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Die Herrin der Savanne Eine Afrika-Saga von Garrigues, Eduardo (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 14.08.2013
  • Verlag: Aufbau Verlag
eBook (ePUB)
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Die Herrin der Savanne

Das Leuchten von Afrika. Jayta Humphreys ist die Tochter eines reichen Unternehmers aus New York. 1907 lernt sie in Dresden Hansheinrich von Wolf kennen, verliebt sich in ihn und lässt sich von seiner Begeisterung für Südwestafrika anstecken. Die beiden heiraten und wandern nach Namibia aus, um sich dort der Aufzucht reinrassiger Pferde zu widmen. Sieben Jahre verbringen sie in Afrika, bis der Erste Weltkrieg ihrem Abenteuer ein abruptes Ende setzt und ihre Liebe an Grenzen stößt. Sieben Jahre, in denen Jayta die Härten in einem vom Kolonialkrieg gezeichneten Land erfährt - und zugleich in die geheimnisvolle Welt einer faszinierenden Kultur eintaucht... Ein Roman, der auf wahren Begebenheiten beruht und alle Fans von 'Jenseits von Afrika' begeistern wird. EDUARDO GARRIGUES, geb. 1944, ist Schriftsteller, Diplomat und ein wahrer Afrika-Kenner. Mehrere Jahre war er als spanischer Botschafter u. a. in Namibia und Botswana tätig. Er hat bereits mehrere Romane veröffentlicht, darunter 'El canto del urogallo', für den er den Premio Café Gijón erhielt.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: none
    Seitenzahl: 576
    Erscheinungsdatum: 14.08.2013
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783841206497
    Verlag: Aufbau Verlag
    Originaltitel: La dama de duwisib
    Größe: 1894 kBytes
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Die Herrin der Savanne

ERSTES BUCH

Swakopmund

Das Kreischen der Seevögel über dem Schiffsdeck an jenem frostigen Morgen im April des Jahres 1907 kündete von der nahen Küste. Der Landstreifen lag hinter einer dichten Nebelwand, und der Kapitän der Windhuk hatte befohlen, die Motoren zu drosseln, aus Sorge, er könnte den Hafen von Swakopmund verfehlen. Doch er wagte es nicht, sich zu sehr der Küste zu nähern, aus Angst, auf eine der Klippen aufzulaufen.

Drei Wochen war es her, dass Hansheinrich und ich Hamburg mit dem Ziel Deutsch-Südwestafrika verlassen hatten - eine Reise, die zugleich unsere Hochzeitsreise war. Es kam mir immer noch seltsam vor, morgens neben diesem Koloss von Mann aufzuwachen. Obwohl wir die geräumigste Kabine mit der komfortabelsten Ausstattung gebucht hatten, passte mein Mann mit seinen langen Beinen nicht in das Ehebett. Zum Glück blieb Hansheinrich nach den Abendmahlzeiten am Tisch des Kapitäns noch auf, um sich an der Bar ein paar Gläschen zu genehmigen oder in der Offiziersmesse Karten zu spielen, während ich mich zurückzog und schon schlief beziehungsweise mich schlafend stellte, wenn er in die Kabine trat und sie mit seinem Geruch nach Zigarrenrauch und Cognac erfüllte.

Doch an den beiden letzten Tagen vor unserer Ankunft in Swakopmund trank mein Mann weder Alkohol, noch rührte er auch nur eine Karte an, und am Abend, bevor wir von Bord gingen, wanderte er bis spät in die Nacht auf der Kommandobrücke umher wie ein Löwe im Käfig. Es war das erste Mal, dass mein Mann auf südafrikanischen Boden zurückkehrte, nachdem er während der Hottentottenkriege in der Schutztruppe gedient hatte. Und so war es nicht verwunderlich, dass er eingedenk dessen, was ihm auf seiner ersten Reise an ebenjener Küste widerfahren war, nervös wurde, je näher wir unserem Ziel kamen.

In der Nacht vom 19. auf den 20. November 1904 war der Dampfer Gertrude Woermann , an Bord die Offiziere und Verstärkungstruppen für den Kampf gegen die Aufständischen sowie reichlich Kriegsmaterial und dreihundert Pferde, bei dichtem Nebel zwanzig Kilometer nördlich von Swakopmund auf Grund gelaufen. Obwohl es bei diesem Unfall keine Toten zu beklagen gab, ging doch ein Großteil der Ladung verloren, ebenso wie der Dampfer, der schließlich kenterte. Nur weil das Panzerschiff SMS Vineta der deutschen Kriegsmarine in Swakopmund, das die Verstärkungstruppen erwartete, unverzüglich zu ihrer Rettung herbeieilte, konnte eine schlimmere Katastrophe verhindert werden.

Gewiss war Hansheinrich unter diesen Voraussetzungen weniger um sein eigenes Schicksal und das des Dampfers besorgt als darum, was mit seinem Bestand von Pferden geschah, die im Frachtraum mitreisten. Er erzählte mir, als das Schiff anfing zu schlingern, hätten die armen Tiere die Gefahr gewittert und gescheut und verzweifelt mit den Hufen gegen ihre Boxen getreten. Glücklicherweise konnten auch die meisten der dreihundert Pferde in Sicherheit gebracht werden, indem man sie auf hölzernen Flößen ans nahe Ufer verfrachtete.

An dem Tag, als wir die Küste von Swakopmund erreichten, wurde ich morgens von merkwürdigen Geräuschen aus dem Flur unserer Kabine geweckt, und als ich das Licht anschaltete, sah ich die imposante Gestalt eines Mannes in Heeresuniform und Reitstiefeln mit den dazugehörigen Sporen. Ich erschrak, da ich meinen Mann in diesem Aufzug - der Uniform eines Artilleriehauptmanns der deutschen Kolonialmacht - zunächst nicht wiedererkannte. Hansheinrich war immerhin ein Meter achtundneunzig groß, von athletischer Statur, mit gleichmäßigen Gesichtzügen und graublauen Augen, passend zu dem graublauen Brustlatz seines Uniformrocks.

Als ich mich an Deck begab, tauchten nach und nach die Umrisse der Dünen aus dem Nebel auf und bald auch die Häuser von Swakopmund, als hätte ein Zauberspruch mitten in der Wüste eine kleine Stadt sprießen lassen. Anders als die von dichtem Busch umgebenen afrikanischen Dörfer, die wir währe

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