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Die Liebe kommt selten allein Roman von Coleman, Colleen (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 02.07.2019
  • Verlag: Piper Verlag
eBook (ePUB)
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Die Liebe kommt selten allein

Mit achtundzwanzig Jahren muss Evelyn erkennen, dass ihre Ehe mit James in eine Sackgasse geraten ist. In Dublin will sie ihr Leben neu ordnen. Sie nimmt einen Job in einem charmanten kleinen Pub an, und zu ihrer eigenen Überraschung gefällt ihr die Arbeit. Sie ist endlich mal wieder so richtig glücklich. Und sie verliebt sich in den Musiker Danny. Gemeinsam schmieden sie schon Zukunftspläne, als eine Reihe unvorhergesehener Ereignisse Evelyns Welt noch einmal gehörig durcheinander bringt. Ist Evelyn bereit, all ihren Mut zusammenzunehmen und für ihre Träume zu kämpfen? Colleen Coleman ist eine irisch-kanadische Schriftstellerin. Sie arbeitete zehn Jahre lang als Lehrerin für Englisch und Philosophie, bevor sie ihren großen Traum wahr machte und ihren ersten Roman schrieb. Heute lebt sie mit ihrem Ehemann und ihren Zwillingstöchtern in London, Irland und auf Zypern.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 304
    Erscheinungsdatum: 02.07.2019
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783492993111
    Verlag: Piper Verlag
    Serie: Piper Taschenbuch 31330
    Originaltitel: I'm Still Standing
    Größe: 4240 kBytes
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Die Liebe kommt selten allein

2

Drei Monate später

Frühstücksspeck. Der effektivste Wecker der Welt. Ich höre, wie er in der Pfanne brutzelt. Gegen meinen Willen werde ich wie per Zielsuchautomatik davon angezogen. Der Duft von Speckscheiben, die über Eichenholz geräuchert wurden und nun in Butter gebraten werden, wabert den Flur entlang und dringt in mein Zimmer.

Ich bin wieder zu Hause. Bevor ich überhaupt die Augen geöffnet habe, kann ich das mit absoluter Sicherheit sagen - das wunderbare Aroma eines reichhaltigen, frisch zubereiteten irischen Frühstücks, der pfeifende Wasserkessel auf dem Aga-Ofen, das Muhen der Rinder auf der Weide, der lokale Radiosender, der stündlich aktualisierte Nachrichten über das Wetter und die aktuellen Beerdigungsfeiern liefert.

Ich reibe mir die Augen. Seit ich hier bin, habe ich so viel geschlafen. Mum denkt vermutlich, dass ich den Schlaf gebraucht habe. Was auch immer es ist, ob ein emotionaler Burn-out oder eine Nebennierenschwäche, ob ich völlig platt und gerädert bin und einfach nur die großartige, altmodische Verhätschelung von Mammy Dooley und viel Ruhe und Schlaf gebraucht habe, ich fühle mich schon viel besser. Ich komme mir aber auch ein wenig so vor, als sei ich nie weg gewesen. Und das ist kein gutes Zeichen für eine erwachsene Frau. Ich muss mir eine Wohnung besorgen, lernen, allein zu leben, und allmählich damit anfangen, mich mit diesem Gedanken anzufreunden ... aber jetzt noch nicht. Bevor ich herkam, war ich zu gestresst, um darüber nachzudenken. Mittlerweile bin ich wahrscheinlich zu entspannt dafür, mich mit einer Aufgabe unter Druck zu setzen, die ich schlichtweg auf einen anderen Tag verschieben kann.

So, da bin ich nun also, wieder zurück im Bauernhaus. Eingemummelt im unteren Etagenbett, dessen Metallrahmen immer noch mit Elfen- und Herzaufklebern übersät ist und in den die verschlüsselten Initialen von allen, für die wir in Jugendjahren geschwärmt haben, gekratzt sind. Ich bin wieder da, auf der anderen Seite des jungen Liebestraums, im Kinderzimmer, das ich mir während meines vorehelichen Lebens mit meiner Schwester geteilt habe.

"Evelyn, bist du schon wach? Frühstück steht auf dem Tisch!"

Ich weiß, wie lieb es ist, dass sie mich so bemuttert. Übertrieben bemuttert mit ihren liebevoll gebutterten Schnitten vom selbst gebackenen Brot, mit Käse, frisch gelegten Hühnereiern und Unmengen von Tee mit Zucker und Milch ... Aber so kann es nicht weitergehen. Mir ist klar: Für meine Selbstachtung und den Cholesterinspiegel muss ich mir langsam Gedanken darüber machen auszuziehen ... wirklich.

"Hast du mich gehört, Evelyn? Komm, solange das Essen noch warm ist."

Ich stöhne, schlage die Bettdecke zurück und komme nicht umhin zu denken, dass ich vielleicht ein wenig überstürzt aus dem Cottage ausgezogen bin. Ja, dorther rührt mein Herzschmerz, und ja, es wäre ein einziger Albtraum gewesen, aber wenigstens hätte ich mich dort nicht wieder wie eine Neunjährige gefühlt.

Im Morgenmantel und riesigen Pantoffeln in Bärentatzenform gehe ich in die Küche. Ich bleibe auf der Türschwelle stehen und reibe mir im Licht der hellen Morgensonne noch einmal die Augen.

"Setz dich hin und iss. Das hier ist der perfekte Start in den Tag." Sie legt mir ein weiteres Würstchen auf den Teller. Und dann noch eine Scheibe Blutwurst.

"Bitte, Mum. So kann ich nicht weiteressen."

Sie schaut zu mir auf. "Was stimmt denn mit meinem ... Du meine Güte, warte mal!"

Mit einem Geschirrtuch saust sie zum Aga-Ofen und kehrt mit einer Schüssel Waldpilze zurück.

"So ist's recht!" Sie setzt sich hin und lächelt zufrieden. "Nun sag schon: Was ist an meinem Essen falsch? Beste Speisen, eines Königs würdig!"

"Das sind sie auch. Es schmeckt köstlich. Aber innerhalb kürzester Zeit werde ich aus allen Nähten platzen." Und wir reden hier nur vom Frühstück. Beim zweiten Frühstück serviert sie eine heiße, fr

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