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Die Katze von Folsom Gardens von Brooks, Ellie (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 01.07.2014
  • Verlag: books2read
eBook (ePUB)
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Die Katze von Folsom Gardens

Brutal ermordet wird eine Schülerin in Folsom Gardens aufgefunden. Der Täter ist schnell überführt: Gärtner Julian Graeme wird verurteilt, in eine psychiatrische Einrichtung abgeschoben. Michelle Jenkins, die junge Leiterin der Gartenanlage, hat Zweifel an seiner Schuld: Er, der so gut mit Pflanzen umgeht und die kleine Katze Leyla so liebt - ein Mörder?
Zehn Jahre später. Graeme, aus der Psychiatrie entlassen, arbeitet wieder in Folsom Gardens. Kurz darauf ereignen sich zwei tödliche Unfälle - und zwischen Graeme und den beiden Toten gibt es eine direkte Verbindung. Michelle ist alarmiert. Denn plötzlich wuchert die Vergangenheit in die Gegenwart ...

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: none
    Seitenzahl: 350
    Erscheinungsdatum: 01.07.2014
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783733784782
    Verlag: books2read
    Größe: 541kBytes
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Die Katze von Folsom Gardens

1. KAPITEL

Schülerin Sheila Rayne (15) ermordet!

Grausamer Vorfall in Folsom Gardens

Michelle Jenkins starrte auf die Überschrift des Zeitungsausschnitts, den ihre Mutter Anett seinerzeit ausgeschnitten und wie alle folgenden in einer Mappe gesammelt hatte. Fast genau zehn Jahre waren seit dem Tag vergangen, an dem die Polizei die Leiche der jungen Frau hier in Folsom Gardens entdeckt hatte. Ihre Mutter hatte sich immer gewünscht, den historischen Garten etwas mehr ins Interesse der Öffentlichkeit zu rücken, aber diese Art von Publicity war nicht das gewesen, was ihr dabei vorgeschwebt hatte.

Sie konnte sich noch gut daran erinnern, wie die Leute aus ganz England und sogar vom Kontinent hierher nach Cornwall gekommen waren, um Folsom Gardens zu besuchen - aber nicht, um sich an der Schönheit des Gartens mit seiner unglaublichen Vielfalt an Pflanzen zu erfreuen, sondern um jene Stelle aufzusuchen, an der man die Tote entdeckt hatte. Zeitweise war es notwendig geworden, die Polizei zu rufen, damit der Garten geräumt wurde, weil sich ganze Heerscharen von Schaulustigen rund um den Tatort drängten und dabei rücksichtslos alles Grün niedertrampelten, das ihnen im Weg war. Schließlich war ihrer Mutter nichts anderes übrig geblieben, als die Öffnungszeiten des Gartens drastisch einzuschränken und immer nur maximal zwanzig Leuten den Zutritt zu gewähren, die den Garten erst komplett verlassen haben mussten, ehe die nächsten zwanzig Einlass erhielten.

Und das, obwohl es doch gar nichts mehr zu sehen gab. Irgendjemand hatte der Presse ein Foto der grausam zugerichteten Leiche zugespielt, und die Boulevardzeitungen waren sich natürlich nicht zu schade gewesen, dieses Foto genau so auf die Titelseiten zu setzen. Aus einem zumindest für Michelle und ihre Mutter unerfindlichen Grund war das von sehr vielen Leuten offenbar als Einladung aufgefasst worden, sich auf den Weg nach Folsom Gardens zu machen.

Mindestens ein Dutzend schaulustige Touristen hatte Michelle damals gezählt, die in dem Glauben hergekommen waren, genau die Szene vorzufinden, die ihnen die Zeitungen gezeigt hatten. Beim Verlassen des Gartens hatte sie die enttäuschten Mienen gesehen und Bemerkungen wie "Da war ja gar nichts mehr zu sehen" oder "Ich dachte, die würde noch immer da liegen" zu hören bekommen.

Mehr als ein Kopfschütteln hatte sie auch jetzt noch nicht für solche Leute übrig, die sich am Leid anderer Menschen erfreuen konnten. Grundsätzlich wünschte sie niemandem etwas Schlechtes, aber wer andere so verachtete, der hatte aus ihrer Sicht selbst nichts Gutes verdient.

Als ihr Computer einen leisen Gong ertönen ließ, sah Michelle auf die Uhr. Kurz vor zehn. In ein paar Minuten würde Julian Graeme eintreffen, der tags zuvor um diesen Termin gebeten hatte.

Michelle wusste nicht, was sie davon halten sollte. Wenn man dem Gerichtsurteil von vor zehn Jahren Glauben schenken wollte, dann war Graeme der Mann, der Sheila auf dem Gewissen hatte. Vieles hatte damals gegen ihn gesprochen, aber immer wieder war auch der Vorwurf laut geworden, die Polizei habe nie ernsthaft nach anderen möglichen Verdächtigen gesucht, sondern Graeme festgenommen und sich ganz auf ihn konzentriert. Obwohl sogar Michelle zugeben musste, dass Graeme - objektiv betrachtet - nicht viel dazu beigetragen hatte, etwas zu widerlegen oder zumindest Zweifel an seiner Schuld zu säen.

Allerdings half eine objektive Betrachtung in Graemes Fall ohnehin nicht weiter, da der Mann ein wortkarger Eigenbrötler war, der unter diversen Psychosen und Phobien litt. Schon früher hatte Michelle Schwierigkeiten gehabt, mit ihm eine halbwegs normale Unterhaltung zu führen, da er mal mitten im Satz abbrach, wenn er überhaupt zu reden begann. Dann wieder konnte er wie ein Wasserfall erzählen, meistens jedoch ohne Hand und Fuß, so als würde jemand in einem vierspaltig gesetzten Text die Zeilen über alle S

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