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Die Knopfmacherin von Bomann, Corina (eBook)

  • Verlag: Corina Bomann
eBook (ePUB)
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Die Knopfmacherin

Anno 1502: Die Anhänger der Bundschuhbewegung verbreiten unter den Adligen und Geistlichen Deutschlands Angst und Schrecken und erreichen auch die Stadt Udenheim. Dort fallen die Eltern der jungen Knopfmacherin Melisande den politischen Verstrickungen zum Opfer, ihre Schwester Alina wird von Unbekannten verschleppt. Auf der Suche nach ihrer Schwester gelangt sie nach Speyer und findet beim ansässigen Knopfmacher eine Anstellung. Dabei verliert sie ihr eigentliches Ziel nicht aus den Augen: Sie muss Alina und die Mörder ihrer Eltern finden! Gemeinsam mit Bernhard, dem sympathischen Gesellen des Knopfmachers, begibt sich Melisande auf eine gefährliche Spurensuche. ACHTUNG! Dieser Roman erschien bereits unter dem Titel 'Die Knopfmacherin' unter dem Pseudonym 'Corinna Neuendorf'. Corinna Neuendorf ist das Pseudonym von Corina Bomann. Die Autorin hat die Rechte an ihrem Werk vom Verlag zurückbekommen und veröffentlicht dieses Werk unter neuem Titel und neuem Namen erneut. Corina Bomann, 1974 in Parchim geboren, lebt mit ihrer Familie in Berlin. Sie hat bereits erfolgreich Romane für Erwachsene und Jugendliche geschrieben, bevor ihr mit 'Die Schmetterlingsinsel' der absolute Durchbruch gelang. Seither gehört sie zur ersten Garde deutscher Unterhaltungsschriftstellerinnen.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 300
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783963530050
    Verlag: Corina Bomann
    Größe: 826 kBytes
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Die Knopfmacherin

Prolog

Herbst 1502

Der kalte Nachtwind schnitt den beiden Wanderern schmerzhaft in die Wangen. Von den rauschenden Baumkronen rieselte das trockene Laub. Die Wolken, die den Mond immer wieder verfinsterten, kündeten von weiteren Regenschauern.

Zähneklappernd zog Joß Fritz den Mantel enger um seinen Körper. Der vom letzten Regenguss noch immer klamme, raue Stoff verhinderte nicht, dass die Kälte bis zu seinen Knochen vordrang. Verdammtes Wetter, dachte Fritz wütend. Hätte uns keine bessere Nacht beschieden sein können? Er wusste jedoch, dass kein Fluch der Welt imstande war, das Wetter zu ändern. Deshalb riss er sich zusammen. Wir stehen kurz davor, die Freiheit zu erlangen. Auch die Kälte wird uns nicht von unseren Zielen abbringen.

Ein Lächeln huschte über Joß Fritz' Gesicht, als er an die vergangenen Monate zurückdachte. Eine wunderbare Zeit war das gewesen! Eine Zeit des Umbruchs, eine Zeit voller Ideen und Pläne. Den Warnungen und Drohungen der Obrigkeit zum Trotz hatten sich tausende Männer und Frauen dem Bundschuh angeschlossen. Nicht nur die Ackerleute waren erzürnt über das schändliche Treiben der Adligen und der Geistlichen. Unter den Neuankömmlingen waren auch Bürger und Handwerker.

Seit Bischof Ludwig von Heimstatt dem Bauwahn verfallen war, erhöhte er beständig die Abgaben und beschnitt seinen Untertanen zunehmend die Forst- und Weiderechte. Nicht wenige Familien sahen allein wegen der schlechten Ernte einem Winter voller Hunger, Siechtum, wenn nicht sogar Tod entgegen. Wo auch immer ein geheimer Werber des Bundschuhs ihre Ideen verbreitete, folgten ihm die Menschen, bewaffnet mit Dreschflegeln, Forken und Sensen.

Zufrieden hatte Joß festgestellt, dass der Geist des Pfeiferhannes in den Menschen weiterlebte. Er war davon überzeugt, dass ihnen das schreckliche Schicksal von Hans Böhm nicht widerfahren würde. Ihnen war es vergönnt, eine neue Ordnung zu schaffen! Eine, in der Gott der einzige Herrscher war und der Adel ihm ebenso gehorchen musste wie der niedere Mann.

"Bei aller Treue zu unserem Bund gibt es dennoch einen Ort, an dem ich jetzt lieber wäre", bemerkte sein Nebenmann Friedrich Berbaum und erschauderte.

"In der Kammer deiner Agnes, nicht wahr?", lachte sein Begleiter. "Ich wäre jetzt auch lieber in den Armen eines Weibes, aber unsere Sache ist wichtiger. Können wir angenehme Gesellschaft genießen, wenn uns der Hunger ein Loch in den Magen brennt und draußen die Wölfe heulen?"

"Das können wir nicht", entgegnete Berbaum entschlossen. "Deshalb bin ich ja auch hier und nicht in meinem Dorf."

Joß klopfte ihm freundschaftlich auf die Schulter. "So ist's recht. Wir werden den Bischof dazu bringen, uns anzuhören. Und wenn er nicht tut, was wir wollen, werden wir ihn angreifen. Angesichts der neuesten Kunde sollten wir voller Hoffnung sein."

Berbaum nickte zustimmend. Mochten die Fürsten ihre Soldaten auch noch so gut ausrüsten, der Bundschuh hatte viele Anhänger! Wurde ein Dutzend Männer getötet, rückte sofort ein weiteres Dutzend nach. Denjenigen, die hier für die Freiheit kämpften, war es egal, ob sie starben, denn auf sie wartete das Himmelreich.

Plötzlich stocke er. "Dort, ein Feuerschein!"

Joß folgte dem Fingerzeig seines Begleiters. Die Anspannung wich aus seinen Zügen. "Das sind sie!"

Ein paar Schritte weiter ertönte der Ruf eines Kauzes über ihnen.

"Wir sind bemerkt worden", flüsterte Joß.

Während Friedrich zu den Baumkronen aufblickte, hielt Joß die Hände vor den Mund und erwiderte den Ruf. Daraufhin kletterten zwei mit Gugeln vermummte Männer an den Baumstämmen hinab und zogen die Sicheln, die sie an den Leibgurten trugen. Die Klingen blitzten auf, als das Mondlicht kurz durch die Wolkendecke drang.

"Loset!", forderte einer der Wächter.

Joß nickte ihm kurz zu.

"Gott grüß dich, Gesell. Was ist dein Wesen?", fra

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