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Die Herren der Küste von Carrington, Ashley (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 11.04.2017
  • Verlag: hockebooks
eBook (ePUB)
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Die Herren der Küste

"Die Herren der Küste" - unter diesem Beinamen kennt man die einflussreichen Glenvilles. Ende des 19. Jahrhunderts haben sie sich in San Francisco ein mächtiges Schiffsimperium aufgebaut. Für ihren Erfolg schreckt die Familie vor nichts zurück. Die junge Krankenschwester Kate O'Hara, die sich in London in einen der Glenville-Erben verliebt, nachdem sie ihm das Leben gerettet hat, bekommt die Macht der Familie am eigenen Leib zu spüren. Doch die Glenvilles unterschätzen Kate, ihren Ehrgeiz - und vor allem ihren Wunsch nach Vergeltung. Schritt für Schritt baut sie sich ihr eigenes Firmenimperium auf, um der Familie schließlich als ebenbürtige Gegnerin wieder entgegenzutreten. Mit einer Gesamtauflage in Deutschland von fast sechs Millionen zählt Rainer M. Schröder alias Ashley Carrington zu den erfolgreichsten deutschsprachigen Schriftstellern von Jugendbüchern sowie historischen Gesellschaftsromanen für Erwachsene. Letztere erscheinen seit 1984 unter seinem zweiten, im Pass eingetragenen Namen Ashley Carrington im Knaur Verlag. Seinem unter diesem Pseudonym verfassten Roman "Unter dem Jacarandabaum" wurde die besondere Auszeichnung zuteil, von der Bundeszentrale für politische Bildung in der Broschüre "Das 20. Jahrhundert in 100 Romanen" (Stiftung Lesen/Leseempfehlungen Nr. 112) zu den 100 lesenswerten Romane der Weltliteratur des 20. Jahrhunderts gezählt zu werden. Rainer M. Schröder lebt an der Atlantikküste von Florida.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: none
    Seitenzahl: 555
    Erscheinungsdatum: 11.04.2017
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783957512130
    Verlag: hockebooks
    Größe: 1067 kBytes
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Die Herren der Küste

"Irgendwer muss verlieren, und nur Grünschnäbel
machen sich darüber Gedanken.
Nein, er brauchte weder an diese zu denken noch
an die Beiprodukte erfolgreicher Spekulation.
Du gewinnst - ein anderer muss verlieren, und nur
ein Grünschnabel macht sich darüber Gedanken."

Haben und Nichthaben

Ernest Hemingway

"Man kann einiges über das Wesen einer Epoche
lernen, indem man ihre gute Gesellschaft
studiert, denn diese Leute tun das, was die
große Masse wahrscheinlich gern täte, wenn
sie die Mittel dazu hätte."

Louis Auchincloss im Vorwort zu
Die Geschichte der amerikanischen Gesellschaft

von Dixon Wester
Erstes Buch

Februar 1894 - Mai 1896
1

Das Erste, was James Glenville bewusst wahrnahm, als er erwachte, war das kühle, feuchte Tuch, das sanft und seltsam vertraut über seine heiße Stirn fuhr. Doch diese fremde energische Stimme, die nun zu ihm drang - träumte er sie? Und das müde Seufzen, das Rücken eines Stuhles und das Geräusch einer ins Schloss schnappenden Tür, das einem kurzen Wortwechsel folgte, träumte er all das, oder gehörte es zur Wirklichkeit, in die er aus wirren Träumen wieder aufstieg wie ein Taucher aus der Tiefe der See? Durchdringender Fischgeruch war das Zweite, was James Glenville bewusst wahrnahm und sofort als real erkannte, denn seine Träume waren eine Welt ohne Farben und Gerüche.

Er öffnete die Augen und blickte in ein Gesicht, das rot, rund und fleischig wie eine reife Augusttomate war. Zwei klare Augen sahen ihn an, in einer beunruhigenden Mischung aus Mitgefühl und Verärgerung. Und plötzlich hatte er Angst.

"Krankenhaus?", stieß er mit belegter Stimme hervor. "Bin ich im Krankenhaus?" Ein heftiger Hustenanfall schüttelte seinen geschwächten Körper.

Emily Wilson sah die Angst in Mr. Glenvilles fiebrigen Augen, und sie meinte, die Angst richtig zu deuten. Nichts gegen Miss O'Hara und ihren Glauben an die segensreiche Einrichtung des Krankenhauses; aber sie selbst würden keine zehn Pferde in ein Haus bringen, das mit Kranken so vollgestopft war wie eine Tonne mit eingelegten Heringen. Sie dachte an ihren Laden an der Ecke von St. Mary-at-Hill und St. Dunstan's Lane. Im Krankenhaus wurden die Leute ihrer Meinung nach erst richtig krank. "Keine Sorge, Mr. Glenville", beruhigte sie ihn. "Sie sind in Ihrer Wohnung in der St. Dunstan's Lane. Oder sehe ich vielleicht wie eine Krankenschwester aus?"

Die Angst wich von ihm, sein Blick wurde klarer. Nun erkannte er sie: die dicke, redselige Fischhändlerin, die in der Parterrewohnung lebte, sich ausschließlich in schwere schwarze Wollstoffe kleidete und mit ihrem jüngsten Sohn das Fischgeschäft an der Straßenecke betrieb. "Nein, ganz und gar nicht, Mrs. Wilson."

"Das will ich auch meinen!", sagte Emily Wilson mit Nachdruck, erhob sich aus dem Lehnstuhl und ging zum Ofen.

Mr. Glenville wandte den Kopf zum Fenster. Das Licht, das von der Straße hereinfiel, war grau und trüb. Gelegentlich zog ein Nebelschleier vorbei. Er hörte das Rumpeln eines Fuhrwerkes und dann den hellen Glockenklang der Fischerkirche oben am Ende von St. Mary-at-Hill. Es war also noch früh am Morgen. Dem schwachen Licht nach hätte es aber ebenso gut auch früher Abend sein können. Die Fischhändlerin kam mit einem Emaillebecher zurück. "Hier, trinken Sie, damit Sie wieder zu Kräften kommen. Das hat Miss O'Hara für Sie gekocht."

"Was ist das?" Mr. Glenville war so schwach, dass er beide Hände brauchte, um den Becher zu halten.

"Hühnerbouillon. Wenn es nach mir gegangen wäre, hätten Sie eine anständige Fischsuppe bekommen. Aber ich wollte nicht mit Miss O'Hara streiten. Dabei gibt es nichts Besseres als eine kräftige Fischsuppe - ein wahres Lebenselixier! Nun ja, Miss O'Hara wollte nichts davon wissen." Mrs. Wilson zuckte die Achseln und sah aus, als ärgere sie sich noch immer über die Zurückweisung. "Nichts g

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