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Die letzte Schlacht Die Königskriege 3 von Low, Robert (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 08.09.2015
  • Verlag: Heyne
eBook (ePUB)
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Die letzte Schlacht

Die große Mittelalter-Saga von Bestsellerautor Robert Low Schottland 1314: Seit acht bitteren Jahren regiert Robert the Bruce das Land mit eiserner Hand. Es ist ihm gelungen, fast alle englischen Besatzer zu vertreiben. Doch der lange Krieg hat viele Leben zerstört. Unzählige Männer sind gefallen, Frauen und Kinder sind dahingeschlachtet worden oder hinter Kerkermauern verschwunden. Es bleiben noch drei Festungen mit englischer Besatzung, die Robert niedermachen muss, um den englischen König Edward II. endgültig zu besiegen. Doch Edward, den die Schmach der Niederlage zu neuen Taten treibt, setzt alles daran, Schottland doch noch zu unterwerfen. Auf beiden Seiten sammeln sich die verbliebenen tapferen Krieger zur letzten Schlacht ... Robert Low ist Journalist und Autor. Mit 19 Jahren war er als Kriegsberichterstatter in Vietnam. Seitdem hat ihn sein Beruf in zahlreiche Krisengebiete der Welt geführt. Um seine Abenteuerlust zu befriedigen, nimmt er regelmäßig an Nachstellungen von Wikingerschlachten teil. Robert Low lebt in Largs, Schottland - dem Ort, wo die Wikinger schließlich besiegt wurden.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 544
    Erscheinungsdatum: 08.09.2015
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783641160081
    Verlag: Heyne
    Serie: Heyne Bücher 41244
    Originaltitel: The Lion Rampant
    Größe: 1552 kBytes
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Die letzte Schlacht

KAPITEL 1

Roxburgh

Fastnachtsdienstag 1314

Frixco de Fiennes eilte über das Kopfsteinpflaster, um in den Schutz des Torhauses zu gelangen. Der kalte Nieselregen machte die ohnehin graue Abenddämmerung so trübsinnig wie ein Häufchen nasser Asche. Alles passte zu seiner Stimmung, besonders wenn er zu der Gestalt hinübersah, die unter dem Torbogen stand und sich leise hin und her wiegte: Aggie mit dem Kind im Arm. Seufzend ging er zu ihr hin, nahm seine Mütze ab und schüttelte die Nässe aus.

"Aggie", sagte er müde. "Du solltest doch nicht hier auf mich warten."

"Niemand kann uns hören. Die Wachen sind in ihrem Verschlag", erwiderte sie mit ruhiger Stimme. "Außerdem schlafen sie."

Frixco fluchte unhörbar und nahm sich vor, die Männer aufzuscheuchen, wenn er hier fertig war. Von irgendwo hinter ihm ertönte eine Lachsalve aus der großen Halle, wo man den Abend vor Aschermittwoch beging, indem man sich noch einmal richtig die Bäuche vollschlug.

"Nein, du brauchst dir keine Sorgen zu machen", fügte Aggie bitter hinzu. "Ich will dich nicht lange belästigen - nur etwa so lange, wie es gedauert hat, um dieses Würmchen hier zu zeugen."

Frixco brachte mühsam ein Lächeln zustande, doch er wünschte sich diese Frau samt ihrem Kind hundert Meilen weit weg.

"Ich kann nur ein paar Silbermünzen erübrigen", sagte er bedauernd, doch er merkte sofort, dass sie ihm diese Lüge nicht abnahm. Die Verzweiflung ließ ihren Mund zu einer schmalen Linie werden, aber sie nickte, während sie ihre freie Hand nach dem Beutel ausstreckte.

Selbst diesen gab er nur widerwillig her, und nicht zum ersten Mal verwünschte Frixco die Tochter des Burgkochs und hoffte dabei, sie würde es für sich behalten, wer der Vater ihres Kindes sei. Im Geiste sah er schon Sander mit dem Fleischerbeil, sodass er kurz die Augen schließen musste, ehe er Aggie mit einem flüchtigen Lächeln ansah.

Ihr Blick drückte nichts als Verachtung aus. Jetzt wandte er sich der großen Halle zu, erinnerte sich jedoch an die schlafenden Wachen, machte kehrt und ging an ihr vorbei. Aggie hörte, wie er den Männern drinnen die Meinung sagte, während sie ihr Schultertuch um sich und das Kind schlug und aus dem Schutz des Torhauses in den Nieselregen hinaustrat.

Sie ging jedoch nicht zu ihrem Bett im Küchengebäude zurück, wo ihr Vater nach wie vor wütend von ihr verlangte, endlich den Namen des Mannes zu nennen, der ihr den Bastard gemacht hatte. Immer noch konnte sie es kaum fassen, dass sie Frixco zu Willen gewesen war - aber andererseits konnte sie es auch wieder verstehen. Er war immerhin der Truchsess, der Bruder des Vogts, und hatte einen gewissen Einfluss. Darüber hinaus hatte er Geld, wenn er sich auch nur ungern davon trennte, und einen Sommer lang schien er ihr die Möglichkeit zu bieten, Roxburgh zu verlassen.

Als sie zu den regennassen Zinnen des Torhauses hinaufstieg, musste sie an den Gefangenen denken, dem sie jeden Tag das Essen gebracht hatte, solange sie Schale, Löffel und Becher noch tragen konnte, ohne etwas zu verschütten - sieben Jahre lang, mindestens. Er und ich haben das gleiche Schicksal, dachte sie, Gefangene in diesem Gemäuer, das an drei Seiten von Wasser umgeben ist. Sie war fünfzehn Jahre alt, und ihr Leben war vorüber.

Sie stand auf dem Dach des Torhauses, dicht am Kohlebecken, in dem der Nieselregen in der Glut zischte. Der Wind fegte das Wolltuch vom Kopf des Kindes. Schnell hüllte sie ihn wieder ein.

"Aber Mädchen", hörte sie eine Stimme. Sie drehte sich um und sah Leckie, der sie unter seinem Helm anlachte. "Du solltest mit dem Kleinen runter ins Warme gehen und nicht hier im Wind stehen. Ihr holt euch beide den Tod hier oben."

Aggie mochte Leckie. Er sah sie nie schief an oder stellte ihr peinliche Fragen wegen des Kindes. Er war freundlich und teilte oft Brot und Käse mit ihr, wenn sie heraufkam, um sich den Wind um die N

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