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Die Hexe von Tondern Roman von Köster-Lösche, Kari (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 01.06.2015
  • Verlag: dotbooks
eBook (ePUB)
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Die Hexe von Tondern

Eine grausige Zeit, in der niemand vor dem Scheiterhaufen sicher ist: 'Die Hexe von Tondern' von Kari Köster-Lösche als eBook bei dotbooks. Im friesischen Städtchen Tondern ist der 30-jährige Krieg noch allgegenwärtig: Verwüstungen, Hunger und Elend bestimmen das Dasein eines Jeden. Als dann auch noch die Pest ausbricht, herrscht blanke Todesangst. Ist es Gottes Strafe oder gar bösartige Hexerei? Aller Augen richten sich auf Kapitän Redlefsen, der neu in der Stadt ist. Aus dem besorgten Volk wird schnell eine blutgierige Meute, die nur eins will: Die Schuldigen sollen brennen! Redlefsen und seine junge Geliebte Inken geraten in den Strudel der grausamen Racheakte - und die Scheiterhaufen knistern schon ... Jetzt als eBook kaufen und genießen: 'Die Hexe von Tondern' von Kari Köster-Lösche. Wer liest, hat mehr vom Leben: dotbooks - der eBook-Verlag Kari Köster-Lösche, 1946 in Lübeck geboren, Tierärztin und Wikingerexpertin, hat einen Großteil ihrer Jugend im schwedischen Uppsala, dem Zentrum der nordischen Kultur, verbracht. Heute lebt und arbeitet sie als freie Autorin in Nordfriesland. Kari Köster-Lösche veröffentlicht bei dotbooks bereits die historischen Romane "Die Erbin der Gaukler", "Jagd im Eis", "Die Wagenlenkerin", "Hexenmilch", "Die Hexe von Tondern", "Die Reeder", "Die Heilerin von Alexandria" und das Kinderbuch "Stille Nacht, eisige Nacht" sowie zwei historische Romanserien: DIE WIKINGER-SAGA: Der Thorshammer. Band 1 Das Drachenboot. Band 2 Die Bronzefibel. Band 3 DIE SACHSEN-SAGA: Das Blutgericht - Erster Roman Donars Rache - Zweiter Roman Mit Kreuz und Schwert - Dritter Roman

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 362
    Erscheinungsdatum: 01.06.2015
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783958242593
    Verlag: dotbooks
    Größe: 810 kBytes
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Die Hexe von Tondern

Erster Tag

1. In Lügum

"Mutter, Inken ist hoffärtig und eitel."

Tade schüttelte den Kopf. Was war jetzt wieder los? Ständig nörgelte seine jüngste Tochter Petrine an Inken herum, seiner älteren. Petrine schlug überhaupt wenig nach ihm; wäre es nach Tade gegangen, hätte sie mehr Fleiß darauf verwendet, Nützliches zu lernen, wie schreiben und lesen.

Durch die geschlossenen Fensterläden hörte er ein Murmeln; seine Frau beschwichtigte das eifersüchtige kleine Mädchen mit sanften Worten. Mit verschränkten Armen blieb Tade stehen und betrachtete sein Haus. Es war sein Besitztum, von einem Baumeister aus Dithmarschen gebaut, der sein Handwerk weiter im Süden gelernt hatte. In dieser Gegend war es noch nicht üblich, zum Bau dörflicher Häuser gebrannte Ziegel zu verwenden, und so hatte Tade sich den Zorn seiner Nachbarn zugezogen.

Das Haus war gut und fest, ebenso wie der Stall. Bald würde Tade seine Ochsen hereinholen müssen. Noch waren sie draußen auf der Fenne, von der er nach seinem morgendlichen Rundgang soeben zurückkehrte. Als er durch die dunkle Diele zur Küche schritt, hörte er seine Frau Kaike hantieren und roch das Feuer, über dem der Brei köchelte.

"Ich gehe heute nach Tondern", verkündete Tade entschlossen, "besser wird das Wetter in den nächsten Tagen ganz sicher nicht. Ich muß unbedingt mit Arne Mickelsen wegen der Ochsen reden."

Kaike nickte mit einem tiefen Seufzer. Ihr Mann fühlte sich frei und unabhängig wie alle Friesen, und er beharrte darauf, die Ochsen, die er fett mästete, nach Gutdünken zu verkaufen. Es war nicht geradezu verboten; aber die Kaufleute der Stadt und der Graf betrachteten diesen Handel als ihr Privileg.

"Und die guten Schuhe! Darf sie die tragen?"

Kaike achtete vor lauter Besorgnis nicht auf ihre Zehnjährige. Ihr eigener Vater und Großvater hatten Ochsen gemästet und, wie es üblich war, an die Aufkäufer der Kaufleute abgegeben, die auch die Preise festlegten. In Lügum war Tade der einzige, der die Ochsen selbst verkaufte. Häufig mußte er sich die Anfeindungen der Männer anhören; sie selbst litt unter dem schweigsamen Mißtrauen anderer Frauen und fürchtete sich davor, daß die Obrigkeit ihren Mann eines Tages schärfer ins Auge fassen könnte.

"Ich dachte daran, Inken mitzunehmen."

Kaike schöpfte einen Löffel Brei in eine Holzschale und stellte sie auf den Tisch, während Tade den Kopf unter der schrägen Decke einzog und sich setzte. Ihre stille Besorgnis wuchs.

"Sie wartet schon so lange darauf, ihre Tante zu besuchen. Es wird sie freuen. Und Margaretha auch."

Petrine hob ihren Löffel und zeigte zur Tür, indes der Brei auf den Tisch kleckerte. "Mutter, Inken ist hoffärtig und eitel", wiederholte sie eigensinnig. "Sie hat schon wieder die roten Bänder! Und wie kann man sich nur auf einen Besuch bei der ollen Tante Margaretha freuen!"

"Petrinchen." Doch der Tadel von Kaike blieb milde. Den siegesgewohnten Blick ihrer jüngsten Tochter bemerkte sie nicht.

Inken stand reisefertig in der Tür zur Diele.

Sie hatte ihre Feiertagstracht angezogen und rote Bänder in die blonden Zöpfe eingebunden, die lose zum Kranz um den Kopf geschlungen waren. Kaike war überzeugt, daß Tade ihr vorher nichts gesagt hatte. Und trotzdem erschien sie nicht wie jeden Morgen in ihrer alltäglichen Kleidung. Wie so oft, versetzte die enge Beziehung zwischen Vater und Tochter Kaike in Erstaunen.

"Du sollst nicht falsch Zeugnis ablegen wider deinen Nächsten, du Betschwester", versetzte Inken. "Mutter würde mich nicht reisen lassen, wenn ich unvollständig angekleidet wäre."

"Inken", sagte Kaike entrüstet. "Sie ist deine kleine Schwester! Wenn du ihr gegenüber doch ein wenig christliche Duldsamkeit zeigen würdest!" Sie schaute ihre ältere Tochter bekümmert an. Inken schlug nach ihrem Vater, und das machte ihr Angst. Ein wenig mehr Demut und Frömmigkeit hätten ihr gut angestanden. Sie hätte l

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