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Die Martini-Affären Roman von Adlerstein, Marion von (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 12.03.2013
  • Verlag: Piper
eBook (ePUB)
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Die Martini-Affären

Textchefin Bea hat es geschafft - ihre Kampagnen sind erfolgreich, sie wird von den Mitarbeitern geschätzt. Was ihre Kollegen nicht wissen: Beas Beziehung ist gescheitert und sie als über 30-jährige damit ein hoffnungsloser Fall. Nicht viel besser geht es Fernsehproduzentin Desi, die in ihren perfekten Kostümen zwar stets neidische Blicke erntet, privat aber vor einer Katastrophe steht: Sie heiratet einen Mann, für den sie nichts empfindet. Sekretärin Stella möchte genau so werden wie Desi und Bea: Schön, beliebt und erfolgreich, doch fehlt ihr eine entscheidende Gabe: Sie ist nicht im Geringsten kreativ. Diesen Makel macht sie mit ihren Königsdisziplinen wett: Intrige, Anbiederung, Ideenklau. Und diese Talente, kombiniert mit ihren neuen Jane-Debster-Peeptoes, führen sie tatsächlich immer weiter nach oben ...

Marion von Adlerstein, geboren 1932 in Sydney, arbeitete ab 1957 sieben Jahre lang als Webetexterin in London. Danach kehrte sie nach Australien zurück, wo sie einen Job bei der renommierten Werbeagentur J Walter Thompson fand, für die sie unter anderem neun Monate in New York arbeitete. Zurück in Australien heiratete sie den deutschstämmigen Baron Hans von Adlerstein und wurde Creative Director bei USP Needham. 1976 begann mit ihrem ersten Artikel in der Vogue ihre Karriere als renommierte Mode- und Etikette-Journalistin. "Die Martini-Affären" ist ihr erster Roman.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 448
    Erscheinungsdatum: 12.03.2013
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783492961912
    Verlag: Piper
    Originaltitel: The Freudian Slip
    Größe: 2296 kBytes
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Die Martini-Affären

1. Kapitel

G uy K Garland beugte sich über seinen Schreibtisch und spielte mit den kunterbunten angespitzten Bleistiften, die in einem weißen Casa-Pupo-Becher steckten. Nach kurzem Überlegen – als wählte er ein zur Krawatte passendes Einstecktuch aus – entschied er sich für den dunkelblauen Stift. Den legte er auf seinen Terminkalender, der bei Montag, den 10. September 1962 aufgeschlagen war, dann klopfte er eine Zigarette aus einer Papierpackung Kents und steckte sie sich mit dem Filterende in den Mund. Während er zum Telefonhörer griff, kramte er in der Uhrtasche seines Jacketts nach dem Feuerzeug und sagte: "Mavis, meine Liebe. Ich brauche eine Leitung."

"Ja, Mr Garland", säuselte die Stimme in seinem linken Ohr. Man hörte ein Klicken und dann das Tuten einer freien Leitung. Er steckte die Radiergummispitze des Bleistifts in die Wählscheibe des Telefons und drehte.

Dann zog er an der Zigarette, atmete den Rauch tief ein, pustete einen zittrigen Rauchkringel in die Luft und wiegte sich auf den Rollen seines Danish-Modern-Stuhls sanft vor und zurück. Vor dem Fenster schimmerte gegenüber auf dem Dach des AWA -Gebäudes in der York Street eine Nachbildung des Eiffelturms vor dem klaren blauen Himmel. Für ihn ein Musterbeispiel, dass die Australier sich lieber von ausländischem Design inspirieren ließen, statt Mut zu Originalität und einem eigenem Stil zu beweisen. Wohl ein Überbleibsel aus Kolonialzeiten. Die Kreativabteilung dieser Werbeagentur war ein Paradebeispiel dafür. Freddie Hackett heftete mit Vorliebe Werbekampagnen von Doyle Dane Bernbach aus New York oder Leo Burnett aus Chicago an seine Pinnwand und hielt seine Texter an, sie ganz genau zu studieren.

"Cowper." Die Stimme klang mehr nach Befehl denn nach freundlicher Begrüßung. Zumindest ging dieser Kunde selbst ans Telefon, statt sich hinter seiner Sekretärin zu verschanzen.

Als legte er einen Lichtschalter um, knipste Guy sein strahlendstes Lächeln an, weil er hoffte, man könne es durch das Telefon hören. "Russ! Guy hier. Zeit zum Mittagessen?"

"Was denn, heute?" Obwohl er bloß Vertriebsleiter bei Crop- O -Corn war – oder womöglich gerade deshalb – gebärdete Russ sich genauso herablassend-aggressiv wie sonst nur das höhere Management.

"Wir sollten besprechen, in welche Richtung es im nächsten Jahr gehen soll. Ich dachte ans Beppi's." Russ erwiderte nichts darauf, und nach ein paar Sekunden fuhr Guy, der fand, Geschäftliches lasse sich am besten bei einem guten Mittagessen besprechen, fort: "Ich weiß, es ist noch früh in der Woche, aber ich würde gerne einige grundlegenden Dinge abklären, ehe wir weitere Mitarbeiter ins Boot holen. Wenn wir dem Team die Marschrichtung vorgeben, wollen wir doch, dass sie der richtigen Fährte folgen." Clever, wie Guy war, verwandte er das kollektive "Wir", um dem Kunden das Gefühl zu vermitteln, sie teilten die Verantwortung für den Ausgang des kreativen Prozesses, wie auch immer der aussehen mochte.

"Ja, also, ich habe gerade mal in meinen Terminkalender geschaut." Russ sprach deutlich und mit leicht amerikanischem Akzent, als wolle er jedem unter die Nase reiben, dass er mal für drei Monate im Mutterkonzern von Crop- O -Corn in Chicago gearbeitet hatte. "Also gut. Um eins?"

"Bestens." Guy legte den Hörer auf und brüllte: "Stella!" Obwohl er gerade mal knapp eins siebzig groß war und so drahtig wie der Jockey George Moore, der in der Vergangenheit Prinz

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