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Die griechische Tänzerin ... und andere Novellen von Schnitzler, Arthur (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 02.03.2014
  • Verlag: RUTHebooks
eBook (ePUB)
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Die griechische Tänzerin

Arthur Schnitzler - Die griechische Tänzerin
'Die griechische Tänzerin' ist eine Novelle von Arthur Schnitzler aus dem Jahre 1902. Der Erzähler spaziert nach dem Tod von Mathilde Samodeski in eine Wiener Villa, in deren Garten die Marmorstatue der griechischen Tänzerin steht und erzählt dieser die Geschichte von Mathilde S. ...
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Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 300
    Erscheinungsdatum: 02.03.2014
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783945667149
    Verlag: RUTHebooks
    Größe: 261kBytes
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Die griechische Tänzerin

Die Toten schweigen

Er ertrug es nicht länger, ruhig im Wagen zu sitzen; er stieg aus und ging auf und ab. Es war schon dunkel; die wenigen Laternenlichter in dieser stillen, abseits liegenden Straße flackerten, vom Winde bewegt, hin und her. Es hatte aufgehört zu regnen; die Trottoire waren beinahe trocken; aber die ungepflasterten Fahrstraßen waren noch feucht, und an einzelnen Stellen hatten sich kleine Tümpel gebildet.

Es ist sonderbar, dachte Franz, wie man sich hier, hundert Schritt von der Praterstraße, in irgendeine ungarische Kleinstadt versetzt glauben kann. Immerhin, sicher dürfte man hier wenigstens sein; hier wird sie keinen ihrer gefürchteten Bekannten treffen.

Er sah auf die Uhr ... Sieben und schon völlige Nacht. Der Herbst ist diesmal früh da. Und der verdammte Sturm.

Er stellte den Kragen in die Höhe und ging rascher auf und ab. Die Laternenfenster klirrten. "Noch eine halbe Stunde," sagte er zu sich, "dann kann ich gehen. Ah, ich wollte beinahe, es wäre so weit." Er blieb an der Ecke stehen; hier hatte er einen Ausblick auf beide Straßen, von denen aus sie kommen könnte.

Ja, heute wird sie kommen, dachte er, während er seinen Hut festhielt, der wegzufliegen drohte. Freitag, Sitzung des Professorenkollegiums, da wagt sie sich fort und kann sogar länger ausbleiben ... Er hörte das Geklingel der Pferdebahn; jetzt begann auch die Glocke von der nahen Nepomukkirche zu läuten. Die Straße wurde belebter. Es kamen mehr Menschen an ihm vorüber: meist, wie ihm schien, Bedienstete aus den Geschäften, die um sieben geschlossen wurden. Alle gingen rasch und waren mit dem Sturm, der das Gehen erschwerte, in einer Art von Kampf begriffen. Niemand beachtete ihn; nur ein paar Ladenmädel blickten mit leichter Neugier zu ihm auf. Plötzlich sah er eine bekannte Gestalt rasch herankommen. Er eilte ihr entgegen. Ohne Wagen? dachte er. Ist sie's?

Sie war es; als sie seiner gewahr wurde, beschleunigte sie ihre Schritte.

"Du kommst zu Fuß?" sagte er.

"Ich hab den Wagen schon beim Karltheater fortgeschickt. Ich glaube, ich bin schon einmal mit demselben Kutscher gefahren."

Ein Herr ging an ihnen vorüber und betrachtete die Dame flüchtig. Der junge Mann fixierte ihn scharf, beinahe drohend; der Herr ging rasch weiter. Die Dame sah ihm nach. "Wer war's?!" fragte sie ängstlich.

"Ich kenne ihn nicht. Hier gibt es keine Bekannten, sei ganz ruhig. Aber jetzt komm rasch; wir wollen einsteigen."

"Ist das dein Wagen?"

"Ja."

"Ein offener?"

"Vor einer Stunde war es noch so schön."

Sie eilten hin; die junge Frau stieg ein.

"Kutscher," rief der junge Mann.

"Wo ist er denn?" fragte die junge Frau.

Franz schaute ringsumher. "Das ist unglaublich," rief er, "der Kerl ist nicht zu sehen."

"Um Gotteswillen!" rief sie leise.

"Wart einen Augenblick, Kind; er ist sicher da."

Der junge Mann öffnete die Tür zu dem kleinen Wirtshause; an einem Tisch mit ein paar anderen Leuten saß der Kutscher; jetzt stand er rasch auf.

"Gleich, gnä' Herr," sagte er und trank stehend sein Glas Wein aus.

"Was fällt Ihnen denn ein?"

"Bitt schön, Euer Gnaden; i bin schon wieder da."

Er eilte ein wenig schwankend zu den Pferden. "Wohin fahr'n mer denn, Euer Gnaden?"

"Prater, Lusthaus."

Der junge Mann stieg ein. Die junge Frau lehnte ganz versteckt, beinahe zusammengekauert, in der Ecke unter dem aufgestellten Dach.

Franz faßte ihre beiden Hände. Sie blieb regungslos. "Willst du mir nicht wenigstens guten Abend sagen?"

"Ich bitt dich; laß mich nur einen Moment, ich bin noch ganz atemlos."

Der junge Mann lehnte sich in seine Ecke. Beide schwiegen eine Weile. Der Wagen war in die Praterstraße eingebogen, fuhr an dem Tegethoff-Monument vorüber, und nach wenigen Sekunden flog er die breite, dunkle Praterallee hin. Jetzt umschlang E

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