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Die Kirschen der Madame Richard Von der Spiegel-Bestsellerautorin Caroline Bernard von Schlie, Tania (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 02.05.2019
  • Verlag: MIRA Taschenbuch
eBook (ePUB)
8,99 €
inkl. gesetzl. MwSt.
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Die Kirschen der Madame Richard

185 Einwohner zählt das Dorf Montbolo in den französischen Pyrenäen. Als die Hamburgerin Miriam auf der Durchreise ein verwunschenes altes Haus inmitten eines verwilderten Kirschhains entdeckt, steht der Entschluss für sie fest: Sie bricht alle Zelte ab und wird Montbolos Einwohnerin Nummer 186. Miriam nimmt sich vor, ihr Haus im Alleingang zu renovieren und von nun an von der Kirschernte zu leben. Doch sie hat nicht mit der skurrilen Dorfgemeinschaft und den Eigenarten uralter Kirschsorten gerechnet und schon gar nicht mit dem unverschämt charmanten Nachbarn Philippe, der ihr Herz höherschlagen lässt.



  • »Dieser Roman bietet nicht nur ein liebenswürdiges, sondern auch leckeres Lektüreerlebnis.« NDR Kultur

  • »Ein herrlicher Sommerschmöker.« Neue Presse

  • »Stimmungsvoll schildert die Autorin aus Glückstadt das Leben in dem kleinen Dorf Montbolo ( ). Man möchte am liebsten sofort hinreisen.« LandGang



Tania Schlie lebt in der Nähe von Hamburg. Sie hat Literaturwissenschaften in Hamburg und Paris studiert. Seit zwanzig Jahren ist sie freie Autorin und Lektorin und hat bisher zehn Romane und etwa ebenso viele Sachbücher zu kulturhistorischen Themen veröffentlicht. Im Aufbau Verlag erscheinen ihre Romane unter dem Pseudonym Caroline Bernard. Frankreich ist ihre große Leidenschaft und auch immer wieder Schauplatz ihrer Bücher. Die Sonne, das pralle Leben, Genuss und eine starke Frau, die ihren Weg geht und nur in der Liebe mal schwach wird: Dies sind die Zutaten in den Romanen von Tania Schlie. Ein Leben ohne Reisen nach Paris, in die Provence oder die Normandie kann sie sich nicht vorstellen. Sie träumt von einem kleinen Haus im Süden.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 320
    Erscheinungsdatum: 02.05.2019
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783745750164
    Verlag: MIRA Taschenbuch
    Serie: Mira Taschenbuch 17
    Größe: 2432 kBytes
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Die Kirschen der Madame Richard

ALLEINSTEHENDE FRAU VON EULE ANGEFALLEN

Miriam klemmte sich die Flasche Rotwein unter den Arm und suchte nach dem Korkenzieher, der irgendwo in dem Durcheinander auf dem großen Tisch liegen musste. Dabei fiel ihr Blick auf das Handy, und sie griff automatisch danach.

»Was für eine dumme Angewohnheit«, schimpfte sie. Sie erwartete keinen Anruf, abgesehen davon war ein Handy in dieser abgelegenen Gegend Südfrankreichs mehr als unpassend. Zumal an einem lauen Frühlingsabend unter einem blanken Sternenhimmel, der schon fast kitschig war. Sie hatte bisher nicht einmal ausprobiert, ob sie hier überhaupt Empfang hatte. Strom gab es jedenfalls nicht.

Sie wog ihr Telefon in der Hand. Oder sollte sie doch versuchen, jemanden anzurufen? Um zu erzählen, wie schön es hier war und was sie heute getan hatte? Dass sie in einem Anfall von spontaner Verrücktheit dieses kleine Bauernhaus gekauft hatte, in dessen Küche sie gerade stand? Nein, entschied sie dann. Ihr Herz war zwar so voller Glück, dass es für zwei oder mehr Personen gereicht hätte, aber sie wollte den ersten Abend ihres neuen Lebens ganz für sich allein haben. Außerdem war sie sich nicht sicher, wie ihre Freundin Frederike oder ihrer Tochter Merle in Hamburg reagieren würden, wenn sie ihnen erzählte, was sie getan hatte. Es bestand immerhin die Möglichkeit, dass sie ihren spontanen Entschluss für einen Anfall von Wahnsinn halten würden. Sie wollte sich aber nicht die Laune verderben lassen.

Sie legte das Telefon wieder auf den Tisch und ging nach draußen. Neben dem Eingang setzte sie sich auf die von der Sonne ausgeblichene Bank. Vor ihr stand ein altes Weinfass, das sie hinter dem Haus gefunden und hierhergerollt hatte. Es diente ihr als Tisch. Sie stellte das Glas und die Flasche zu dem Teller mit Käse und Brot und seufzte tief auf vor Behagen. Schon vor zwei Wochen hatte sie diesen verwunschenen Platz entdeckt und sich die Freiheit genommen, sich jeden Tag hierhinzusetzen, denn das Haus stand offensichtlich leer. Diese Bank zog sie an und verzauberte sie. Sie war hierhergekommen, um zu träumen. Dabei hatte sie selbst nicht fassen können, wie sentimental sie wurde. Es war doch schließlich nur ein altes Haus. »Nein, genau das ist es eben nicht!«, sagte sie energisch und erschrak vor ihrer eigenen Stimme. Es war viel mehr. Es war alles, wovon Miriam träumte.

Und seit heute Morgen war dies ihr Haus, es waren ihre Bank und ihr Weinfass! Sie konnte immer noch nicht so richtig begreifen, wie das passiert war, und kniff sich in den Oberarm, um sicherzugehen, dass sie nicht träumte.

»Ich habe ja gesehen, dass Sie die Überweisung für die Anzahlung ausgefüllt haben. Mit der Unterzeichnung des Vorvertrags gehört die Immobilie nach französischem Gesetz damit Ihnen. Ich gebe Ihnen schon mal den Schlüssel. Die Eigentümerin ist einverstanden«, hatte Oscar Poulenc, der Makler, an diesem Vormittag zu ihr gesagt. Sie standen nach der Besichtigung vor dem Haus. Er schloss ab und überreichte ihr einen schweren Bartschlüssel. »Dann können Sie schon mal die Umbauten planen. Ich könnte Ihnen einen guten Architekten empfehlen. Ich nehme an, Sie wollen einen Pool? Die Sommer werden hier ganz schön heiß, und bis zum Meer sind es nun mal vierzig Kilometer.«

Miriam hatte den Rest gar nicht mehr gehört, nur das mit dem Schlüssel. »Wunderbar, dann ziehe ich noch heute ein.«

Poulenc hatte sie entsetzt angesehen. »Das Haus hat keinen Strom!«

»Es hat auch keine Dusche«, hatte Miriam sanft erwidert. »Aber es ist ja schon ziemlich warm, und im Hof gibt es doch den Brunnen. Erinnern Sie sich? Wir haben gerade nachgesehen, ob die Pumpe funktioniert.«

»Ist ja Ihre Sache.« Er hatte mitleidig mit den Schultern gezuckt. »Ich meine es nur gut mit Ihnen.«

Miriam lehnte sich an die rauen Steine ihres Hauses und spürte die Wärme, die sie über den Tag gespeichert hatten, in ihrem Rücken. Unglaublich, wie warm es hier schon im März werden

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