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Die Herrin des Großen Hauses von London, Jack (eBook)

  • Verlag: e-artnow
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Die Herrin des Großen Hauses

Protagonisten der Geschichte sind Dick Forrest und die Titelheldin, die 'Herrin des Großen Hauses'. Dicks Lebensgeschichte ist geradlinig, eine Geschichte eines anhaltenden Erfolges. Sein Leben kennt keine Härten und Abenteuer mehr, sondern ist ein Verwalten des Erworbenen und ein Leben im Überfluss. Paula, die Ehefrau Dick Forrests und die 'Herrin des Großen Hauses', fühlt sich von ihrem Ehemann vernachlässigt. Sie ist für ihn zur Selbstverständlichkeit geworden. Das Leben in dem großen Haus scheint unabänderlich seinen ewig gleichen Gang zu gehen. Im Großen Haus ist ein dauerndes Kommen und Gehen, viele Gäste besuchen das reiche Paar. Immer wieder verlieben sich männliche Gäste - erfolglos - in Paula, und was als leichtes Spiel begonnen hat, bekommt allmählich leichtfertige und unschöne Begleiterscheinen. Der Abenteurer Graham kommt als Gast in das Haus und fühlt sich sofort magisch zu Dicks Frau hingezogen. Aus der anfänglichen Tändelei entsteht eine tiefe Liebe Grahams zu Paula, die von Paula zunächst nicht erwidert wird. Im Laufe der Zeit fühlt sie sich jedoch immer mehr zu ihm hingezogen. Es scheint so, als hätte Paula, ihrer eintönig gewordenen Ehe müde geworden, gerade auf einen Mann wie Graham gewartet. Dick bemerkt zwar, was zwischen den beiden vorgeht, unternimmt aber in seinem Stolz nichts, denn beide Ehepartner haben eines gemeinsam: eine sonderbare Form des Stolzes, der darin besteht, das Schicksal herauszufordern. Die Liebe Paulas zu Graham wird bald zur verzehrenden Leidenschaft. Jack London (1876-1916) war ein US-amerikanischer Schriftsteller und Journalist. Er erlangte vor allem Bekanntheit durch seine Abenteuerromane Ruf der Wildnis und Wolfsblut sowie durch den mehrfach verfilmten Abenteuerroman Der Seewolf und den autobiographisch beeinflussten Roman Martin Eden. Diese Werke geben gleichzeitig eine Übersicht über die geographischen Räume, die er kannte: den arktischen Norden Nordamerikas (Klondike) zur Zeit des Goldrausches, Kalifornien und den Pazifik bzw. die Seefahrt auf diesem Ozean.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 198
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9788026884422
    Verlag: e-artnow
    Größe: 536 kBytes
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Die Herrin des Großen Hauses

Zweites Kapitel

Inhaltsverzeichnis

Die Zeit von neun bis zehn verbrachte Dick Forrest mit seinem Sekretär. Sie erledigten gemeinsam die Korrespondenz mit wissenschaftlichen Gesellschaften und allen möglichen Zuchtverbänden und landwirtschaftlichen Genossenschaften, an der ein gewöhnlicher, kleiner Geschäftsmann ohne Hilfe bis Mitternacht gesessen hätte.

Denn Dick Forrest war der Mittelpunkt eines Systems, das er selbst aufgebaut hatte, und auf das er im geheimen stolz war. Wichtige Briefe und Dokumente unterschrieb er selbst mit seiner unausgeglichenen Handschrift. Alle andern Briefe stempelte der Sekretär, der ferner im Laufe dieser einen Stunde die Antworten auf viele Briefe stenographierte. Nach Blakes persönlicher Meinung war seine Arbeitszeit länger als die seines Chefs, der aber - ebenfalls nach Ansicht Blakes - eine einzig dastehende Fähigkeit hatte, andere Leute zu beschäftigen.

Um Punkt zehn erschien Pittman, einer der Betriebsleiter, im Kontor, und Blake verschwand, mit Briefen, Dokumenten und Diktaphonwalzen beladen, in seinem Zimmer.

Von zehn bis elf kam ein ständig wechselnder Strom von Verwaltern und Betriebsleitern, alle geübt in der Kunst, sich kurz zu fassen und Zeit zu sparen, denn Dick Forrest hatte sie gelehrt, die Minuten, die sie bei ihm verbrachten, nicht mit Nachdenken zu vergeuden. Sie mußten vorbereitet sein, wenn sie Bericht erstatteten oder Vorschläge unterbreiteten. Bonbright, der Hilfssekretär, stellte sich stets um zehn Uhr ein, nahm Blakes Platz ein und schrieb mit seinem nie ruhenden Bleistift die hastig gewechselten Fragen und Antworten, Berichte, Vorschläge und Pläne nieder. Diese stenographischen Aufzeichnungen, die in zwei Exemplaren ins Reine geschrieben wurden, waren der Schrecken aller Verwalter und Betriebsleiter und zuweilen ihre Nemesis. Denn erstens hatte Forrest ein glänzendes Gedächtnis, und zweitens zeigte er ihnen gern, wie wertvoll die Aufzeichnungen Bonbrights waren.

War ein Verwalter fünf oder zehn Minuten bei ihm, so war er oft in Schweiß gebadet und vollkommen erledigt. Und doch stand Forrest die ganze Zeit unter Hochdruck und sprang sicher mit den zahllosen Einzelheiten der verschiedenen Betriebe um. Thompson, dem Obermaschinisten, erzählte er im Laufe von vier blitzschnellen Minuten, wo der Fehler des Dynamos für die Eismaschine des Großen Hauses steckte, gab Thompson die Schuld, diktierte Bonbright einen kurzen Brief mit Angabe von Kapitel und Seite des Bandes in der Bibliothek, der Thompson ausgehändigt werden sollte, sagte Thompson, daß Parkman, der Meiereiverwalter, in der letzten Zeit mit der Rohrleitung zu den Milchmaschinen unzufrieden gewesen war, und daß die Eismaschine in der Schlachterei nicht ihr gewohntes Quantum geliefert hatte. Jeder von ihnen war Spezialist, Forrest aber beherrschte jede Spezialität.

Um elf Uhr ging Wardman, sein Schafzuchtleiter, mit dem Bescheid, sich um halb zwölf mit Thayer, dem Aufkäufer von Idaho, einzustellen. Jetzt sollte er zunächst nach den Shropshire-Widdern sehen. Bonbright folgte ihm, und Forrest nahm eine vom Staate Iowa herausgegebene Broschüre über Schweinecholera zur Hand und begann zu lesen.

Bei seiner Größe und seinem Gewicht war Dick Forrest trotz seinen vierzig Jahren ein sehr stattlicher Mann. Seine Augen lagen grau und groß unter der vorspringenden Stirn, Wimpern und Brauen waren dunkel. Das Haar war dunkelblond, ins Kastanienbraune spielend, unter den etwas vorstehenden Backenknochen zeigten sich die Höhlen, die unbedingt zu diesem Gesichtstyp gehören. Die Kinnpartie war kräftig, ohne zu schwer zu wirken, die Nase gerade mit großen Nasenlöchern, das Kinn viereckig und entschlossen, ohne hart zu sein, und der Mund so weich wie der eines jungen Mädchens; doch konnten die Lippen zuweilen große Festigkeit verraten. Die Haut war glatt und sonnengebräunt, aber zwischen Brauen und Kopfhaar zeigte ein heller Streifen, wie weit i

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