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Die Kameliendame von Dumas, Alexandre, d. Jüng. (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 13.10.2012
  • Verlag: Insel Verlag
eBook (ePUB)
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Die Kameliendame

Paris im 19. Jahrhundert, rauschende Feste und Champagner: Marguerite Gautier ist die Königin der Pariser Halbwelt, schön und rätselhaft. Die einzigen Blumen, die sie entgegennimmt, sind Kamelien. Als der junge Bourgeois Armand Duval sich heftig in sie verliebt, gibt sie ihr freizügiges Leben auf. Doch Armands Vater sorgt sich um das Ansehen der Familie - Marguerite ist bereit, ihre Liebe zu opfern ... Endlich liegt Die Kameliendame in einer glanzvollen Neuübersetzung vor - ein wunderbares Leseerlebnis.

Alexandre Dumas (d.J.) wurde am 24. Juli 1824 in Paris geboren. Als Schriftsteller trat er in die Fußstapfen seines gleichnamigen Vaters, der ihm den Zugang in die Pariser Literatenszene ermöglichte, sich in familiären Dingen jedoch zeitlebens von seinem unehelichen Sohn distanzierte. Neben Romanen verfasste er zahlreiche Bühnenstücke und gilt als Begründer des Gesellschaftsdramas. Die Kameliendame ist sein bekanntestes Werk. Dumas starb am 27. November 1895 in Marly-le-Roi bei Paris.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 260
    Erscheinungsdatum: 13.10.2012
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783458786900
    Verlag: Insel Verlag
    Originaltitel: Le Dame aux camélias
    Größe: 4973 kBytes
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Die Kameliendame

XIII

"Sie waren fast genauso schnell wie wir", sagte Prudence.

"Ja", erwiderte ich zerstreut. "Wo ist Marguerite?"

"Zu Hause."

"Allein?"

"Mit Monsieur de G.?.?."

Ich ging mit großen Schritten im Salon auf und ab.

"Was haben Sie denn?"

"Glauben Sie, ich finde es lustig, hier zu warten, bis Monsieur de G.?.?. sich von Marguerite verabschiedet hat?"

"Sie sind auch nicht gerade vernünftig. Begreifen Sie doch, daß Marguerite den Grafen nicht vor die Tür setzen kann. Monsieur de G.?.?. war lange mit ihr zusammen, er hat ihr stets viel Geld gegeben; er tut es weiterhin. Marguerite gibt im Jahr mehr als hunderttausend Francs aus; sie hat viele Schulden. Der Herzog schickt ihr das, um was sie ihn bittet, aber sie wagt nicht immer, um alles zu bitten, was sie braucht. Sie darf sich nicht mit dem Grafen überwerfen, von dem sie mindestens zehntausend Francs im Jahr bekommt. Marguerite hat Sie gern, mein lieber Freund, aber Ihre Liaison darf in Ihrer beider Interesse nichts Ernstes werden. Mit Ihren sieben- oder achttausend Francs Rente werden Sie den Luxus dieses Mädchens nicht bestreiten können; es würde nicht reichen für den Unterhalt ihres Wagens. Nehmen sie Marguerite als das, was sie ist, ein gutes, geistreiches und schönes Mädchen; seien Sie einen Monat, zwei Monate ihr Liebhaber; bringen Sie ihr Blumen, Bonbons und Theaterkarten, aber hüten Sie sich, mehr zu wollen, und machen Sie ihr keine lächerlichen Eifersuchtsszenen. Sie wissen doch, mit wem Sie es zu tun haben; Marguerite ist kein Engel. Sie gefallen ihr, Sie haben sie gern, machen Sie sich über das Weitere keine Sorgen. Ich finde es reizend, wie Sie den Empfindlichen spielen! Sie haben die begehrenswerteste Mätresse von Paris! Sie empfängt Sie in einer prachtvollen Wohnung, sie ist mit Diamanten behängt, sie kostet Sie keinen Sou, wenn Sie wollen, und Sie sind immer noch nicht zufrieden. Zum Teufel! Sie verlangen zuviel."

"Sie haben recht, aber ich kann nichts dagegen machen, der Gedanke, daß dieser Mann ihr Liebhaber ist, tut mir entsetzlich weh."

"Zunächst einmal", wandte Prudence ein, "ist er denn noch ihr Liebhaber? Er ist jemand, den sie braucht, nichts weiter. Seit zwei Tagen verschließt sie ihre Tür vor ihm; heute morgen ist er gekommen, sie konnte nicht anders, als seine Loge und seine Begleitung annehmen. Er hat sie nach Hause gebracht, er kommt einen Augenblick mit hinauf, er bleibt nicht, denn Sie warten ja hier. All das ist völlig normal, scheint mir. Den Herzog akzeptieren Sie doch auch?"

"Ja, aber er ist ein alter Mann, und ich bin sicher, daß Marguerite nicht seine Geliebte ist. Außerdem kann man oftmals ein Verhältnis dulden, nicht jedoch zwei. Solche Leichtfertigkeit sieht allzusehr nach Berechnung aus und stellt den Mann, der sich, und sei es aus Liebe, damit einverstanden erklärt, auf eine Stufe mit denjenigen, die ein Gewerbe aus diesem Einverständnis machen und daraus Profit ziehen."

"Ach, mein Lieber, wie rückständig Sie sind! Wie viele der Edelsten, der Elegantesten, der Reichsten habe ich gesehen, die eben das taten, wozu ich Ihnen rate, und ganz ohne Anstrengung, ohne Scham, ohne Gewissensbisse! Das sieht man doch jeden Tag. Wie sollten die Pariser Mätressen denn ihren Lebensstil aufrechterhalten, wenn sie nicht drei oder vier Liebhaber gleichzeitig hätten? Kein noch so beträchtliches Vermögen wäre allein imstande, die Ausgaben einer Frau wie Marguerite zu decken. Fünfhunderttausend Francs, das ist in Frankreich schon ein enormes Vermögen. Aber, mein lieb

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