text.skipToContent text.skipToNavigation
background-image

Die Marketenderin von Köln (Historischer Roman) Das malerische und romantische Westfalen von Schücking, Levin (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 11.01.2016
  • Verlag: e-artnow
eBook (ePUB)
0,49 €
inkl. gesetzl. MwSt.
Sofort per Download lieferbar

Online verfügbar

Die Marketenderin von Köln (Historischer Roman)

Dieses eBook: 'Die Marketenderin von Köln (Historischer Roman)' ist mit einem detaillierten und dynamischen Inhaltsverzeichnis versehen und wurde sorgfältig korrekturgelesen. Aus dem Buch: 'Hubert warf sich ermüdet auf die Pritsche im Hintergrunde des kleinen, dunkeln, räucherigen Nachtlokals, um unterdes mit Muße über sein Schicksal nachzudenken. Wenn es wahr war, was der Kammerherr gesagt, daß er unter das Militär gesteckt werden sollte - und die Ablieferung in die Hände der Torwache schien dafür zu sprechen - so mußte dieses Schicksal trübselig sein. Wie unglücklich sahen die vier alten, magern, verwitterten Menschen in den knappen, erstickenden, abgetragenen Monturen aus, die in dieser Höhle eine von einer giftigen Tabaksorte verpestete Atmosphäre atmeten! Mt ihnen in Reihe und Glied gestellt, mit ihnen gedrillt, gescholten, mißhandelt zu werden, aus jeder Anrede eines Unteroffiziers die offizielle Versicherung heraushören zu müssen, daß man als ehrlos und für jede Beleidigung wie vogelfrei betrachtet werde ... es war ein schauriger Gedanke, und es gehörte des Studenten unerschütterlicher Mut, seine elastische Geisteskraft dazu, in dieser Lage nicht zu verzagen.' Levin Schücking (1814-1883) war ein deutscher Schriftsteller und Journalist. Im besonderen ist es Schücking sehr oft gelungen, den Übergang von der alten zur neuen Zeit im Revolutions- und Napoleonischen Zeitalter mit eigentümlicher Stimmungsgewalt darzustellen. Landschaftlicher Hintergrund vieler seiner Erzählwerke sind Westfalen und das Rheinland, was ihm die Bezeichnung eines 'westfälischen Walter Scott' eintrug.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 400
    Erscheinungsdatum: 11.01.2016
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9788026849643
    Verlag: e-artnow
    Größe: 740 kBytes
Weiterlesen weniger lesen

Die Marketenderin von Köln (Historischer Roman)

Zweites Kapitel
Was der Student und das junge Mädchen in dem alten Hause entdeckten

Inhaltsverzeichnis
Es schlug acht Uhr in dem verwitterten alten Domturme, es schlug acht Uhr auf Groß- und auf Klein-St.-Martin, und acht Schläge hallten in verschiedenen Pausen, bald dumpf, bald hell, bald nahe, bald fern, von allen den zahllosen Türmen, die zwischen St.-Kunibert und St.-Severin lagen. Es war ein seltsames Konzert, das durch den dichten Nebel schwirrend bis in die kleinsten Sackgassen, Durchgänge und Höfe drang. Acht Uhr! Es wäre genug gewesen, wenn es die große Domglocke mit ihrem mächtig dahinrollenden Klange gesagt hätte; denn jedermann, der hören wollte, konnte nicht den geringsten Zweifel darüber hegen, daß die großen Glockenhämmer in dem Turme der Kathedrale achtmal aushoben und achtmal niederfielen. Aber die andern wollten es auch sagen. St.-Maria im Kapitol, St.-Maria zu den Staffeln, St.-Maria in der Kupfer - und die in der Schnurgasse wollten es auch verkünden; und was St.-Maria behauptete, damit waren St.-Kunibert, St.-Andreas, St.-Gereon, St.-Ursula und St.-Pantaleon so sehr einverstanden, daß sie es ausdrücklich laut wiederholten; und dann kamen die kleinem Heiligen: St.-Alban, St.-Mauritius und St.-Columba; sie machten sich ein wahres Vergnügen daraus, ihre vollständige Übereinstimmung mit den großen an den Tag zu legen und ihr Stimmrecht zu wahren, und so verkündeten sie alle, daß nun abermals eine Stunde ins Meer der Ewigkeit versunken.

"Bitte, gehen Sie voraus, Herr Bender," sagte das junge Mädchen zu ihrem Begleiter, als sie den Laden des Professors verlassen hatten; "leuchten Sie mir."

Der Student schritt voraus und ließ das Licht seiner Laterne auf den Boden der Straße fallen. Jungfer Traud faßte herzhaft ihren Mantel und ihr Sergeröcklein hinter sich zusammen, und auf ihre festen Schnürstiefelchen vertrauend, ergab sie sich, dem raschen Schritte Benders folgend, in das Unvermeidliche.

Ihr Weg mündete in eine Straße, wo der Schmutz noch unergründlicher war. Die beiden jungen Leute aber waren zu voll von ihrem Vorhaben, um sich viel daran zu kehren. Sie gingen der Hochpforte zu, über den Weltmarkt, dann links ab und eine Weile neben der düstern, niedern Georgskirche her, deren gewaltiger Turm noch massenhafter und breiter als bei Tage jetzt durch Nacht und Nebel dräute. Während in den Straßen, durch welche sie gekommen, hier und dort aus den Läden und aus den offenen Türen der Weinhäuser heller Lichtschein auf den Weg gefallen war, lag die ganze Gegend, in welche sie jetzt gelangten, durchaus in Dunkel und Finsternis. Doch glitt der enge Lichtkreis, den Huberts Laterne auf den Boden warf, rasch dahin, und innerhalb dieser Lichtsphäre bewegten sich ebenso rasch zwei männliche, mit Klappenstiefeln bewaffnete Beine und der untere Teil einer weiblichen Gestalt - denn von den Oberkörpern waren nur höchst unsichere zerflossene Umrisse zu unterscheiden. Entschlossen schritten sie vorwärts. Als sie die Kirche hinter sich hatten, gelangten sie auf einen kleinen viereckigen Platz, der allerdings vor dem unergründlichen Schmutz der Straßen den Vorteil darbot, daß man hier festen Boden unter den Füßen fühlte. Dafür aber war er durch Haufen von Kehricht und Schutt, die hier mit oder ohne obrigkeitliche Erlaubnis abgelagert waren, unwegsam gemacht, und die liebe Jugend, die, aus dem Zwinger der Bildungsanstalt entlassen, täglich hier ihre kindlichen Spiele aufzuführen Pflegte, hatte überall tiefe Löcher, wahre Schachtbaue angelegt, so daß Hubert Mühe hatte, in Schlangenlinien seinen Weg durch dieses schwierige Terrain zu finden. Endlich stand man am Ziele. Es war ein kleiner einstöckiger Vorbau, mit einem großen Einfahrtstore, über dem ein vorspringendes Schutzdach die Figur irgendeines nicht recht erkennbaren Heiligen schirmte. Traudchen zog einen Schlüssel hervor, um eine kleinere in das Tor eingeschnittene Einlaßtür zu öffnen.

"Wenn je

Weiterlesen weniger lesen

Kundenbewertungen