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Die Grille, Ein ländliches Charakterbild von Birch-Pfeiffer, Charlotte (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 11.08.2015
  • Verlag: OTB eBook publishing
eBook (ePUB)

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Die Grille, Ein ländliches Charakterbild

Charlotte Karoline Birch-Pfeiffer ( 23. Juni 1800 in Stuttgart, 25. August 1868 in Berlin) war eine deutsche Schauspielerin und Schriftstellerin. Die schreibende Schauspielerin aus Stuttgart beherrschte mit Ihren Stücken das deutschsprachige Theater des 19. Jahrhunderts. Neben einigen selbst erdachten Dramen widmete sie sich vor allem der Neufassung literarischer Klassiker, die sie in einer modernen Version auf die Bühne brachte, so zum Beispiel "Der Glöckner von Notre Dame" (nach Victor Hugo) und "Die Waise aus Lowood" (nach Charlotte Brontë). Ein besonderer Publikumserfolg war das Mädchenschauspiel "Die Grille" (1856), welches auf einer Erzählung George Sands basiert und den Leser in das ländliche Frankreich entführt. Erzählt wird die Geschichte der jungen Fanchon, ein armes und geächtetes Waisenmädchen, dem es dennoch gelingt, die Herzen der beiden wohlhabenden Bauernjungen Landry und Didier zu erobern. (Auszug aus Wikipedia und Amazon Buchbesprechung)

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: none
    Seitenzahl: 78
    Erscheinungsdatum: 11.08.2015
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783958640009
    Verlag: OTB eBook publishing
    Größe: 263 kBytes
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Die Grille, Ein ländliches Charakterbild

Erster Auftritt.

Wohlhäbiges Bauernzimmer .

Mittelthür. Seitenthür rechts. Rechts hängt eine große Schwarzwälder Uhr, darunter steht ein Tisch, mit bunter Decke bedeckt. Links vorn ein Fenster, das offen steht. Rechts und links im Vordergrund Holzstühle und ein Schemel.

Rechts und links wird vom Schauspieler aus angenommen.

Mutter Barbeaud . Vater Barbeaud .

Mutter (in der Tracht einer reichen Bäuerin, steht am Fenster links vorn und sieht hinaus, ist in großer Unruhe) . Es rührt sich nichts, kein Landry und kein Didier zu sehen! Mein Gott, welches Leid bereitet mir der Junge!

Vater (stattlicher Sechziger, reicher Bauer, Hauskleid, aus einer kurzen Pfeife rauchend, kommt aus der Seitenthür rechts) . Na, Mutter, dein Nesthäkchen noch nicht da?

Mutter . Ach lieber Gott - nein! Der Landry ist nun wohl eine Stunde nach ihm aus - er scheint ihn auch nicht zu finden!

Vater (setzt sich auf den Stuhl rechts) . Thue nur nicht so jammervoll, Mutter, als ging's ans Leben! Der Didier ist ein eigensinniger Schlingel - wer weiß, was für eine Narrheit dem Jungen wieder im Kopfe steckt.

Mutter (die Hände faltend) . Das ist's ja eben. Fortbleiben, einen ganzen Tag! Hat man so etwas schon von dem sanften jungen Blut erlebt?

Vater (ärgerlich) . Aber was ist denn eigentlich vorgegangen?

Mutter . Weiß ich's? Didier war schon lange still und traurig, er konnte sich nicht darein finden, daß sein Bruder Landry bei dem Vetter Caillard in der Priche arbeitet und nicht mehr bei uns wohnt. Die Leute hatten recht, die immer sagten: " Zwillinge dürfe man nicht trennen."

Vater (beständig rauchend) . Bah, das ist dummes Zeug! Zwillinge sind Menschen wie alle anderen und müssen deshalb leben lernen wie die anderen. Darum that ich auf des Herrn Pfarrers Rat die Bursche auseinander, da sie nun schon mannhafte Kerls sind - mußten sich endlich einmal an Trennung gewöhnen. Der Landry ist ein tüchtiger Bauer, wie es unser Schlag immer war; aber der Didier ist ein schwächliches verzogenes Milchgesicht, das sich einbildet: Jeder soll ihm zu Willen sein!

Mutter (eifrig) . Und wer denn hat ihn verzogen?

Vater (bläst den Rauch von sich) . Na, wir haben beim Verziehen beide unsere Schuldigkeit gethan. (Ungeduldig.) Aber ich weiß deshalb noch immer nicht - warum er seit gestern nicht zum Vorschein kam.

Mutter (verzweifelt) . Ich weiß es ebenso wenig! Er war gestern abend ganz froh und rüstig nach der Priche hinüber gegangen, um Landry heimzuholen zum Saint-Andochefest. Didier kam spät, als du schon schliefst, zurück; er war still und blaß - und ich sah, daß er geweint hatte; ich frug, wo der Landry bleibe? "Hat noch Arbeit, kommt erst morgen abend heim!" damit ging er nach seiner Kammer. Heute mit dem Frühesten war er fort - diesen Mittag kam er nicht zu Tische heim. Der alte Pierre sah ihn nach der Binsenwiese die Schlucht hinabgehen - seitdem weiß niemand, wo er geblieben.

Vater (seine Unruhe verbergend) . Nun, und was meinte denn der Landry, als der heute von der Priche kam?

Mutter . Er erschrak, daß er blaß wurde, und als ich sagte: "Ist etwas vorgefallen, habt ihr euch vielleicht gezankt?" - wurde er blutrot und rief: "Mutter, werde ich mich mit meinem Zwillingsbruder zanken?" Dann lief er ganz desperat fort, ihn zu suchen und - -

Die Vorigen . Der Zwilling Landry , ein blühender Jüngling, in reicher kleidsamer Bauerntracht. sehr niedergeschlagen, kommt durch die Mitte. Dann Fanchons/spa

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