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Die Halligärztin Roman von Johannson, Lena (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 10.03.2017
  • Verlag: Ullstein
eBook (ePUB)
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Die Halligärztin

Inselärztin auf Pellworm! Das klingt für Wiebke Klaus nach Sonne, Nordseestrand, Gischt und Wind. Nach dem perfekten Klima für ihre asthmakranke Tochter Maxi und nach einem Neustart, weit weg von Berlin. Doch nicht alle Einwohner sind davon begeistert, dass der alte Inseldoktor eine tatkräftige junge Nachfolgerin bekommt, die sich auch noch mit der Hebamme anlegt. Beinahe will Wiebke wieder die Koffer packen - doch da ist der Schwimmmeister Tamme, mit dem sich der Sommer plötzlich so leicht anfühlt ... Kann Wiebke der spröden Insel noch eine Chance geben? Lena Johannson war ein Jahr lang Halligschreiberin auf Hooge im Wattenmeer vor der Westküste Schleswig-Holsteins. Sie lebt mit ihrem Mann an der Ostsee in der Nähe von Lübeck. Ihr Mann versorgt sie mit Kraft und Energie, die Ostsee und ein stattlicher Garten geben ihr Ruhe und Inspiration.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 416
    Erscheinungsdatum: 10.03.2017
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783843713917
    Verlag: Ullstein
    Größe: 2339 kBytes
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Die Halligärztin

2

"Wenn Sie meinen, Herr Doktor." Dethlefsen schob eine sehr kräftige Dame mittleren Alters aus dem Behandlungszimmer. "Aber wenn ich hier drücke", sie legte zwei Finger neben den Bauchnabel, "dann tut's weh."

"Dann drücken Sie nicht!", gab der Arzt zurück. Er blickte in Wiebkes Richtung, kniff die Augen wieder so merkwürdig zusammen, wie er es am Vortag schon getan hatte, und machte ein paar Schritte auf sie zu. Die mollige Patientin verabschiedete sich scheu und ging.

"Moin, Dr. Dethlefsen. Wir haben uns zwar schon gesehen, aber ich wollte doch noch mal ganz offiziell hallo sagen. Haben Sie etwas von dem Motorradfahrer gehört?"

"Nein. Ist ja auch nicht mehr meine Sache. In Niebüll ist er in den besten Händen. Um den brauchen Sie sich keine Sorgen zu machen."

Wiebke nickte. "Ich wollte mal fragen, wann es Ihnen wegen der Übergabe passt."

"Na, mal nicht so schnell mit den jungen Pferden." Er lachte sie freundlich an.

"Ich will nicht hetzen, verstehen Sie mich nicht falsch. Ich wollte nur nachfragen, wann es Ihnen passt, die Einzelheiten zu besprechen."

"Bitte?"

"Ich wüsste nur gerne, wann Sie sich die Zeit nehmen können, mit mir die Einzelheiten zu klären", wiederholte sie lauter. "Sie wollen bestimmt recht bald Ihren wohlverdienten Ruhestand genießen. Aber ein paar Tage werde ich Sie noch brauchen, bis ich mich zurechtfinde."

"Sie machen das schon." Er legte den Kopf leicht schief. "Ein paar Tage wird es allerdings dauern, da haben Sie recht. Na, nach gut vierzig Berufsjahren kommt es auf ein paar Tage mehr oder weniger wohl nicht an."

"Über vierzig Jahre! Das ist eine stolze Leistung." Sie nickte anerkennend. Dann fiel ihr etwas ein. "Sagen Sie, die Frau da eben ..."

Er sah sich irritiert um. "Wo neben?"

"Da eben", wiederholte sie laut und besonders deutlich.

"Ach, die!" Er machte eine wegwerfende Handbewegung.

"Die Stelle, auf die sie gezeigt hat", begann Wiebke, "das könnte eine entzündliche Darmerkrankung sein, meinen Sie nicht?"

Er schüttelte den Kopf. "Die hat immer was. Jeden Tag was Neues." Er seufzte. "Nee, nee, die ist kerngesund." Er tippte sich an die Schläfe. "Das Problem liegt woanders, wenn Sie verstehen."

"Sollte man vielleicht trotzdem abklären", meinte Wiebke leise.

"Ja, da haben Sie allerdings recht, die muss dringend abnehmen."

"Sie tragen kein Hörgerät, oder?" Da war es heraus, ehe sie sich eine diplomatischere Formulierung einfallen lassen konnte.

Seine Augen verengten sich zu Schlitzen. "Nein, hilft das neuerdings bei Leuten, die nuscheln?"

Sie hatte es geahnt, sie war mitten in das Fettnäpfchen hineingehüpft. "Nein, wohl kaum. Ich hatte aber den Eindruck, dass Sie ..." Weiter kam sie nicht.

"So, Sie haben einen Eindruck. Na, wenn der Sie mal nicht täuscht."

Das Gefühl hatte sie allmählich auch. Bei ihren letzten beiden Begegnungen hatte sie ihn eigentlich ziemlich sympathisch gefunden. Aber jetzt? Irgendwie hatte sie den Verdacht, dass es gut war, auf der Hut zu sein.

"Ich muss mich jetzt um meine Patienten kümmern. Wir sehen uns nachher. Um fünf ist die Sprechstunde zu Ende. Dann können wir uns darüber unterhalten, wie das mit der Übergabe mal laufen kann."

Mal laufen kann? Was sollte das denn heißen? Bisher war immer die Rede davon gewesen, dass sie nach ein oder zwei Wochen Einarbeitung die Praxis allein weiterführte, damit er sich endlich zur Ruhe setzen konnte. Sie schluckte den Ärger herunter. Wahrscheinlich hatte sie ihn nur falsch verstanden.

"Natür

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