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Die Lilienbraut Roman von Simon, Teresa (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 11.05.2020
  • Verlag: Heyne
eBook (ePUB)
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Die Lilienbraut

Köln in den Vierzigerjahren. Die junge Nellie Voss hat gerade eine Stelle bei 4711 angetreten. Schnell wird ihr klar, dass sie ein untrügliches Gespür für Düfte hat. Ab und zu vergisst sie darüber sogar, dass ein schrecklicher Krieg tobt. Doch noch mehr beschäftigt sie ihre aussichtslose Liebe zu einem Mann, den sie nicht haben darf ...

Köln in der Gegenwart: Nach ihrer schmerzhaften Trennung eröffnet Liv einen kleinen Laden für Seifen und Düfte im Stadtviertel Ehrenfeld. Eines Tages begegnet sie auf der Straße zufällig einer geheimnisvollen weißhaarigen Dame, die bei ihrem Anblick regelrecht erschüttert ist und sie beschimpft. Wer ist sie, und was verbindet sie mit Liv?


Teresa Simon ist das Pseudonym der promovierten Historikerin und Autorin Brigitte Riebe. Sie ist neugierig auf ungewöhnliche Schicksale und lässt sich immer wieder von historischen Ereignissen und stimmungsvollen Schauplätzen inspirieren. Die SPIEGEL-Bestsellerautorin ist bekannt für ihre intensiv recherchierten und spannenden Romane, die tiefe Emotionen wecken. Ihre Romane Die Frauen der Rosenvilla, Die Holunderschwestern und Die Oleanderfrauen wurden alle zu Bestsellern.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 496
    Erscheinungsdatum: 11.05.2020
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783641221270
    Verlag: Heyne
    Serie: Heyne Bücher 42244
    Größe: 2178 kBytes
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Die Lilienbraut

2
Köln, Mai 1940

Wann hat eigentlich alles angefangen?

Bereits im Februar, als die Kinder der Pfarrei St. Joseph so traurig waren, weil der Karnevalsumzug verboten worden war und der neue Kaplan heimlich für sie eine kleine kostümierte Feier im Pfarrsaal veranstaltet hat? Damals habe ich ihn zum ersten Mal gesehen, und gefallen hat er mir auf Anhieb: groß, athletisch, von der Figur her eher einem Sportler als einem Geistlichen ähnelnd, mit dunkelgrünen Augen und braunen Haaren, die lockig wären, würde er sie nur eine Spur länger tragen.

Oder war es, als wir mit unseren Körben die Ostermesse besucht haben, um traditionsgemäß Brot, Eier und Schinken weihen zu lassen?

Beim Hinausgehen hat er an der Kirchentür jedem die Hand geschüttelt und frohe Ostern gewünscht. Plötzlich hat mein ganzer Körper gekribbelt, und als er mich dann auch noch so verschmitzt mit seinen Grübchen angelächelt hat, war ich verloren.

Greta schien es ähnlich zu ergehen.

»Was für ein Mann!«, hat sie gestöhnt, kaum dass St. Joseph hinter uns lag. »Und welch abgrundtiefe Verschwendung ...«

Muss ich betonen, dass Greta und ich seitdem keine Sonntagsmesse mehr versäumen? Wir, die bislang nicht gerade die regelmäßigsten Kirchgängerinnen waren?

Zum Glück sind es von unserer Wohnung in der Körnerstraße bis zur Kirche in der Venloer Straße nur wenige Schritte. Greta aber, eine begeisterte Langschläferin, nimmt dafür sogar die Anreise aus Lindenthal in Kauf. Dabei ist sie so gut wie verlobt. Aber das scheint sie manchmal zu vergessen. Vor allem, wenn sie Kaplan Benedikt Maria Weiss zu Gesicht bekommt.

Ich lasse ihr ihre Schwärmereien. Greta hat viel Temperament, das muss an dem italienischen Blut in ihren Adern liegen. Bei ihr fällt alles immer eine Nummer größer aus: Freude, Enttäuschung, Begeisterung, Trauer. Allerdings kann sie sich das auch leisten, denn sie stammt aus einer der angesehensten Familien der Stadt. Hätten wir beide nicht im gleichen Jahrgang die weiterführende Schulbank gedrückt, wären wir uns sicherlich niemals begegnet. So aber hat die Handelsschule für Frauen uns zu besten Freundinnen gemacht: Greta Farina, deren berühmte Vorfahren jene Parfümmarke ins Leben gerufen haben, die an allen europäischen Höfen Triumphe feiern konnte, und ich, die Halbwaise Nellie Voss, deren Mamm Ilka jeden Tag in der kleinen Eckkneipe Halflang Kölsch ausschenkt.

Normalerweise erzählen wir uns alles, wie beste Freundinnen es eben tun. Aber wie hätte ich ihr nur gestehen sollen, dass ich nicht mehr schlafe und kaum noch etwas herunterbringe, weil ich Tag und Nacht an ihn denken muss, obwohl ich doch genau weiß, dass es vollkommen aussichtslos ist, weil er sein Leben für immer Gott geweiht hat?

Welche Sünde begehe ich damit!

Nein, Abertausend Sünden sind es, denn ich bin von Woche zu Woche mehr in ihn verliebt.

Es zu beichten wage ich nicht.

Und wem auch?

Im Beichtstuhl von Pfarrer Greven würde ich kein Wort herausbringen, und selbst in einer anderen Kirche wäre es mir zu gefährlich. So bleibt mir nur dieses Tagebuch, um meine Gedanken zu sammeln und all das niederzuschreiben, was mich bewegt und bedrückt.

Bin ich oberflächlich oder sogar leichtsinnig?

Aus gleichaltrigen Jungs hab ich mir nie viel gemacht, sie erscheinen mir immer so naiv und unreif; vor erwachsenen Männern jedoch habe ich mich bislang gehütet.

»Sieh dich vor, Nellie«, so Mamms warnende Worte. »Wenn du schwanger wirst, dann musst du auch heiraten. Selbst, wenn es der falsche Mann fürs Leben ist ..

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