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Die Insel der geheimen Düfte Roman von Rose, Melisse J. (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 05.09.2013
  • Verlag: Aufbau-Verlag
eBook (ePUB)
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Die Insel der geheimen Düfte

Die dunkle Macht der Düfte. Auf der Insel Jersey kommt Jac L'Étoile einem unheilvollen Duft auf die Spur. Bereits die Kelten vertrauten in ihren Ritualen auf seine Kraft, und auch der große Dichter Victor Hugo wurde von seiner schicksalhaften Macht in den Bann geschlagen. Um das Geheimnis des Duftes zu entschlüsseln, muss sich Jac ihrer Bestimmung stellen - und gerät dabei selbst in tödliche Gefahr. Ein neues, spannendes Abenteuer um die Parfümeursfamilie L'Étoile. Melisse J. Rose schreibt und lebt mit ihrem Mann und ihrem Hund in Connecticut. Ihre Bücher erscheinen regelmäßig auf den Bestsellerlisten und wurden in neun Sprachen übersetzt. Für die Recherche zu diesem Roman tauchte sie ein in die Welt der Düfte, reiste unter anderem nach Grasse, zur Wiege aller Parfüms, und traf die berühmtesten Nasen der Branche. Im Aufbau Verlag liegen ihre Romane 'Das Haus der verlorenen Düfte' und 'Die Insel der geheimen Düfte' um die Parfümeursfamilie L'Etoile vor.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: none
    Seitenzahl: 464
    Erscheinungsdatum: 05.09.2013
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783841206794
    Verlag: Aufbau-Verlag
    Originaltitel: The Seduction of Victor H.
    Größe: 1803 kBytes
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Die Insel der geheimen Düfte

Eins

30. OKTOBER 1855

KANALINSEL JERSEY, GROSSBRITANNIEN

Jede neue Geschichte beginnt mit einem Schauder der Erwartung. An ihrem Ausgangspunkt ahnen wir schon, wohin sie uns führen wird, doch was uns schaudern lässt, ist der unentdeckte Weg dorthin. Diese absonderliche, seltsame Geschichte beginne ich am Meer. Seine Geräusche und Gerüche sind meine Satzzeichen. Seine Bewegungen meine Worte. Während ich schreibe, rennen Wellen zornig gegen die Küste an, und wenn sich das Wasser von den Felsen zurückzieht, sieht es aus, als weinten sie. Als wollte die Natur zum Ausdruck bringen, was in meiner Seele vor sich geht. Was ich nicht aussprechen, nur aufschreiben kann, nur heimlich und nur für dich, Fantine.

Dies ist die Geschichte eines Verlorenen. Eines Verbannten, der nicht nur seine geliebte Heimat, sondern seinen gesunden Verstand hinter sich ließ. Ich glaube, dass mir eine getreue und ehrliche Darstellung gelungen ist. Ob auch du es glauben wirst, kann ich nicht wissen. Doch wenigstens den Versuch schulde ich dir - den Versuch, mein Tun zu erklären und dir zu erhellen, wie dies alles zustande kam.

Die Geschichte nimmt ihren Anfang in Frankreichs Süden im September des Jahres 1843. Die erste Szene spielt, wie das Schicksal so will, am Meer.

Ich befand mich auf einer vierwöchigen Reise mit meiner Geliebten, Juliette D., die dir nur allzu gut bekannt ist. Wir waren seit drei Wochen unterwegs, als wir die Île d'Oléron erreichten. Es herrschte drückende Hitze, ohne jeden erfrischenden Hauch.

"So muss sich ein Sünder in der Hölle fühlen", sagte ich auf der Fahrt in unser Hotel. Ich wusste ja nicht, wie ahnungsvoll meine Worte waren.

Wohin wir uns auch wandten, überall sprach man von dem grauenvollen Wetter und einer rätselhaften Seuche, die Dutzenden Kindern den Tod gebracht habe. Selbst meine Lieblingsbucht bot keine Erquickung. Keine frische Meeresbrise, kein Vogelgesang. Auf dem Weg durch die Marschen, wo ich von einem Büschel Seetang zum anderen schreiten musste, um nicht im Schlick einzusinken, waren die Stimmen der Sträflinge, die einer nach dem anderen zum Abendappell ihren Namen riefen, meine einzige Gesellschaft.

Zum ersten Mal in meinem Leben empfand ich angesichts des Meeres keine Freude. Es war, als hätte sich der Tod in meine Seele geschlichen. Als sei die Insel ein zu Wasser gelassener Sarg und der Mond eine Fackel.

Da wir das rätselhafte Fieber fürchteten und der Melancholie zu entkommen hofften, beschlossen wir, unseren Aufenthalt zu verkürzen, und trafen sogleich Vorkehrungen, um am nächsten Morgen abzureisen.

Am nächsten Tag auf dem Schiff waren die Gespräche der Seeleute ebenso bedrückend wie zuvor auf der Insel. Sie drehten sich um mehrere arme Seelen aus der Umgegend, die in jüngster Zeit ertrunken waren.

"Als wollte der Tod uns nachfolgen", sagte ich zu Juliette.

Als wir endlich in Rochefort auf dem Festland eintrafen, waren wir niedergeschlagen, durstig und erschöpft. Da die Kutsche nach La Rochelle erst Stunden später fahren würde, beschlossen wir, am Marktplatz Erfrischungen zu uns zu nehmen. Das Café de l'Europe hatte geöffnet und war nicht allzu überfüllt. Wir setzten uns und bestellten Bier.

Es lagen Zeitungen aus. Juliette wählte die Charivari und ich Le Siècle .

In diesem Augenblick schob sich vor dem Fenster eine vierschrötige Frau vorbei und lenkte mich von der Titelseite ab. Sie hatte ein Kind bei sich, ein Mädchen von acht oder neun Jahren. Mit einem Mal stolperte die Frau und ging zu Boden. Das Kind stand einen Augenblick wie versteinert, als könne es nicht fassen, dass seine Mutter überhaupt zu fallen in der Lage sei. Dann kniete es sich mit ernstem, sorgenvollem Gesicht zu seiner Mama und bot ihr sacht die Hand.

Ich nahm das Bild tief in mich auf. Beim Schreiben würde ich die Szene wieder hervorholen können. Ich wollte die Sorge im

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