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Die Melodie des Todes von Wallace, Edgar (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 13.03.2017
  • Verlag: Books on Demand
eBook (ePUB)
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Die Melodie des Todes

Das Werk "Die Melodie des Todes" ist ein 1932 veröffentlichter Roman von Edgar Wallace. Der Originaltitel lautet "The Melody of Death". Richard Horatio Edgar Wallace (geboren 1. April 1875 in Greenwich, London; gestorben 10. Februar 1932 in Hollywood, Kalifornien) war ein englischer Schriftsteller, Drehbuchautor, Regisseur, Journalist und Dramatiker. Wallace gehört zu den erfolgreichsten englischsprachigen Kriminalschriftstellern.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: none
    Seitenzahl: 172
    Erscheinungsdatum: 13.03.2017
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783743126640
    Verlag: Books on Demand
    Größe: 738kBytes
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Die Melodie des Todes

2 - Sunstars großes Rennen

Da war es wieder!

Jetzt war es zu hören, sanft und leidvoll über dem Wirrwarr von Lauten und dem Stimmgemurmel schwebend, dann versank es wieder, gleich einem verlorenen goldenen Faden, der verfangen im grauen Gewebe des Alltags aufglüht und erlischt ... Gilbert Standerton horchte gespannt und bemühte sich, den Ort, woher die Töne kamen, festzustellen.

Es war die 'Melodie in F -Dur', die der Musiker spielte.

"Es wird einen Gewittersturm geben."

Gilbert hörte die Stimme nicht. Er saß mit den Händen um die Knie und schweißüberströmtem Gesicht auf dem Bocke eines Wagens.

In seiner Haltung lag etwas Tragisches, das fast ein wenig Besorgnis erregen konnte. Das Profil, das er seinem gereizten Freunde zuwandte, zeigte klassische Linien - eine hohe und wohlgeformte Stirn, eine vielleicht etwas lange Nase, ein starkes und entschlossenes Kinn.

Als Leslie Frankfort zu dem geistesabwesenden Träumer aufblickte, mußte er an das landläufige Bild von Dante denken, obwohl Dante niemals einen steifen Hut trug oder ein so ausschließliches Interesse für die Menschenmenge an einem Renntage gezeigt hätte.

"Es wird ein Gewitter geben."

Leslie kletterte die paar Trittbretter hinauf und ließ sich auf den Sitz neben Gilbert fallen. Der andre fuhr aus seiner Träumerei auf.

"Wirklich?" fragte er und wischte sich die Stirne ab.

Doch als er um sich schaute, lenkte er seine Augen nicht auf die dunklen Wolken, die sich über Banstead ballten, sondern auf die dichtgedrängten Massen von Männern und Frauen, auf die grellen Plakate, die eindringlich den guten Ruf und die Gründung der 'alten Firma' verkündeten; auf die Bretterbuden am Hügel, die lange Reihe von Leinwandplanen, die man aufgestellt hatte, um irgendeinen Whisky anzupreisen; die dünnen Gerüste der Tribünen an der entgegengesetzten Seite der Rennbahn; die Geschäftigkeit, der Lärm und das lebensvolle Treiben der unübersehbaren Menschenmenge ließen auch ein Junigewitter als belanglos erscheinen.

"Wenn Sie nur wüßten, wie bemitleidenswert Sie mit Ihren herabgezogenen Brauen aussehn," sagte Leslie Frankfort etwas verärgert, aber gutmütig, "so würden Sie nicht in einer Pose dasitzen wie für ein Bild des 'ruinierten Spielers'. Mein lieber Freund, mit Ihrem langen, trübseligen Gesicht würden Sie ein gutes Modell für einen Farbdruck abgeben, der in der Weihnachtsnummer der Anti-Spielzeitung erscheinen müßte. Ich vermute, es gibt so eine Zeitung."

Gilbert lachte kurz.

"Diese Menschen interessieren mich," sagte er, sich zum Sprechen aufraffend. "Können Sie sich nicht vorstellen, was sie alles im Kopfe haben? Jeder einzelne von ihnen stellt eine eigene Persönlichkeit dar, jeder von ihnen trägt eine Hoffnung oder eine Furcht in seinem Herzen; jeder einzelne hat die Fähigkeit, zu lieben, zu hassen oder zu trauern. Schauen Sie auf den Mann dort!" sagte er und deutete mit seinem langen nervösen Finger.

Der Mann, auf den er zeigte, stand in einer kleinen grünen Oase, wo der Verkehr des Publikums so geregelt war, daß ein freier Platz blieb; in dessen Mitte war ein Mann von mittlerer Größe mit einem schwarzen steifen Hut im Nacken und einer langen dünnen Zigarre zwischen seinen weißen, regelmäßigen Zähnen zu sehen. Er war zu weit entfernt, als daß Leslie diese Einzelheiten hätte unterscheiden können, aber Gilbert Standertons Vorstellungskraft ergänzte die Lücken des Bildes, denn er hatte diesen Mann schon einmal gesehn.

Als fühle er die beobachtenden Blicke, drehte sich der Mann um und kam langsam zu dem abgegrenzten Wagenplatz heran. Er nahm die Zigarre aus dem Munde und lächelte, als er den Herrn auf dem Bocke erkannte.

"Wie geht es Ihnen, Sir?"

Seine Stimme klang schrill und dünn, als läge eine unermeßliche Entfernung zwischen ihnen, aber er schrie offenbar laut, um seine Stimme über das Stimmgebrause der Menge zu erhebe

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