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Die Moldau im Schrank von Marewski, Nina M. (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 04.12.2015
  • Verlag: Bilgerverlag
eBook (ePUB)
9,99 €
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Die Moldau im Schrank

Von einer Grenzgängerin, einem Serienmörder und Reisen in parallele Welten. Wenn das Unglaubliche wahr wird, ist nichts mehr wie zuvor. MIt Mann und Kindern hat sich Helena im Frankfurter Alltag eingerichtet. Unversehens öffnet sich ihr der Weg in eine andere Welt, die der unseren nur auf den ersten Blick ähnelt. Helena trifft auf ihr eigenes Ich auf eine Helena, die ein völlig anderes Leben führt als sie. Voll Angstlust erkundet Helena die faszinierend unendlichen Möglichkeiten ihres anderen Ichs: Was wäre wenn ...? Aber auf bedrohliche Weise kreuzen sich Lebenswege: Markus taucht auf, ein Mann, der schon als Kind mehr gesehen hat als andere Menschen und der schuldlos schuldig zum Mörder geworden ist. Helena hat eine Entscheidung zu treffen, die über Leben und Tod entscheidet.

Nina Maria Marewski ist 1966 in Frankfurt am Main geboren. Mit 16 Jahren hat sie, nach der Geburt ihres ersten Kindes, die Schule abgebrochen und anfänglich mit Gelegenheitsjobs ihr Leben bestritten. Es folgten zwei Jahrzehnte in einer Unternehmensberatung und eine Vertriebsgründung. Heute lebt und schreibt Nina Maria Marewski in Frankfurt.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 420
    Erscheinungsdatum: 04.12.2015
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783037629949
    Verlag: Bilgerverlag
    Größe: 1494 kBytes
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Die Moldau im Schrank

Lindgrüne Säulen

Annie und ich spielten Verstecken. Ich lief durch eine schmale Gasse und duckte mich hinter eine Mülltonne. Annie zählte bis zehn, das Gesicht der Hauswand zugewandt, mit den Händen den Blick nach beiden Seiten abschirmend.

"... acht, neun, zehn, ich komme!"

Ich hielt den Atem an. Dann hörte ich nahende Schritte und wollte davonlaufen. Ich rannte mit aller Kraft, kam aber kein bisschen vom Fleck, meine Füße schienen am Boden festgeklebt.

Dann befanden wir uns in einem Treppenhaus, wir liefen gemeinsam die Treppe rauf, und plötzlich waren wir erwachsen. Ich schloss die Tür zu einer Wohnung auf und stürmte mit ihr hinein. Wir warfen die Tür ins Schloss und lehnten uns mit dem Rücken daran, gleichzeitig rutschten wir in die Hocke und blieben auf dem Dielenboden mit dem Rücken zur Tür sitzen. Wir waren abgehetzt, und als wir uns in die Augen blickten, fingen wir beide zu lachen an. Wir lachten, bis wir uns die Bäuche halten mussten.

"Ich mach uns einen Kaffee", sagte ich in einer Atempause.

"Und ich mach gleich in die Hose", erwiderte sie, und wir prusteten schon wieder.

Es ist herrlich, eine Freundin wie Annie zu haben, dachte ich, als ich die kleine Alukanne mit Kaffee füllte und auf den Herd stellte.

Christians Hand wanderte meinen Rücken hinunter, streichelte zärtlich über meinen Po und zog mich an sich. Ich lag auf der Seite, sein Körper presste sich an meinen Rücken. Deutlich konnte ich seine Erregung spüren. Ich zog die Decke über meine Schulter und grummelte: "Lass mich noch ein bisschen schlafen!"

Er flüsterte Liebkosungen in mein Ohr, und ich war wieder in dieser Küche, sie tauchte wiederholt in meinen Träumen auf. Hier fühlte ich mich wohl, hier war ich zu Hause. Ich hörte Annie lachen, aber es gab keine zusammenhängenden Bilder mehr, nur noch Sequenzen, die sich mit der Realität mischten. Christians Hand war zwischen meine Beine gewandert, die Traumbilder schwanden, und mir entwich ein lustvoller Seufzer. Seine Hand umfasste meine Hüfte.

"Sei leise, mein Liebling, wir wollen die Kinder nicht wecken!", er biss zärtlich in meinen Nacken.

Wir waren ein routiniertes Paar, seit langem daran gewöhnt, das Sexualleben mit einem Schalldämpfer zu versehen. In den Morgenstunden lauerten Hyänen darauf, ein Geräusch aus unserem Zimmer zu hören, um dies als Startschuss für den Tag zu deuten und mit erschreckender Energie hereinzustürmen.

Halb schlafend, versuchte ich mir erotische Situationen auszumalen, es wäre mir fast gelungen, wäre nicht Marie ins Zimmer geplatzt. Unsere kleine Prinzessin, die Nachzüglerin, gerade mal drei Jahre alt, stampfte mit den kleinen nackten Füßen auf den Boden, Zornestränen liefen über ihr Gesicht.

"Tobi gibt mir nichts vom Kakao", brach es aus ihr heraus.

Christian gab einen Seufzer von sich und richtete sich auf. Dann strich er mir übers Haar.

"Bin gleich wieder da", sagte er, "bleib du noch liegen und warte auf mich."

"Schon gut", erwiderte ich und drehte mich auf den Rücken, "ich helfe dir."

"Nein, mein Engel, du kümmerst dich die ganze Woche darum, heute ist Samstag, du hast etwas Ruhe verdient."

Er war bereits auf den Beinen, und mit der kleinen Terroristin an der Hand verließ er das Schlafzimmer. Anstatt aufzustehen, zog ich die Decke noch höher über meine Schultern und schloss die Augen. Mein Traum fiel mir wieder ein. Was war das nur für ein Ort? Diese Wohnung, diese Küche tauchten in regelmäßigen Abständen in meinen Nächten auf. Sie waren mir vertraut, viel wirklicher als andere Traumbilder, vielleicht lag das an ihrer steten Wiederkehr.

Christian erschien in der Tür, er hatte ein Handtuch um die Hüften geschlungen. Selbst nach siebzehn Ehejahren wirkte er verführerisch auf mich, und dieses schelmische Lausbubengrinsen würde er wohl bis ins hohe Alter besitzen.

Er schlüpfte ins Bett und stellte ein Tablett zwischen uns, dara

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