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Die Heilerin von Worms Historischer Krimi von Eder, Susanne (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 29.01.2016
  • Verlag: Edel Elements
eBook (ePUB)
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Die Heilerin von Worms

Worms 1067. Die Heilerin Garsende wendet sich mit einer dringenden Bitte an Burggraf Bandolf. Eine Patientin ist unvermutet gestorben, und in der Stadt werden böse Gerüchte über die Heilerin verbreitet. Garsende glaubt, dass das Mädchen vergiftet wurde, kann ihren Verdacht jedoch nicht beweisen. Bandolf kommt ihrer Bitte gerne nach und fängt an, Fragen zu stellen, aber dann fordert ein anderes Ereignis seine ganze Aufmerksamkeit: Reginhard von Köln, Propst des Domstifts, wird tot aufgefunden. Garsende beginnt nun selbst mit Nachforschungen und kommt einer gefährlichen Intrige auf die Spur ...

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: none
    Seitenzahl: 512
    Erscheinungsdatum: 29.01.2016
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783955307998
    Verlag: Edel Elements
    Größe: 3213 kBytes
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Die Heilerin von Worms

Prolog

Isenburg, März im Jahre des Herrn 1028

E in Schrei, der ihr durch Mark und Bein ging, schreckte Odarike aus dem Schlaf.

Süßer Jesus, was war passiert? Mit klopfendem Herzen setzte sie sich auf, schlug fröstelnd die Arme um ihre bloße Brust und starrte in das Halbdämmer der Schlafkammer.

Wer in aller Welt hatte so fürchterlich geschrien? Agino?

Noch im selben Moment, als sie einen raschen Blick neben sich warf und das schummrige Nachtlicht ihr den leeren Platz an ihrer Seite zeigte, fiel ihr ein, dass ihr Gatte die Burg schon vor Tagen verlassen hatte. Mit großem Gefolge war er nach Aachen gezogen, um der Wahl von Kaiser Konrads Sohn zum Thronfolger beizuwohnen.

Noch immer hallte der markerschütternde Schrei in ihren Ohren nach, doch so angestrengt Odarike auch lauschte, konnte sie nur die vertrauten nächtlichen Geräusche hören: die regelmäßigen Atemzüge ihres Kindes, das in der Wiege zu ihrer Rechten schlummerte. Das leise Schnaufen der Magd zu Füßen der Bettstatt. Ein gelegentliches Knarren im Gebälk der Decke.

Allmählich dämmerte ihr, dass der Schrei nur ein Traum gewesen sein konnte, ein Alp, der sie im Schlaf verfolgt hatte. Aber warum wollte dann das unruhige Flattern in ihrem Magen nicht weichen?

Für einen Augenblick erwog Odarike, die Magd zu wecken, damit sie unten in der Halle nach dem Rechten sähe, schlug dann aber die Felle zurück und griff nach ihren Gewändern. So unruhig, wie sie war, würde sie ohnehin nicht mehr einschlafen können. Da konnte sie auch selbst nachsehen.

Rasch schlüpfte sie in Untergewand und Schuhe, streifte das winterwollene Obergewand über und schlang den Gürtel um ihre Hüfte. Als sie schließlich nach dem Nachtlicht griff, ließ ein Klimpern sie heftig zusammenzucken, und vor Schreck biss sie sich auf die Lippe. Muttergottes! Was für ein übler Nachtmahr mochte das gewesen sein, der sie im Traum heimgesucht hatte, wenn schon das vertraute Geräusch des Schlüsselbundes an ihrem Gürtel sie derart aus der Fassung brachte?

Die Magd schien von dem Klimpern nicht erwacht zu sein, und mit einem Blick in die Wiege überzeugte sich Odarike davon, dass auch ihr Sohn noch friedlich schlief.

Der Anblick des Kleinen entlockte ihr ein Lächeln. Von seiner Felldecke hatte er sich freigestrampelt, lag zusammengerollt wie ein Kätzchen auf der Seite und umklammerte fest das Holzpferd, das einer der Knechte für ihn geschnitzt hatte - sein Lieblingsspielzeug, ohne das er nicht einschlafen mochte.

'Die Wiege ist ihm zu klein geworden', ging es ihr durch den Kopf, während sie behutsam die Felldecke um seine schmalen Schultern zurechtzupfte. Ihr Herz zog sich wehmütig zusammen. Allzu bald schon würde sie ihn aus ihrer Obhut entlassen müssen. Dabei erschien er ihr noch viel zu zart und zu zerbrechlich, um zu lernen, was er lernen musste, damit er sich in dieser Welt der Wölfe würde behaupten können. Wie sollten diese kleinen Hände jemals ein Schwert tragen, diese schmalen Schultern die Last eines Kettenhemdes? Odarike unterdrückte ein Seufzen. Nichts anderes war ihm bestimmt, und alsbald würde die Härte des Kriegers den empfindsamen Ausdruck aus dem Gesichtchen vertreiben, das dem ihren so sehr glich.

Ob Agino je ...?

Als hätte sie den Gedanken laut ausgesprochen, presste sich Odarike erschrocken die Hand vor den Mund und schüttelte heftig den Kopf. An dieser Wunde würde sie niemals rühren. Das hatte sie vor dem Altar der Jungfrau geschworen!

Widerstrebend riss sie sich von der Wiege los und verließ leise die Kammer.

Abgesehen vom gedämpften Jaulen des Windes, der stets um das Gemäuer der Burg pfiff und Einlass durch die kleinsten Ritzen fand, herrschte auch auf dem schmalen Gang, der von der Schlafkammer zur Treppe führte, noch nächtliche Stille.

Vorsichtig setzte Odarike einen Fuß vor den anderen. Der Steinboden war uneben, und das Nachtlicht in ihrer Hand trug nich

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