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Die hemmungslosen Sieben (Teil 6) von Larus, Benjamin (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 11.02.2013
  • Verlag: Club der Sinne
eBook (PDF)
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Die hemmungslosen Sieben (Teil 6)

Benjamin staunt nicht schlecht, als Guido ihn vom Büro abholt und ihm einen klaren Wunsch von Sven, dem Ausrichter der legendären Jack-Off-Party, übermittelt: Er soll dem kernigen Typen schlichtweg mit seinem Hintern zu Diensten sein - warum aber erregt es unseren viel begehrten Abenteurer doppelt, dass sein Liebhaber dafür bezahlt werden soll?

Produktinformationen

    Format: PDF
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 61
    Erscheinungsdatum: 11.02.2013
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783955279943
    Verlag: Club der Sinne
    Größe: 1361 kBytes
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Die hemmungslosen Sieben (Teil 6)

Wie lange blinkte der Cursor links oben auf dem Bildschirm nun schon vor sich hin, ohne dass etwas geschah? Keine Ahnung. Es müssen etliche Minuten gewesen sein, in welchen ich ihn mit zunehmendem Widerwillen angestarrt hatte, ohne dass sich meine unschlüssig auf der Maus ruhende Rechte auch nur einmal in Richtung Tastatur bewegt hätte.

Es war Korrespondenz abzuarbeiten, und ganz konkret kam mir in diesem Fall die Aufgabe zu, die durchaus berechtigte Beschwerde eines Hauseigentümers so zu beantworten, dass er sich ernst genommen fühlen, vor allem aber von weiterem Gemecker oder gar rechtlichen Schritten absehen und uns zudem als langjähriger Kunde erhalten bleiben würde. Meine Stärken lagen in solchen Fällen eher im persönlichen Kontakt (was mittlerweile auch die Geschäftsführung erkannt hat, aber dazu muss ich ein anderes Mal mehr erzählen), heute jedoch kam ich nicht um eine schriftliche Ausformulierung herum. Auch das stellt mich normalerweise nicht vor unlösbare Probleme, trotzdem saß ich jetzt wie gelähmt auf meinem Platz und vermochte partout keinen Einstieg zu finden. Eine regelrechte Blockade!

Was war heute nur mit mir los? Na ja, an sich hatte ich damit rechnen müssen, dass mich spätestens an meinem Arbeitsplatz jene nagenden Gedanken wieder einholen würden, die sich am Freitagabend mit unvermittelter Plötzlichkeit bemerkbar gemacht hatten und vor denen ich das Wochenende über erfolgreich davongelaufen war. Was tat ich hier? Und dann: Wollte ich es tatsächlich so lange tun, wie man mich ließ?

Ich habe diejenigen unter meinen Schulkameraden immer bewundert - neidlos bewundert, muss ich dazusagen - die klare und zum Teil sehr anspruchsvolle Ziele für ihre Zukunft hatten und nach dem Abi mit großer Energie darangingen, diese zu erreichen. Soweit ich seither mitbekommen habe, sind einige von ihnen auf ihrem Weg auch schon ein beachtliches Stück weitergekommen. Ebenso sehe ich zumindest in der Theorie ein, dass der Broterwerb allein zeitmäßig einen derart großen Teil unseres Lebens einnimmt, dass sich keiner dessen Auswahl zu leicht machen darf. Ob man allerdings tatsächlich, wie es mir mein damals bester Freund in einer unvergesslich heftigen Diskussion einst plausibel zu machen versuchte, das zum Beruf machen sollte, was einem am meisten Spaß macht, was man am besten kann und woran richtiggehend das Herz hängt, davon war ich noch nie so ganz überzeugt.

Verliert das schönste Hobby nicht seinen Zauber, wenn man damit Geld verdienen muss, oder auch nur, wenn man es jeden Tag betreiben muss? Woher will man überhaupt wissen, ob die Vorlieben sich nicht irgendwann grundlegend wandeln? Und schließlich: Wenn nur Interesse und Talent die Berufswahl diktieren dürfen, was hätte ich persönlich dann werden sollen? Pornostar? Callboy? Da haben wir's doch schon: Müsste ich für Geld das tun, womit ich am liebsten meine Zeit zubringe und was ich am besten kann, würde es gewiss bald den Reiz für mich verlieren - spätestens nach den ersten, wahrscheinlich ernüchternden Erfahrungen mit der zahlungsbereiten Kundschaft!

Schon aus diesen Gründen hatte ich eigentlich recht bald meinen Frieden geschlossen mit einem Lebensmodell, nach welchem der Beruf nur zum Geldverdienen da ist und einen ansonsten nicht weiter ins Privatleben verfolgt. Leicht gesagt, ich weiß, und es steht außerdem zu vermuten, dass man mit dieser Einstellung nicht unbedingt Karriere macht. Bei mir kommen zu diesem grundsätzlichen Mangel an Ehrgeiz aber auch noch die äußeren Lebensumstände hinzu.

Als fünftes Kind und extremer Nachkömmling war ich für meine Eltern niemals, wie man vielleicht vermuten könnte, das verwöhnenswerte Nesthäkchen - nein, wie mir heute mehr denn je klar ist, kam ich in jeder Hinsicht äußerst ungelegen. Meine Kindheit hat das nach meinem Empfinden durchaus nicht verdüstert, aber wenn wir die Dinge einmal ganz nüchtern beim Namen nennen wollen: Für ein Studium oder irgendein

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