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Die Mondschein-Lagune Roman von Deutsch, Dorette (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 17.05.2019
  • Verlag: Aufbau Verlag
eBook (ePUB)
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Die Mondschein-Lagune

Benvenuti a Venezia - der ewigen Stadt der Liebe. Antonias Leben in Berlin ist festgefahren. Die junge Archäologin zögert keine Sekunde, als ihr ein Forschungsauftrag in Venedig angeboten wird. Kaum angekommen, lernt sie die alte Contessa Ada Foscarini kennen, in deren Palazzo sie wohnen wird. Sie vertraut Antonia ein düsteres Geheimnis an, das wie ein Fluch über ihrer Familie liegt, und bittet sie um Hilfe. Mit dem Venezianer Dario begibt sich Antonia tief hinein in das Herz der Stadt und erkennt allmählich, dass sie in Venedig ihr Glück finden könnte - und vielleicht die Liebe. Eine zauberhafte Liebesgeschichte in den Gassen und Kanälen Venedigs - voller italienischem Lebensgefühl.

Dorette Deutsch hat Germanistik und Philosophie studiert, war Dozentin an der Universität Bologna und arbeitet als Autorin und Journalistin. Bei ihren Recherchen zu dem Brand am berühmten Opernhaus »La Fenice« hat sie den Zauber Venedigs für sich entdeckt und in zahlreichen Reportagen für die ARD darüber berichtet. Sie ist Autorin vielgelesener Reportage-Bände über Italien. Dorette Deutsch lebt in München und Genua, kehrt aber immer wieder gern nach Venedig zurück.
Mehr zur Autorin unter www.dorette-deutsch.de

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 352
    Erscheinungsdatum: 17.05.2019
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783841217035
    Verlag: Aufbau Verlag
    Größe: 2128 kBytes
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Die Mondschein-Lagune

Kapitel 2

Contessa Ada hatte Antonia in einen kleinen, etwas abgedunkelten Salon mit wenigen Möbeln und vielen Bildern an den Wänden gebeten, in dem es nach Lavendel und frischer Zitrone roch. Die geschlossenen persiane ließen nur wenig Licht des Nachmittags herein und warfen das Spitzenmuster der Vorhänge auf den braunen Graniglia-Fußboden. Unauffällig sah sich Antonia um.

Um einen verzierten Holztisch mit brauner Marmorplatte waren ein blaues Sofa und zwei breite, runde Sessel angeordnet, im hinteren Teil des Raums stand ein großer Tisch mit vier Stühlen. Der Raum war elegant, aber gediegen eingerichtet.

Ada Foscarini saß aufrecht in einem der beiden Sessel gegenüber Antonia, die auf dem Sofa Platz genommen hatte. Über ihr hing in prunkvollen weißgoldenen Rahmen eine ganze Galerie unterschiedlich großer Porträts von Frauen, die alle eine entfernte Ähnlichkeit mit der Contessa aufwiesen, obwohl die meisten dunkelhaarig waren. Eine der porträtierten Frauen trug ein hochgeschlossenes blaues Kleid und erinnerte Antonia mit ihrem melancholischen Zug um den Mund stark an Frida Kahlo.

Lächelnd überreichte Antonia ihr Gastgeschenk, einen wertvollen Bildband über preußische Schlossgärten.

»Oh, mia cara, das wäre doch nicht nötig gewesen, Ihre Gesellschaft ist mir Geschenk genug!«

Neugierig nahm die Contessa den Bildband entgegen.

»Und dieses schwere Buch haben Sie im Zug mitgenommen?«

Stefan nannte Antonia nicht umsonst die Frau mit den tausend Taschen, damit hatte er ausnahmsweise einmal recht.

»Natürlich, ich ... ich möchte mich für Ihre Gastfreundschaft bedanken.«

Ada blätterte ein paar Seiten um und betrachtete ihren Gast wohlwollend.

»Darf ich Ihnen etwas anvertrauen? Auch für mich war es zunächst ein etwas ungewöhnlicher Gedanke, eine junge Frau bei mir aufzunehmen, die ich gar nicht kenne. Aber dann hat meine Neugier gesiegt. Ich lebe seit langem sehr zurückgezogen, und von wenigen Freunden abgesehen ertrage ich manchmal nur noch die Gesellschaft meiner Erinnerungen und die meiner Katze natürlich. Ich habe mich auch gefragt, ob ich in meinem Alter überhaupt die richtige Gesellschaft für Sie bin.«

»Aber Contessa, natürlich!«, protestierte Antonia. Ada winkte lächelnd ab.

»Darf ich Sie Antonia nennen?«

Antonia nickte.

»Und nennen Sie mich bitte bei meinem Vornamen. Die Italiener sind zwar sehr auf ihre bella figura bedacht, aber auf Adelstitel haben wir Venezianer noch nie besonderen Wert gelegt, von Ausnahmen natürlich abgesehen. Laut italienischer Verfassung sind sie seit 1948 ohnehin ganz abgeschafft.«

Antonia war sich nicht sicher, ob sie die Contessa wirklich beim Vornamen nennen konnte.

»Aber nun bin ich gespannt, meine Liebe, was Sie mir von Ihrer Forschungsarbeit erzählen werden.«

Contessa Ada goss erdbeerfarbenen Wein in zwei elegant geschwungene Gläser.

»Probieren Sie ruhig, der Wein kommt vom Weingut meines Freundes Gianpaolo in den Hügeln von Valdobbiadene, das heute nur noch diesen schrecklichen Perlwein herstellt«, bemerkte die Contessa. »Wenn schon ein prickelndes Getränk, dann bitte Champagner! Und jetzt lassen Sie uns darauf trinken, dass Sie gut angekommen sind. Schließlich sind Sie auf Empfehlung meines alten Freundes Ettore del Vecchio angereist. Wenn mich Ettore um etwas bittet, hat er auch gute Gründe, und ich habe ihm bisher noch nie einen Wunsch abgeschlagen. Eine bessere Empfehlung als ihn gibt es nicht. Er kommt kaum noch nach Venedig, obwohl er hier geboren wurde. Wer es einmal aufgegeben hat, regelmäßig in die Stadt zu kommen, verliert allmählich die Beziehung zu ihr. In Venedig gibt es keine Halbheiten, auch das gehört zu dieser Stadt.«

Antonia bemühte sich, auf dem blauen Sofa ebenso aufrecht zu sitzen wie Ada.

»Ich verdanke Professor Del Vecchio sehr viel, denn eigentlich war er es, der mich auf mein Forsch

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