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Die Inselfrauen Roman von Lott, Sylvia (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 14.03.2016
  • Verlag: Blanvalet
eBook (ePUB)
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Die Inselfrauen

Zwei Menschen, vom Schicksal entzweit. Eine Insel, die sie verbindet. Eine Liebe, die nie vergeht .... Auf der Suche nach einer beruflichen Auszeit mietet sich die Journalistin Nina in der Borkumer Frühstückspension ein, in der sie einst den schönsten Sommer ihres Lebens verbrachte. Damals verliebte sie sich in Klaas und träumte von einem Leben an seiner Seite - bis er ihr Herz brach. In der Zwischenzeit arbeitet Ninas Nichte Rosalie in der Pension. Sie interessiert sich sehr für die Geschichte der Insel und für das, was Nina dort erlebte. Während Nina es endlich wagt, ihrer Vergangenheit ins Auge zu sehen, befindet sich plötzlich auch Klaas wieder auf der Insel. Und dann ist da noch ein Walzer, dessen Melodie eine Liebe beschwört, die nie verging ... Die freie Journalistin und Autorin Sylvia Lott ist gebürtige Ostfriesin und lebt in Hamburg. Viele Jahre schrieb sie für verschiedene Frauen-, Lifestyle- und Reisemagazine, inzwischen konzentriert sie sich ganz auf ihre Romane. Mit "Die Inselfrauen", "Die Fliederinsel" und "Die Rosengärtnerin" stand sie wochenlang auf der SPIEGEL-Bestsellerliste.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 480
    Erscheinungsdatum: 14.03.2016
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783641188221
    Verlag: Blanvalet
    Größe: 1502 kBytes
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Die Inselfrauen

1

Ein heiseres, tiefes Tuten ließ Nina zusammenfahren. Die Fähre hatte abgelegt, jetzt gab es kein Zurück mehr - sie befand sich auf dem Weg nach Borkum. Über vierzig Jahre hatte sie die Insel gemieden. Das sollte ja wohl reichen. In sentimentalen Erinnerungen würde sie jedenfalls nicht schwelgen. Nina freute sich einfach nur auf die Ruhe, die sie erwartete. Das war alles, was sie suchte.

Während der Reha war sie von einer unbändigen Sehnsucht nach Abgeschiedenheit und kraftvollen Naturgeräuschen überfallen worden. Sie wollte Wellenschlag und Sturmgebraus, die Möwen schreien hören, tief durchatmen, sich am Ozon berauschen, Salzwasser, Seetang und Dünenrosen riechen - ach, die wilden Rosen, die so intensiv dufteten ...

Natürlich freute sie sich auch auf ein Wiedersehen mit Tant' Theda. Und mit ihrer Nichte Rosalie, der Tochter ihres Bruders, die eigentlich in Hamburg studierte, aber zurzeit in der Pension Bi Theda aushalf und gleichzeitig Stoff für ihre Examensarbeit sammelte. Ihr Thema, das hatte sie Nina während ihres letzten Telefonats berichtet, lautete Die Frauen von Borkum. Ein Vergleich von Lebenssituationen im Laufe der Jahrhunderte an ausgewählten Beispielen.

Dass ihre Nichte diesen Sommer auf Borkum verbrachte, hatte den Ausschlag für Ninas Entscheidung gegeben, ein paar Wochen auf der Insel zu verbringen. Es dauerte ohnehin noch eine Weile, bis sie wieder arbeiten durfte. Man hatte ihr in dem Kölner Funkhaus, für das sie viele Jahre als Auslandskorrespondentin tätig gewesen war, eine Stelle als Redakteurin im Innendienst angeboten, worüber sie sehr froh war. Das ständige Reisen vom Standort New York aus hatte sie geliebt, aber die Gesundheit ging nun mal vor.

Ja, sie hatte ein aufregendes Berufsleben gehabt, nur leider immer viel zu wenig Zeit für Rosalie, ihr Herzblatt. Schon als Kind war ihre Nichte besonders liebenswert und empfindsam gewesen. Nina lächelte leise vor sich hin. Die Kleine hatte unter nervösen Magenbeschwerden gelitten, bis Nina ihr ein angebliches Zaubermittel geschenkt hatte - Pfefferminzkaugummi, das dann auch augenblicklich geholfen hatte! Seitdem glaubte Rosalie, dass ihre Tante eine Lösung für jedes Problem fand. Bis heute.

Nina seufzte. Schön wär's!

Es nieselte und war zu kühl, um die zweieinhalb Stunden Schiffsfahrt von Emden Außenhafen bis Borkum, der westlichsten und größten der Ostfriesischen Inseln, oben auf dem Deck zu verbringen. Nina hatte ganz vergessen, dass es an der Nordsee im Sommer manchmal genauso kalt wie im Winter sein konnte, zehn Grad kam schon mal vor. Sie saß allein auf einer gepolsterten Eckbank ganz hinten im Fahrgastsalon und schaute aus dem großen Fenster. Es war an den Ecken abgerundet und wirkte wie ein Bilderrahmen im Museum. Hatte Mark Rothko eigentlich auch Farbflächen nur in Grautönen kombiniert? Zwei Drittel ihres Ausblicks füllte ein Steingrau mit ein paar durchhängenden dunklen Wolken aus. Eine schmaler grüngrauer Streifen war alles, was man von dem entfernten Deich mit seinem Gebüsch sah, und im unteren Drittel bewegte sich ein schlammiges Waschwassergrau mit dunklen, kabbeligen Schatten. Das hatte wenig Ähnlichkeit mit der Sommer-Sonne-Strand-Idylle, auf die Nina hoffte.

Es roch nach Putzmitteln und Kaffee. Der Dieselmotor dröhnte, und Nina spürte, wie sich das Vibrieren unter ihrem Gesäß auf ihren Körper übertrug. Hunde bellten, ein Kleinkind blies zur Freude seiner stolzen Eltern unermüdlich in eine Tröte. Zum Glück war die Fähre nicht überfüllt wie an den Wochenenden, wenn Bettenwechsel war.

Draußen zog mal eine Boje, mal ein Seezeichen vorüber. Nach einer Weile tauchten am westlichen Emsufer, wo der Grenzfluss in die Nordsee mündete, Windräder und Industrieanlagen auf, die Nina nicht kannte. Hässliche große Kästen wie aus einer düsteren Zukunft.

"Das ist Eemshaven!", erklärte der Mann am Nebentisch seinem Sohn. "Den Hafen bauen die Holländer erst seit ein p

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