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Die Maitresse Aufstieg und Fall der Gräfin Cosel von Jasmund, Birgit (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 21.07.2020
  • Verlag: Aufbau Verlag
eBook (ePUB)
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Die Maitresse

Sachsen 1705: Anna Constantia von Cosel ist die mächtigste Frau Sachsens. Durch ihre Anmut und Klugheit hat sie das Herz von König August dem Starken erobert. Doch Anna Constantina ist nicht wie andere Frauen am Hofe. Sie ist stolz, unnahbar und hat ihren eigenen Kopf. Zunächst geht König August auf ihre Bedingungen ein, doch dann wird Anna ihre Unabhängigkeit und Klugheit zum Verhängnis. Über 40 Jahre sperrt ihr Geliebter sie auf Burg Stolpen ein, bis eines Tages die junge Julia Tiburti auftaucht und alles daransetzt die Gräfin zu befreien. Birgit Jasmund, geboren 1967, stammt aus der Nähe von Hamburg. Nach dem Studium der Rechtswissenschaften in Kiel hat das Leben sie nach Dresden verschlagen. Wenn einem dort der Wind so richtig um die Nase weht, hält sie nichts im Haus. Im Aufbau Taschenbuch Verlag sind von ihr bereits die historischen Romane "Die Tochter von Rungholt", "Luther und der Pesttote", "Der Duft des Teufels", "Das Geheimnis der Porzellanmalerin", 'Das Erbe der Porzellanmalerin', "Das Geheimnis der Zuckerbäckerin" sowie bei Rütten & Loening die Liebesgeschichte "Krabbenfang" erschienen.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 320
    Erscheinungsdatum: 21.07.2020
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783841219633
    Verlag: Aufbau Verlag
    Größe: 2355 kBytes
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Die Maitresse

Kapitel I

1731

A uf der Burg Stolpen saßen vier Soldaten in der Wachstube und würfelten. In einer Ecke bullerte ein eiserner Ofen. Die Männer hatten ihre Uniformröcke ausgezogen und die Halstücher gelockert. Vor der Tür wehte ein eisiger Februarwind über Bergrücken und Täler, heulte um die Türme der Burg. In den Wäldern knarrten die Tannen, und feine Schneekristalle stachen wie Nadeln in Nasen und Wangen. Binnen Stunden türmten sich mehr als mannshohe Schneewehen auf, anderswo lag der Boden blank. In den Ställen drängte sich das Vieh genauso zusammen wie die Männer in der Wachstube. Das Rauschen des Windes übertönte beinahe das Läuten der Kirchenglocken um sechs Uhr am Abend. Nur einer der Spieler hob den Kopf, die anderen starrten wie gebannt auf die rollenden Würfel.

"Das Abendläuten", sagte er.

Die anderen horchten nun ebenfalls.

"Was du hast. Ich höre nichts", widersprach der, der wegen seiner roten Haare Kupferner Hans genannt wurde.

"Sie läuten trotzdem. Zwei von uns müssen gehen." Der Sprecher schaute sich auffordernd in der Runde um. Er war der Älteste unter den Wachsoldaten und nahm das Privileg für sich in Anspruch, die anderen herumzukommandieren.

Alle schauten beflissen auf den Tisch. Niemand wollte freiwillig vor die Tür gehen, wo die Kälte einem in jeden Knochen fuhr. Egal, ob man einen oder zwei Umhänge trug, einen Schal um Hals und Nase wickelte und sich die Mütze tief ins Gesicht zog, der unbarmherzige Wind fand eine Lücke.

"Nun los!" Der Älteste schaute den Jüngsten in der Runde an. "Wir bekommen Ärger, wenn die Magd mit dem Abendessen vor der Tür der gnädigen Dame warten muss."

"Ich bin erkältet." Der Junge, auf dessen Wangen nur wenige Barthaare sprossen, zog demonstrativ die Nase hoch.

Der Blick des Ältesten blieb nun an dem Mann mit dem roten Haar hängen.

"Was interessiert mich das", murrte der Kupferne Hans. "Ich bin gestern gegangen, und da war das Wetter um keinen Deut besser."

"Du und der Kupferne Hans gehen", bestimmte schließlich der Älteste.

"Du bist keiner der vorgesetzten Offiziere und hast gar nichts zu sagen", widersprach der Bengel und zog erneut die Nase hoch.

"Ich könnte dein Vater sein."

"Schönen Dank auch. Ein liebender Vater schickt den Sohn nicht in die Kälte hinaus, sondern geht selbst."

Der Kupferne Hans lachte zu diesen Worten des Milchgesichts. "Was sagst du nun?", wollte er wissen.

Das Abendläuten war längst verstummt, die Würfel auf dem Tisch vergessen, und der Streit in der Wachstube wurde hitziger. Der Kupferne Hans sprang auf und ballte die Hände zu Fäusten. Er blickte wild um sich, als könne er sich nicht entscheiden, wen sein Schlag zuerst treffen sollte.

"Na, na", mischte sich der Vierte, der bisher geschwiegen hatte, besänftigend ein. Er kam nicht dazu, mehr zu sagen, denn in diesem Moment flog die Tür auf.

Mit einem Schwall kalter Luft trat Hauptmann Johann Holm ein. Er schüttelte Nässe von Hut und Mantel. Die Soldaten waren aufgesprungen und hatten Haltung angenommen. Holm unterstanden die vierzig Soldaten auf der Festung Stolpen, die für die Bewachung der Gefangenen abgestellt waren. Sein Blick huschte zwischen den Würfeln auf dem Tisch und den Männern hin und her. Er machte keine Anstalten, sie aus ihrer Habachtstellung zu entlassen. Ebenso wenig schloss er die Tür. Schnee wirbelte herein und verwandelte sich in der Wärme in Wassertropfen.

"Was soll das?", bellte Holm. Sein Blick blieb beim Kupfernen Hans hängen. "Bericht! Warum geht niemand, damit die Frau Gräfin ihr Abendessen erhalten kann? Die Magd steht mit dem Tablett vor der verschlossenen Tür und kann nicht hinein. Wenn ich sie nicht zufällig bemerkt hätte ... An wem ist die Reihe, die Tür zu öffnen?"

Keiner antwortete.

"Wer?"

"Wir haben gerade darüber gesprochen", murmelte der Kupferne Hans.

"Da gibt es nichts z

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