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Die Herrin des Labyrinths Roman von Schacht, Andrea (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 14.02.2013
  • Verlag: Aufbau-Verlag
eBook (ePUB)
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Die Herrin des Labyrinths

Ein geheimes Vermächtnis. Nachdem ihre Mutter bei Unruhen in Ägypten umgekommen ist, wird Amanda von einer deutschen Familie adoptiert und wächst in Deutschland auf. Doch die vagen Erinnerungen an die ersten Lebensjahre führen dazu, dass sich sie ihr Leben lang mit der Frage beschäftigt: Wer bin ich? Nach einer gescheiterten Ehe und dem Tod ihrer Adoptiveltern lernt Amanda als erwachsene Frau eine alte Dame kennen, die sie bis zu deren Tod pflegt. Auf dem Sterbebett bittet Gita sie, das Kind ihrer seit Jahren verschollenen Tochter Josiane zu suchen, damit es sein Erbe antreten kann. Zögernd beginnt Amanda die beinahe aussichtslose Suche. Als einzige Hinweise erhält sie einen Brief, der die Nachricht über Josianes Tod enthält, eine alte Münze und ein seltsamen Rätselspruch... Ein Roman über Tanz, Liebe und die Frage, welchen Weg man gehen muss, um sich selbst zu entdecken. Andrea Schacht (1958-2017) hat zahlreiche historische Romane und Bücher, in denen Katzen eine Hauptrolle spielen, veröffentlicht. Als Aufbau Taschenbuch sind ebenfalls ihre Romane, "Tigers Wanderung", "Auf Tigers Spuren", "Hexenkatze", "Zauberkatze", "Schiffbruch und Glücksfall" und "Die Herrin des Labyrinths", 'Die keltische Schwester', "Der fliegende Weihnachtskater" und "Katzenweihnacht" lieferbar, als E-Book "Der Tag mit Tiger" "Die Katze mit den goldenen Augen" und "Weihnachtskatze gesucht". Mehr zur Autorin unter www.andreaschacht.de

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: none
    Seitenzahl: 368
    Erscheinungsdatum: 14.02.2013
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783841205544
    Verlag: Aufbau-Verlag
    Größe: 1456 kBytes
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Die Herrin des Labyrinths

KAPITEL 24

Die Grenze

Ich kann nicht behaupten, dass Halimas Bericht meine innere Ruhe gefördert hätte. Zu meiner äußeren hatte es auch nicht beigetragen. Als erste Konsequenz gab es wieder eine Auseinandersetzung mit Ulli, der sich über mein langes Ausbleiben geärgert hatte. Seine Vorwürfe trafen mich tief, denn es steckte eine unleugbare Wahrheit darin. Ich hatte seine Existenz schlichtweg vergessen.

"Seit du mit dieser Zappeltante zusammen bist, bin ich völlig unwichtig geworden", hatte er gefaucht. Eigentlich hatte ich ihm von meinen Vermutungen über meine Herkunft und Halimas Geschichte berichten wollen, aber er war viel zu wütend auf mich, und darum hüllte ich mich in trotziges Schweigen. Patrick hatte ihn auch wieder verärgert, erfuhr ich am nächsten Tag. Ulli hatte während seiner Abwesenheit den PC in seinem Zimmer benutzt und irgendetwas nicht richtig abgespeichert oder verändert. Patrick hatte sich ungewöhnlich heftig darüber aufgeregt und ein paar nicht wiedergutzumachende Bemerkungen losgelassen. Das war Ullis Bericht dazu, und da ich wusste, dass mein Sohn manchmal eine ausnehmend arrogante Art hatte, jemandem zu zeigen, für wie minderwertig er ihn hielt, verstand ich seinen Ärger. Ein Vermächtnis seines Vaters, wie ich nur allzu gut wusste. Patrick hüllte sich in störrisches Schweigen, als ich ihn zur Rede stellte, und weigerte sich, eine Entschuldigung auszusprechen. Ulli war auch nicht bereit, sich für sein ungefragtes Eindringen in Patricks Privatsphäre zu entschuldigen. Das wiederum machte mich ebenfalls ärgerlich, aber weil eine Annäherung der Standpunkte unmöglich und die Sache an sich banal war, ließ ich sie auf sich beruhen. Im Lichte der späteren Entwicklung hätte ich das besser nicht getan. Stattdessen schwankte ich zwischen Ärger und Mitleid, und diese Gefühlsmischung war natürlich kein Erfolgsrezept für ein Zusammenleben mit Ulli. Es gab immer häufiger Momente, in denen ich mich fragte, ob ich den Zustand nicht beenden sollte, und beinahe hätte dann ein heftiger Ausbruch das Ende unserer Beziehung abrupt herbeigeführt.

Nicole war am Mittwochabend vorbeigekommen und hatte ihre ganze Ausstattung dabei. Halimas Warnung schien mir nicht so wichtig zu sein, ich freute mich, dass sie mich besuchte.

"Hallo, hallo. Amanda, du hast doch deinen Keller jetzt ausgeräumt. Wollen wir nicht mal zusammen unten tanzen? Ich habe auch Musik mitgebracht."

Sie schwenkte zwei CDs und sprühte vor Unternehmungslust. Ich hatte ihr natürlich davon erzählt, dass ich inzwischen Platz und große Spiegelflächen hatte, und ihr angeboten, dort zu üben, wenn sie Lust hatte. Nicole kam zwar ein bisschen ungelegen, denn gerade war Ulli wieder so weit besänftigt, dass ich ihm von den vergangenen Verwicklungen erzählen wollte, aber dann überwog die Eitelkeit bei mir. Den Nachmittag hatte ich mit Näharbeiten an meinem neuen Kleid verbracht und es soweit geändert, dass es jetzt perfekt saß, wenn ich mich vor den Spiegel stellte. Aber man blieb ja nicht ruhig stehen in derartigen Kostümen, auch unter Belastung mussten BH und Gürtel halten und durfte der Rock nicht rutschen. Ich nahm also den CD-Player, und wir beide verschwanden im Keller, um uns umzuziehen.

"Wir brauchen noch etwas für die Atmosphäre!", sagte Nicole und stellte ein irdenes Schälchen auf. "Ich habe Räucherkegel mitgebracht."

Ein blaues Rauchfädchen kringelte sich aus der Schale und füllte den Raum mit Rosenduft. Es war nicht unangenehm, und als ich die helle Beleuchtung ausmachte und den Deckenfluter gedimmt einschaltete, verlor mein Kellerraum wirklich etwas von seiner Nüchternheit.

"Ich habe noch einen alten Perserteppich. Den werde ich demnächst hier auslegen", überlegte ich laut und schaltete den Player an. Dann drehte ich mich zu Nicole um, die mit geschlossenen Augen ein paar verblüffende Bewegungen machte.

"Was ist das denn für eine Stilrichtung? Turkish Trance?", fragte ich,

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