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Die Jasminschwestern von Bomann, Corina (eBook)

  • Verlag: Ullstein
eBook (ePUB)
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Die Jasminschwestern

Ein Unfall, ein Schock und eine große Frage: Als ihr Freund verletzt ins Koma fällt, flüchtet Melanie Sommer zu ihrer vietnamesischen Urgroßmutter Hanna. Als Hanna merkt, wie sehr die junge Frau mit ihrem Schicksal und der Liebe hadert, erzählt sie ihr zum ersten Mal aus ihrem Leben: Von der dramatischen Kindheit im exotischen Saigon, vom schillernden Berlin der Zwanzigerjahre und einer großen Liebe, von der schweren Zeit während des Krieges und dem Neuanfang als Hutdesignerin in Paris. Hanna hat viel verloren, aber auch unendlich viel gewonnen. Und Melanie erkennt, dass ihre schönste Zeit noch vor ihr liegt - egal, was das Schicksal noch für sie bereithält. Entdecken Sie jetzt den neuen Roman von Corina Bomann: Die 'Sturmrose' ist ein großer deutsch-deutscher Schicksalsroman - berührend und herzenswarm erzählt.
Corina Bomann ist in einem kleinen Dorf in Mecklenburg-Vorpommern aufgewachsen und lebt mittlerweile in Potsdam. Sie hat bereits erfolgreich Jugendbücher und historische Romane geschrieben, bevor ihr mit Die Schmetterlingsinsel der absolute Durchbruch gelang. Seither gehört sie zur ersten Garde der deutschen Unterhaltungsschriftstellerinnen.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 544
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783843707206
    Verlag: Ullstein
    Größe: 1829 kBytes
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Die Jasminschwestern

Prolog

Januar

"Nun komm schon!" Fahrig schob sich Melanie eine Haarsträhne aus dem Gesicht, die sich aus ihrem Zopf gelöst hatte. Seit einer halben Stunde wartete sie am Gepäckband. Ein Koffer nach dem anderen fuhr an ihr vorbei – nur ihrer nicht.

So langsam befürchtete sie, dass er abhandengekommen war. Um ihre Garderobe war es nicht schade, auf Reisen und auf der Arbeit zog sie sich einfach und praktisch an. Jeans, Shirts, Hemden, grobe Boots und bei hohen Temperaturen Tops, Shorts und Flip-Flops. Das alles füllte jetzt als verschwitztes Bündel etwa siebzig Prozent ihres Koffers. Ihre Kamera trug sie glücklicherweise immer im Handgepäck bei sich.

Sie war keine Souvenirjägerin, aber von dieser Reise hatte sie einige Erinnerungsstücke mitgebracht, deren Verlust sie sehr bedauert hätte: einen kugelrunden Buddha aus Jade, den sie einem Straßenhändler in Saigon abgekauft hatte, ein uraltes Bild aus Reispapier, das die Aussicht auf einen Berg zeigte, und zwei zauberhafte Windspiele, eines für sich selbst und eines für ihre Großmütter.

Besonders stolz war sie auf das Mitbringsel für ihren Verlobten Robert. Es war ihr gelungen, zwei uralte Drachenmünzen aufzutreiben, von denen es hieß, dass sie Glück bringen würden. Sie stammten aus dem Jahr 1654 und waren ihr von einem Straßenhändler angeboten worden.

Ohne lange zu überlegen, hatte sie zugegriffen, um sich dann stundenlang mit der Frage zu martern, ob diese Münzen nicht irgendwo gestohlen worden waren. Nachdem ihre Pensionswirtin ihr versichert hatte, dass solche Münzen öfter in alten Häusern auftauchten und sicher alles mit rechten Dingen zugegangen war, hatte sie sie eingepackt und pro-blemlos durch den Zoll bekommen.

Da auch das nächste Gepäckstück nicht ihr Koffer war, zog sie ihr Handy aus der Jackentasche und schaltete es an. Sofort blinkte eine SMS von Robert auf dem Display. Geschrieben hatte er sie um 7.05 Uhr, wahrscheinlich war er da gerade aufgestanden.

Melanie lächelte. Wenn sie von einer Reise heimkehrte, begrüßte er sie immer mit einer kleinen Nachricht.

"Hallo, süße Heimkehrerin, kann dich leider nicht abholen, aber meine Gedanken sind bei dir. Muss zu einem Termin, heut Abend feiern wir ausgiebig. Ich freue mich so sehr, dich endlich wieder in meinen Armen halten zu können. Viele Küsse, dein Robert."

Was er sich wohl diesmal ausgedacht hatte? Wenn sie lange unterwegs war, plante er immer etwas: einen Theaterbesuch, Kino oder ganz einfach nur eine wunderbar kuschelige Nacht mit Kerzen und Champagner.

Melanie tippte eine Antwort:

"Hallo, lieber Strohwitwer, bin gut angekommen, warte nur noch auf meinen Koffer. Kannst du nicht irgendeinen Zauber loslassen, damit er auftaucht? Ich habe dir viel zu erzählen und zu zeigen und sehne mich nach dir. Viele Küsse, deine Melanie."

Seit fünf Jahren arbeitete Melanie als Modefotografin, ein Job, der hektisch war, sie aber an die schönsten Orte der Welt brachte. Farbenfrohe Saris vor dem Taj Mahal, traumhafte Seidenkimonos in der alten Kaiserstadt Kyoto, Abendroben in Venedig, gewagte Kreationen in New York und sagenhafter Schmuck in Kairo füllten ihre Bildordner und die Seiten von mehreren Modemagazinen. Mit ihren neunundzwanzig Jahren hatte sie bereits die halbe Welt bereist.

Als sie vor einigen Monaten von einer großen Modefirma das Angebot bekommen hatte, ein Fotoshooting in Vietnam zu machen, war sie ganz aus dem Häuschen gewesen. Zum einen, weil solche Aufträge nicht vom Himmel fielen, zum anderen, weil sie eine besondere Verbindung zu diesem Land hatte, denn ihre Urgroßmutter Hanna stammte von dort. Schon lange

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