner Leidenschaft zu Olwen und seiner Pflicht, mittels einer Vernunftehe mit Eleanor sein Erbe zu sichern, liegt das Schicksal von Renard schon bald in den Händen der zwei konkurrierenden Frauen ... Dieser historische Roman ist in einer früheren Ausgabe unter dem Titel 'Die Leopardin' erschienen. Die Ravenstow-Trilogie von Elizabeth Chadwick: Band 1: Die Gefährtin des Normannen. Band 2: Die Frau mit dem kupferroten Haar. Band 3: Die Geliebte des Kreuzritters. eBooks von beHEARTBEAT - Herzklopfen garantiert. Elizabeth Chadwick gilt laut Historical Novel Society, Großbritannien, als gegenwärtig beste Autorin mittelalterlicher Romane. Sie hat inzwischen über 20 historische Romane geschrieben, viele davon Bestseller. Ihr Debüt 'Die Gefährtin des Normannen' (vormals 'Die wilde Jagd') wurde mit dem Betty-Trask-Award ausgezeichnet und ist seit 2019 erstmals als eBook erhältlich, ebenso wie die weiteren Bände ihrer Ravenstow-Trilogie. Die Autorin lebt mit ihrem Mann und ihren beiden Söhnen in Nottingham. Homepage: http://elizabethchadwick.com/.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 418
    Erscheinungsdatum: 01.10.2019
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783732568833
    Verlag: Bastei Lübbe AG
    Größe: 1563 kBytes
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Die Geliebte des Kreuzritters

Erstes Kapitel

Das Fürstentum Antiochien

Frühling 1139

Antiochia, die Hauptstadt von Fürst Raymonds Domäne, bescherte Renard ein böses Erwachen. Es war einfacher, mit den Türken zwischen den Nosairi-Ausläufern zu kämpfen, als auf einem nervösen Schlachtross durch eine belebte schmale Straße zu reiten, im Schlepptau eines wenig vertrauenerweckenden Kamelhinterns.

Renard hasste Kamele. Diese Abneigung rührte von jenem Zwischenfall während seines ersten Aufenthalts in St. Simeon vor vier Jahren her. Damals hatte ihm eines dieser Tiere ekligen grünen Schleim auf die Tunika gespuckt und versucht, ihn an einer Wand zu zerquetschen. Plötzlich blieb das Biest stehen, das ihm derzeit die Sicht versperrte. Renards Hengst legte die Ohren flach an den Kopf, bäumte sich leicht auf und schwenkte den Körper seitwärts, um einen Zusammenprall zu vermeiden. Der Beduine, der das Kamel ritt, stieß zwischen schwarzen Zähnen einen Fluch hervor und schlug mit einem dünnen Stachelstock auf das Tier ein. Seelenruhig begann es seinen Darm zu entleeren. Auch Renard fluchte, als er Gorvenal nach hinten lenkte, in sichere Entfernung.

William de Lorys, ein Ritter in seinem Gefolge, faltete die kräftigen braunen Finger über seinem Sattelknauf und grinste breit. Und Ancelin, Renards riesiger englischer Schildträger, kicherte in den blonden Bart, bis ihm Lachtränen kamen. Der Blick, den Renard den beiden zuwarf, steigerte ihre Belustigung noch, und hinter ihnen bezähmten einige seiner Soldaten mühsam ihren Lachreiz.

Das Kamel trottete weiter. Plump bewegten sich die großen flachen Füße. Renard schnalzte mit der Zunge, und der Hengst Gorvenal tänzelte widerstrebend dahin, irritiert angesichts des Kamels und der gewaltigen Menschenmenge in der Stadt, über der drückende Hitze lag.

Ein Bettler hielt den eiternden Rest eines Arms vor Renards Gesicht und flehte winselnd um Geld. Ein anderer zeigte ihm leere Augenhöhlen und eine verstümmelte Nase. Das alles hatte er schon oft genug gesehen und gehört, und er war zu ungeduldig und reisemüde, um etwas anderes zu empfinden als Ärger. Vier Jahre in Levante, dachte er. Manchmal erschienen sie ihm wie vierzig. Zwischen den Grenzbergen seiner Heimat und St. Simeon im nördlichen Syrien hatte er nicht nur Meere und Gebirgsketten überquert, sondern auch die Trennlinie zwischen Jugend und Reife. Ein rastloser Dreiundzwanzigjähriger am Hof seines Großvaters König Henry, hatte er Raymond von Poitiers getroffen, einen Gleichgesinnten. Und als Raymond nach Levante aufgebrochen war, um Fürst von Antiochien zu werden, hatte Renard das Kreuz genommen und ihn begleitet.

Beim Abschied hatten seine Mutter und die Schwester geweint. Aber sein Vater - ein scharfer Beobachter, dem nichts entging - hatte gemeint, jeder Mann habe das Recht, sich die Hörner abzustoßen, solange er was daraus lerne. Renard vermutete, dass er irgendwann auf seinem langen Weg etwas gelernt haben musste. Manchmal peinigte ihn die Rastlosigkeit immer noch, aber nun konnte er sie besser kontrollieren und nutzen.

Das Kamel, das einen Großteil seines Blickfelds ausfüllte, zwängte sich zwischen zwei Packeseln hindurch und in eine unglaublich enge Seitenstraße, die zum Suk führte. Erleichtert seufzte Renard auf, entspannte sich, an die Hinterpausche des Sattels gelehnt, und betrachtete seine Umgebung etwas duldsamer.

Sein Haus in der Stadtmitte, nahe dem Palast, war aus weißen, sonnengebleichten Steinen um einen kühlen Hof mit Feigenbäumen und einen Brunnen im syrischen Stil herumgebaut. In einem ummauerten Garten plätscherte ein weiterer Brunnen, umgeben von Blumenbeeten, Büschen und Zitronenbäumen mit dunklen Blättern. Früher hatte es einem Emir gehört. Das behauptete zumindest Johad, sein levantinischer Diener.

Als Renard nun abstieg und die Reitknechte angelaufen kamen, um die Pferde zu übernehmen, erschien Johad an seiner Seite. Er verneigte sich tief, lächelte

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