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Die Herren der Grünen Insel Roman von Brennan, Kiera (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 15.02.2016
  • Verlag: Blanvalet
eBook (ePUB)
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Die Herren der Grünen Insel

Vier Familien, sechs Jahre Krieg und eine einzige Krone Irland 1166: Die Grüne Insel ist in viele kleine Reiche zersplittert, die sich unerbittlich bekriegen. Könige fechten langjährige Fehden aus, und selbst die friedliebendsten Untertanen werden in den blutigen Machtkampf hineingezogen. Zugleich droht ein gemeinsamer Feind in Irland einzufallen: Henry Plantagenet will die Insel an sich reißen. Werden sich die Herren der Grünen Insel vereinen und sich gegen den König von England stellen? Und welche Rolle spielen der grausame Krieger Ascall und die von ihm entführte Caitlín in diesem Kampf um Macht und Blut? Kiera Brennan ist das Pseudonym einer erfolgreichen Bestsellerautorin, deren Romane bei zahlreichen deutschen Verlagen erschienen sind. Ihre Irland-Saga, beginnend mit dem Historienepos "Die Herren der Grünen Insel" und gefolgt von "Der Thron der Wölfe", spielt im Irland des Hochmittelalters - eine Epoche, die Brennan seit jeher fesselt. Während langer Irlandaufenthalte hat sie an Originalschauplätzen recherchiert und sich von der wildromantischen Landschaft der Insel inspirieren lassen.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 976
    Erscheinungsdatum: 15.02.2016
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783641103521
    Verlag: Blanvalet
    Serie: Die Irland-Saga .1
    Größe: 3530 kBytes
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Die Herren der Grünen Insel

1151

Ascall war sechs Jahre alt, als er zum ersten Mal tötete. Nichts in dieser Nacht hatte ihn darauf vorbereitet.

Es war eine lange Nacht, ebenso schwarz wie kalt, eine Nacht, wie sein Bruder Ailillán sie fürchtete. Er vermutete hinter den grauen Nebelschwaden Geister und hinter dem Wald, der die Burg Dún Fionn umgab, ein Heer verwunschener Söldner, die nicht wussten, dass sie längst dem Tode geweiht waren, und immer noch drohend ihre Waffen erhoben.

Ascall lachte den ein Jahr jüngeren Ailillán aus. "Ich zeige dir einen Ort, der zu warm ist, als dass sich Geister dort wohlfühlten."

"Woher weißt du denn, dass Geister Wärme hassen?", fragte Ailillán erstaunt.

Ascall gab keine Antwort, aber Ailillán folgte ihm trotzdem vom Haupthaus ins Freie. Der Nachthimmel schien aus Pech zu sein - zu zäh, um jemals wieder freundliches Sonnenlicht durchzulassen. Weiß hingegen war der Hauch vor ihren Mündern, als sie über den Hof rannten. Sobald sie den rötlichen Lichtschein der Fackeln zurückgelassen hatten, sahen sie nicht einmal mehr ihn. Ailillán stolperte immer wieder, Ascall nicht. Er kannte jeden Stein und jede Furche im Boden. Es gab kein Loch, in das er noch nicht gelugt, keine Ritze, in die er nicht seine Hand gesteckt, keinen Winkel, den er unerforscht gelassen hatte. Noch nie hatte er die Ringburg, auf der er geboren worden war, verlassen, erst recht nicht, seit ihr Vater Jahre zuvor in den Krieg gezogen war. Er, Ascall, sei nun der Herr, bis er wiederkomme, hatte dieser beim Abschied erklärt.

Bis jetzt gab es kein Lebenszeichen von Ultan von Toora, doch das hatte nichts zu bedeuten. Ascall war sicher, dass der Vater einfach noch nicht genügend Feinde getötet hatte. Kriegszüge dauerten schließlich nicht nur Wochen wie früher, sondern manchmal mehrere Jahre, und in dieser Zeit musste er Dún Fionn und die Menschen, die hier lebten, beschützen.

Immer weiter ließen sie das Haupthaus mit der großen Halle zurück, den Anbau an der nördlichen Längsseite, in dem ihre Mutter und ihre Tante schliefen, außerdem die Vorratskammern, die Grubenhäuser, Stall und Schmiede, Werkstätten, in denen Bronze und Blei verarbeitet wurden, und die Scheune, wo man im Sommer das Getreide drosch. Ascall hatte ein anderes Ziel, ein kleines Gebäude in der Nähe der kreisrunden Mauer, die einst auf der Spitze einer großen Kalksteinerhebung gebaut worden war und schon den Attacken der gefürchteten Wikinger standgehalten hatte. Die Wände dieser Hütte waren aus Flechtwerk errichtet und sorgfältig mit Lehm ausgestopft worden, sein Dach dick mit Reet gedeckt, sodass der kalte Odem der Nacht keinen Einlass fand.

Ailillán scheute die Dunkelheit, die sie im Inneren erwartete, mehr, als dass er die Wärme herbeisehnte. "Was willst du denn ausgerechnet hier?", fragte er zweifelnd und versteifte sich.

Ascall gab ihm einen Stoß. "Nun geh schon hinein."

"Dürfen wir das überhaupt?"

"Ich bin der Herr von Dún Fionn, ich darf alles."

"Die alte Úna hat gesagt, dass den O'Neills jetzt die Burg gehört, weil Vater ihr Gefangener ist. Sie hat auch gesagt, dass alle mächtigen Männer Geiseln halten, sonst wären sie schließlich nicht mächtig, und dass die Geiseln oft getötet oder geblendet werden."

Ascall packte Aililláns Hand so fest, dass sich seine Nägel ins weiche Fleisch des Daumenballens gruben. Der Bruder wimmerte.

"Sag nie wieder so einen Unsinn über Vater!", zischte Ascall.

"Dann sag du mir, wo wir hier sind!"

Ascall erklärte ihm, dass die Ernte meist feucht vom vielen Regen sei. Dass man das Getreide vor dem Dreschen und Mahlen erst in einem mit Lehm und Steinen ausgekleideten und mit Torf beheizten Ofen, den man sorn nenne, trocknen und härten müsse. Und dass sich dieser im Holzhaus befinde.

Als sie endlich eintraten, brannte kein Feuer darin, noch nicht einmal die roten Augen der Glut blickten ihnen entgegen, aber die Wände des Ofens

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