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Die Hofmalerin von Riley, Judith Merkle (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 12.12.2017
  • Verlag: Bastei Lübbe AG
eBook (ePUB)
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Die Hofmalerin

Unterhaltsam, spannend und mysteriös

London, 1514. Völlig mittellos und auf sich allein gestellt beginnt die junge Witwe Susanna Dallet in einem Handwerk zu arbeiten, das eigentlich Männern vorbehalten ist: als Portraitmalerin. Doch die junge Frau hat Talent und ihre Kunst bringt sie bis an den Königshof. Als Mary Tudor mit dem französischen Thronfolger verheiratet werden soll, reist Susanna als Teil des Gefolges mit der zukünftigen Braut nach Frankreich, um sie zu porträtieren. Dabei gerät die Malerin in ein gefährliches Netz politischer Intrigen. Doch in Frankreich wartet auch das Glück ...

Enthält Informationen zu den historischen Gestalten im Roman, zu Porträtmalerinnen im England des 16. Jahrhunderts und zu Begriffen der Herrenmode und Malerei. Von Judith Merkle Riley, Autorin der erfolgreichen 'Margaret von Ashbury'-Trilogie.

Dieser historische Roman ist in einer früheren Ausgabe unter dem Titel 'Die Suche nach dem Regenbogen' erschienen.

eBooks von beHEARTBEAT - Herzklopfen garantiert.

Judith Merkle Riley (1942-2010) promovierte an der University of California in Berkeley in Philosophie und war Dozentin für Politikwissenschaft in Claremont, California. Von 1988 bis 2007 schrieb sie sechs historische Romane, die allesamt zu Weltbestsellern avancierten.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: none
    Seitenzahl: 568
    Erscheinungsdatum: 12.12.2017
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783732537235
    Verlag: Bastei Lübbe AG
    Größe: 1659 kBytes
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Die Hofmalerin

Kapitel I

An dem Nachmittag, an dem sich mein ganzes Leben änderte, regnete es, daher war ich auch auf nichts gefasst. Eigentlich sollte ich Regen mögen, weil ich nämlich um der Gerechtigkeit willen immer die Dinge lieber mag, auf die andere schimpfen. Damit will ich sagen, man sollte stets für einen Ausgleich sorgen. Wenn also jemand sagt: "Ist ihre Nase nicht hässlich", dann antworte man: "Aber dafür hat sie schöne Augen", und wenn jemand sagt: "Master Timmons ist ein Betrüger und ein Spitzbube", dann sage man: "Er soll jedoch sehr gut zu seiner alten Mutter sein." Gleichwohl kann ich Regen nicht viel abgewinnen. Er nimmt einem das Licht und macht, dass alles grau, ja sogar schimmlig wird, und nicht einmal in die Kirche kann man gehen, und so bekommt man auch nicht mit, wer neue Schuhe hat und wer sein Mieder nach der letzten französischen Mode umgeschneidert hat, da wegen des Wetters ohnedies niemand seine neuen Sachen anziehen würde. Und so vermiest einem der Regen alles, und mir vermiest er auch die Laune, und dabei sollte eine Frau immer heiter sein und ihrem Mann damit die schwere Bürde seines Tagewerks erleichtern. Zumindest steht das so im Rathgeber für das treffliche Eheweib , dem ich nacheifere, denn meine Mutter, die mir weisen Rat geben könnte, ist tot, und guter Rat ist teuer, vor allem da es Frauen den Priestern zufolge an Verstand mangelt. Aber sie sorgt über das Grab hinaus für mich, und das Buch, das sie mir vermacht hat, ist der Beweis dafür; es enthält viele kluge Gedanken und Beispiele, wie man ein Gott wohlgefälliges und bescheidenes Leben führt, und obendrein noch ein paar gute Rezepte für Seife.

An dem Tag jedoch, als die Fremden kamen, es war ein Tag gegen Ende März im Jahre des Herrn 1514, da hatte es seit fünf Tagen ohne Unterlass geregnet, fast konnte man es eine Sintflut nennen, und von diesen fünf Tagen war mein Mann schon drei in Geschäften unterwegs, und mich verlangte sehnlichst danach, an die frische Luft zu gehen.

"Ich kann Regen nicht ausstehen, Nan, ich kann ihn einfach nicht ausstehen. Das soll der Frühling sein? Es ist ja fast genauso kalt und dunkel wie im Winter, und nirgendwo ist auch nur eine Spur Grün zu entdecken, und außerdem halte ich es einfach nicht mehr in diesem beengten, kleinen Zimmer aus."

"Vergiss nicht, dass es ohne Regen keine Blumen gibt", sagte Nan auf ihrer Bank am Feuer und blickte von ihrem Strickzeug auf. Sie machte eine ernste Miene, doch die macht sie dauernd. Sie ist nämlich viel älter als ich, und Leute, die mager und alt sind und immer viel beten, die sind nun einmal ernst, weil sie die Sorgen des Lebens kennen und daher die Eitelkeiten dieser Welt durchschauen. Ich für mein Teil liebe die Eitelkeiten dieser Welt, aber Nan liebe ich auch, denn sie war, als ich klein war, meine Kinderfrau, und seit ich verheiratet bin, hilft sie mir im Haus oder, besser gesagt, mit den Zimmern. Es wäre unrecht, sie als Dienerin zu bezeichnen, auch wenn ich sie bezahle, das heißt, ich würde sie ja bezahlen, Ehrenwort, aber mein Mann gibt mir nicht genug Haushaltsgeld.

"Aber es ist dunkel, Nan. Alles ist so grau. Und dann das Pladder, Pladder, Pladder - das macht mich ganz verrückt! Ich muss wieder Vögel hören und mich mit jemandem unterhalten. Frühling! Ich will Frühling haben!" Ich beugte mich über die große mit Messing beschlagene alte Truhe meiner Mutter, in der einmal meine Aussteuer gelegen hat, und stieß die Fensterläden mit lautem Krach auf. Der Wind pfiff herein, und der Regen sprühte mir mitten ins Gesicht. Unter unserem Vorderfenster klapperte und schwankte das Schild mit der "Stehenden Katze" im peitschenden Regen. Der Rinnstein in der Mitte der Fleet Street war zum reißenden Bach geworden. Die leuchtend bemalten Häuserfronten wirkten grau und trübselig in dem Regen, der nur so vom Himmel herabrauschte. Keine Menschenseele draußen. Nur eine einsame Graugans stakste durch den Morast vor Master W

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