text.skipToContent text.skipToNavigation
background-image

Die Hüterin - Das Erbe der Schlange Historischer Roman von Korber, Tessa (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 30.09.2016
  • Verlag: Bastei Lübbe AG
eBook (ePUB)
4,99 €
inkl. gesetzl. MwSt.
Sofort per Download lieferbar

Online verfügbar

Die Hüterin - Das Erbe der Schlange

Zwei legendären Völkern droht der Untergang - kann das Erbe der Schlange sie retten?

Für die Templer sind sie Heiden, die kein Recht haben zu leben: Rowenas Waldvolk und Cedrics Küstenvolk, die friedlich an der britischen Küste leben. Als der Ritterorden Ansprüche auf ihre Insel erhebt, droht ihnen die Vernichtung. Rettung verspricht einzig ein geheimnisvoller Schatz, von dem die Lieder des Küstenvolks erzählen. Er soll in einem vergessenen Tempel liegen, bewacht von einer legendären Schlange. Doch wo verbirgt sich das mythische Heiligtum? Erhalten die seit Jahrhunderten weitergegebenen Lieder auch den Schlüssel zu seinem Versteck? Die Zeit drängt, und Rowena und Cedric machen sich auf die Suche. Werden sie den Schatz finden und damit ihre Heimat vor dem sicheren Untergang bewahren?

Die Legende von Rowena und Cedric geht weiter! Lesen Sie jetzt die Fortsetzung zu 'Die Hüterin: Das vergessene Volk' als eBook bei Bastei Lübbe.

Romane dieser Reihe:

Die Hüterin: Das verborgene Volk

Die Hüterin: Das Erbe der Schlange

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: none
    Seitenzahl: 384
    Erscheinungsdatum: 30.09.2016
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783732530359
    Verlag: Bastei Lübbe AG
    Größe: 1863 kBytes
Weiterlesen weniger lesen

Die Hüterin - Das Erbe der Schlange

1

Der Ruf "Wir sind verloren" flog über das Schiff, kaum zu hören gegen das wütende Brüllen der See. Und doch drang er ins Bewusstsein der verzweifelt kämpfenden Menschen und ließ sie einen Moment innehalten. Wie zur Bestätigung ihrer schlimmsten Befürchtungen überspülte im selben Moment eine Welle das Deck, nahm Eimer, Fässer, vom Sturm herabgebrochene Rahen und das Gewirr zerfetzter Takelage mit sich. Schwer neigte die Lady of Dover sich auf die Seite. Ein hoher Schrei ertönte, eine Hand griff ins Leere und wurde im letzten Moment gepackt. Ein Matrose starrte in den Abgrund, der sich für Augenblicke unter seinen Füßen auftat, mit dem ganzen Grauen desjenigen, der nicht schwimmen kann, ehe seine Mannschaftskameraden ihn zurück auf die Planken zogen.

Der Kapitän warf einen verzweifelten Blick in den Himmel, der ihnen in dieser Nacht jegliche Hilfe versagt hatte. Kein Stern war zu sehen; schwarzviolett türmten sich die Wolkenberge und zogen vor einem Mond dahin, der hie und da sein Licht auf den dunklen, gezackten Saum der Klippen warf, die viel zu nah vor ihnen aufragten, um noch eine Hoffnung zu erlauben. Er begriff es noch immer nicht. Sie mussten in der Dunkelheit Point Seal und den Fels des heiligen Andrew übersehen haben. In dem Glauben, die Landspitze der Robbenbucht noch vor sich zu haben, waren sie zu weit nach Nordosten abgekommen und hatten genau auf das Kliff am Ende der Bucht zugehalten. Die Flut war rückläufig; nicht nur der Wind, auch die Gezeiten würden sie auf die Felsen drängen, an denen schon so viele Schiffe gescheitert waren. Er fluchte.

Der Ort war berüchtigt, manchen galt er sogar als verhext. Wie hatte es nur geschehen können, dass sie hierher gerieten? Der Sturm brüllte auf, übersprühte ihn mit neuer Gischt und schlug weißen Schaum auf Wellen, die wie Wände vor ihnen aufragten. Das ist die Antwort , dachte er. Gegen dieses Toben ist Menschenkraft machtlos.

Vom Deck herauf erklang ein Choral. Dort hatten sich die Passagiere zusammengedrängt, in Erwartung des Kommandos, dass jeder für sich selbst verantwortlich wäre und sein Heil oder Ende suchen konnte, wo er wollte, im Wasser oder in den Trümmern des Schiffes. Dünn, vom Wind zerfetzt, wehten die Stimmen herauf. Ja, singt nur , dachte der Kapitän und bekreuzigte sich, um gleich darauf seinem Steuermann in den Arm zu fallen, der das Rad in diesem Moment sich selbst überließ.

"Bist du wahnsinnig?", brüllte er. Sein Mund füllte sich mit Regen, der salzig schmeckte. "Halten, Mann, halten." Er griff in das wirbelnde Holzrad und verbiss sich den Schmerz, als die Holme mit Wucht gegen seine klammen Finger schlugen. Der Mann an seiner Seite ging in die Knie und fiel vornüber. Dem Kapitän blieb nichts, als den Körper mit dem Fuß so weit beiseitezuschieben, dass er selbst festen Stand hatte. Wild kurbelnd schaffte er es, das Schiff, das gefährlich Schlagseite bekommen hatte, wieder so in den Wind zu drehen, dass es sich aufrichtete und die nächste Welle halbwegs von vorne nahm. Sie überspülte alles mit kalter Gewalt, brachte das Lied zum Verstummen und löschte die Laterne, die wie ein letzter Funken Hoffnung vom Mast herab geblinzelt hatte.

Die nächste , dachte der Kapitän, die nächste ist unser Ende. Der Mann zu seinen Füßen, der sich wie ein Tier zusammengerollt hatte, betete in abgehackten Sätzen.

Da riss die Wolkenwand für einige Momente auf. Kaltes Mondlicht ergoss sich über die Küste, eine schwarze, schrundige Wand, über dessen kahle Kante der Sturmwind fegte. Weiter unten leuchtete das schmale Band eines Strandes, von Felsen durchzogen, auf denen man am nächsten Morgen ihre Leichen finden würde. Es gab kein Entrinnen. Jetzt , beschloss der Kapitän, und er trat vor, um den Passagieren an Deck zuzurufen, dass der Moment gekommen war. Jeder für sich selbst, so lautete die Parole. Wenn sie jetzt nach Fassda

Weiterlesen weniger lesen

Kundenbewertungen