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Die Macht des Maori-Amuletts Neuseelandroman von Walden, Laura (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 28.09.2018
  • Verlag: Bastei Lübbe AG
eBook (ePUB)
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Die Macht des Maori-Amuletts

Schon seit jeher spielt der Pounamu, der heilige Grünstein der Maori, bei den Frauen der Familie Parker eine geradezu magische Rolle. Auch die junge Mila bildet da keine Ausnahme: Ihre Schmuckdesigns sorgen in Auckland für großes Aufsehen. Als sie aus der Hand eines attraktiven Fremden ein perfekt gearbeitetes Amulett entgegennimmt, spürt sie sofort, wie einzigartig es ist. Doch noch weiß Mila nicht, welch verhängnisvolle Folgen das Schmuckstück für ihre eigene Urgroßmutter hatte. Können die Wunden der Vergangenheit endlich heilen? Und bestimmt dieses Liebesamulett auch Milas Schicksal? Laura Walden studierte Jura und arbeitete einige Jahre als Rechtsanwältin in Hamburg. Doch dann siegte ihre Leidenschaft fürs Erzählen spannender Geschichten, und so entschied sie sich, die Schriftstellerei zu ihrem Beruf zu machen. Wie weise dieser Entschluss war, zeigt der Erfolg ihrer mitreißenden Romane, bei denen es immer um dunkle Familiengeheimnisse vor atemberaubender Landschaft geht.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 509
    Erscheinungsdatum: 28.09.2018
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783732556199
    Verlag: Bastei Lübbe AG
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Die Macht des Maori-Amuletts

P ROLOG

H OKITIKA , J ANUAR 1951

Der Twist, der in seiner Form an eine Acht erinnerte und von den Ahnen Pikorua genannt wurde, war schon von jeher Hines Lieblings-Maori-Symbol. Jedes Mal, wenn Hine ein Amulett aus Grünstein herstellte, tat sie dies mit großer Leidenschaft. Allein der erste Schritt, sich die unbearbeiteten Grünsteine, die man auch als Nephrit-Jade bezeichnete, aus dem Wasser zu holen, versetzte sie in einen regelrechten Rausch. Wer war auch schon in der privilegierten Lage, den begehrten Edelstein vom Grund eines namenlosen Nebenarms des großen Flusses auf dem eigenen Grundstück zu "ernten"? Bisher war dieser Strom dunkelgrünen Goldes noch nie versiegt. Das Anwesen der Familie lag ein paar Meilen nördlich von Hokitika am Ufer des Flusses Arahura, der auf Neuseelands Südinsel als der Fluss mit dem höchsten Aufkommen von Nephrit-Jade galt. Grünstein gab es in allen Schattierungen von hell bis ganz dunkel. Im Flussarm auf dem Grundstück war er fast schwarz, was ihn in bearbeitetem Zustand - beispielsweise als Amulett - besonders edel aussehen ließ.

Nach diesem magischen Jadestein waren sowohl dieses Stück Land als auch das Hotel benannt, das Hines Familie seit vier Generationen betrieb: Pounamu, wie der Stein bei den Maori hieß. Hines Urgroßmutter, die legendäre Maata, über die mehr wilde Geschichten überliefert waren als über den Rest der Familie zusammen, hatte während des Goldrausches aus einer kleinen Pferdestation eines der ersten Häuser am Platz gemacht. Da es ein paar Meilen außerhalb der Boomtown lag, zu der Hokitika in der großen Zeit des Goldrauschs herangewachsen war, war es bei den etwas wohlhabenderen Glückssuchern sehr beliebt gewesen. Der Hotelname war noch heute über dem Eingang zu lesen. An dem Schild war die Zeit scheinbar spurlos vorübergegangen. Sonst erinnerte kaum mehr etwas an den Glanz, den das Hotel in der Mitte des 19. Jahrhunderts besessen hatte. Die Farben an der Fassade des Haupthauses waren abgeblättert, und die Nebengebäude, in denen zu Maatas Zeiten ein Großteil der Fremdenzimmer gelegen hatte, machten einen baufälligen Eindruck. Das Hotel war noch in Betrieb. Seine acht Gästezimmer befanden sich in einem Anbau des Haupthauses, der sich sehr romantisch bis zum Ufer des Flussarmes erstreckte. Als Speisesaal für die Gäste diente heutzutage das frühere Esszimmer, das Hine und ihr Mann kaum benutzten. Zu Maatas Zeiten hatte die Familie dort gemeinsam mit den feineren Gästen gespeist. Trotz der edlen Einrichtung, die unverändert geblieben war, war vom einstigen vornehmen Flair des Hauses kaum mehr etwas spürbar. Im Gegenteil, über dem Anwesen wehte der Hauch von verblichenem Charme.

Wie eine Naturgewalt war der Goldrausch über diesen gottverlassenen Landstrich hinweggefegt. Aus dem unbedeutenden Ort Hokitika war über Nacht eine glitzernde Metropole geworden, mit all den Schattenseiten, die ein Goldrausch so mit sich brachte: Gier und Gewalt, Tod und Verderben. Aber endlich wusste man - und das nicht nur in Neuseeland -, wo dieses Hokitika überhaupt lag. Doch als der Spuk vorüber war, versank es wieder in der Bedeutungslosigkeit. Mehr denn je schien dieser an der rauen Westküste gelegene Flecken Erde vom restlichen Land wie abgehängt zu sein. Da half auch die berauschende Natur nicht, und selbst die malerischen Blicke auf die gigantischen schneebedeckten Berggipfel im Süden zogen selten Reisende an. Wenn sich doch einmal Fremde ins Pounamu verirrten, dann bot Hine Turner ihnen voller Hingabe eines der letzten noch vorzeigbaren Zimmer an und versorgte sie kulinarisch wie die Könige. Leben konnten ihr Mann Jack und sie jedoch nicht von den paar Gästen. Jack hatte nach dem Tod seiner Eltern deren Pub an der Hauptstraße von Hokitika übernommen, die mit ihren salonartigen niedrigen Holzhäusern immer noch aussah wie dem Wilden Westen entsprungen. Die Kneipe warf zwar kein Vermögen ab, aber für ein einfache

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