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Die Oleanderschwestern Roman von Caboni, Cristina (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 21.08.2017
  • Verlag: Blanvalet
eBook (ePUB)
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Die Oleanderschwestern

Zwei Schwestern, ein Blumengarten in der Toskana und ein Sommer, der alles verändert ... Wenn Iris inmitten ihrer Blumen ist, ist sie glücklich. Doch als eines Tages eine Frau vor ihr steht, die ihr bis aufs Haar gleicht, gerät ihre Welt ins Wanken. Wer ist sie und was hat das zu bedeuten? Wie Iris liebt es Viola, sich mit Blumen und ihren Düften zu umgeben. Die beiden sind Zwillinge und wussten bislang nichts von der Existenz der jeweils anderen. Um mehr über ihre Familiengeschichte zu erfahren, reisen die Frauen in die Toskana, wo sich der Landsitz der Donatis inmitten eines prachtvollen Blumengartens befindet. Die Schwestern werden bereits von ihrer Großmutter erwartet - und nur sie kann den beiden helfen, das Rätsel ihrer Herkunft zu lösen ... Cristina Caboni lebt mit ihrer Familie auf Sardinien, wo sie Bienen und Rosen züchtet. Ihr Debütroman Die Rosenfrauen verzauberte die Leser weltweit und stand in Deutschland wochenlang auf der Bestsellerliste. Ihr zweiter Roman Die Honigtöchter, der auf ihrer Heimatinsel spielt, und Die Oleanderschwestern waren ebenfalls große Erfolge. Der Zauber zwischen den Seiten ist nun Cristina Cabonis viertes Buch, das in der faszinierenden Welt der Bücher spielt.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 416
    Erscheinungsdatum: 21.08.2017
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783641213800
    Verlag: Blanvalet
    Originaltitel: Il Giardino dei Fiori Segreti
    Größe: 2189 kBytes
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Die Oleanderschwestern

5

Hibiskus (Hibiscus)
Als Garten- und Zimmerpflanze begleitet er uns durchs Leben, seine Blätter scheinen den Geschichten zu lauschen, die man in seiner Nähe erzählt. Die intensiv duftenden, farbenprächtigen Blüten sind ein Sinnbild für Schönheit und Vitalität. Der Hibiskus liebt heiße Sommer, ist anspruchslos, was den Boden angeht, wobei ihm sparsame Düngergaben guttun. Er ist empfindlich gegen Kälte und muss regelmäßig gegossen werden. Er blüht vom Frühling bis zum Herbst. Hibiskusblüten werden auch für Tees und in der Küche verwendet, beispielswiese als besondere Note bei Süßspeisen.

Francesco Donati ließ sich am Amsterdamer Flughafen erschöpft auf die Rückbank des Taxis sinken. Er fühlte sich hundeelend.

Eine strapaziöse Reise lag hinter ihm. In Geländewagen, Armeefahrzeugen oder Lkws von Mineralölfirmen hatte er sich irgendwie nach Nairobi durchgeschlagen, ein Flugzeug nach Kairo genommen und dort eines nach Rom, dabei hatte er kaum ein Auge zugetan, sondern die ganze Zeit über die richtige Antwort auf Iris' Fragen nachgedacht, nach einem Argument gesucht, damit er seine damalige Entscheidung rechtfertigen konnte. Aber ihm war nichts eingefallen.

In Rom hatte er dann aufgrund eines technischen Defekts vier Stunden auf den Anschluss nach Amsterdam warten müssen. Zeit genug, dass ihn beklemmende Erinnerungen überfielen, wie jedes Mal in Italien. Doch diesmal war das sein geringstes Problem gewesen Er steckte bis zum Hals in Schwierigkeiten. Die Vergangenheit würde ihn einholen, und er musste sich ihr stellen.

"Singel 97." Der Taxifahrer nickte und fuhr los. Trotz der späten Stunde pulsierte das Leben, die Stadt erstrahlte in hellem Licht, die Kanäle, die Brücken, die Fassaden der stolzen Bürgerhäuser im Zentrum. Einen Moment lang schloss er die Augen und strich sich mit den Fingern durch den Bart.

Er hatte das Geheimnis zwanzig Jahre lang gewahrt, und jetzt musste er für sein Schweigen bezahlen.

Warum zum Teufel war Iris bloß nach England gefahren? Und war es Zufall oder Schicksal, dass sie dort Viola getroffen hatte? Er rieb sich die Augen und schaute wieder aus dem Autofenster. Dann waren sie da. Francesco nahm das Gepäck aus dem Kofferraum und drückte dem Fahrer Geld in die Hand: "Behalten Sie den Rest." Auf den Abschiedsgruß reagierte er nicht, überquerte mit schnellen Schritten die Straße und ging die Stufen zum Kanal hinab. Er hatte Jonas nicht Bescheid gesagt, dass er kommen werde, was auch nicht möglich gewesen wäre, denn sein Freund besaß kein Telefon.

Als er auf das Boot kletterte, fütterte Jonas gerade auf dem Deck die Katzen. "Du scheinst dich gar nicht zu wundern, mich zu sehen", sagte er statt einer Begrüßung.

Jonas' Gesicht blieb unbewegt. "Deine Tochter war vor Kurzem hier und hat mir Fische für die Katzen vorbeigebracht. Sie ist ein gutes Mädchen, eigentlich unverständlich, bei deinen Genen."

Er runzelte die Stirn, legte noch einen Fisch in den Napf. "Wahrscheinlich hat sie es von ihrer Mutter ..."

Das war zu viel. "Ich bin nicht zum Diskutieren hier, ich brauche deine Hilfe", erwiderte Francesco ungehalten.

Das heisere Lachen seines Freundes klang, als würde es aus den Tiefen eines Strudels aufsteigen. "Sie hat mir gesagt, dass sie eine junge Frau gesehen hat, die ihr aufs Haar gleicht. Und sie hat nicht die geringste Idee, wer das sein könnte. Sie denkt an eine entfernte Verwandte. Albern, was?"

Francesco schwieg.

"Sie war verwirrt und zugleich irgendwie glücklich ... Kannst du dir das vorstellen? Sie hatte die eine oder andere Vermutung. Dass die Frau vielleicht irgendwie zur Familie gehört und du es ihr nicht gesagt oder es womöglich selbst nicht gewusst hast. So ist sie eben, sie denkt von jedem Menschen das Beste. Sogar von dir! Sie ist sicher, dass sich alles in Wohlgefallen auflösen wird."

Er hielt inne und lachte bitter, bevor er fortfuhr. "Ja, so ist sie. Sie möch

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