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Die Papiermacherin Roman von Walden, Conny (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 14.03.2011
  • Verlag: Goldmann
eBook (ePUB)
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Die Papiermacherin

Eine leidenschaftliche Liebesgeschichte zwischen zwei Welten

Um 1000 nach Christus in West-China: Eine Gruppe Papiermacher wird von Uiguren verschleppt und Richtung Westen gebracht. Unter ihnen sind auch Meister Wang und seine hübsche Tochter Li. In Samarkand lernt Li den sächsischen Ritter Arnulf von Ellingen kennen, der von der Papiermacherin sogleich fasziniert ist. Zwischen den beiden entfaltet sich eine leidenschaftliche Liebe. Doch als Arnulf Opfer einer Intrige wird, müssen beide fliehen, und eine abenteuerliche Reise über Venedig bis nach Magdeburg beginnt ...

Conny Walden ist das Pseudonym für das Autorenduo Alfred und Silke Bekker. Alfred Bekker schreibt Fantasy, historische Romane, Kinder- und Jugendbücher. Seine Frau Silke Bekker veröffentlicht vor allem Humoresken und Erzählungen. Unter dem Pseudonym Conny Walden schreiben sie gemeinsam historische Romane.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 416
    Erscheinungsdatum: 14.03.2011
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783641046101
    Verlag: Goldmann
    Größe: 1205 kBytes
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Die Papiermacherin

" Neunzehntes Kapitel

Geständnisse und Wendungen (S. 235-236)

"Für heute ist die Arbeit geschafft", sagte Li seufzend. "So sieht man, dass es auch mit weniger Händen geht, wenn es sein muss ..." Der blinde Christos nickte. Die anderen Tagelöhner waren längst fort, aber Christos hatte ihr noch geholfen, eine Liste dessen zu erstellen, was dringend auf dem Forum Tauri eingekauft werden musste. Die Liste war erschreckend lang, wie Li feststellte. Insbesondere wurden geeignete Lumpen knapp. Die Händler, die Konstantinopel auf dem Landweg erreichten, kamen nicht mehr, seitdem die Bulgaren in Thracien eingefallen waren. Und diejenigen, die in der Stadt lebten, trieben einfach nicht genug Nachschub an alten Kleidern auf, obwohl die Preise dafür inzwischen spürbar gestiegen waren – ein Umstand, an dem Li nicht ganz unschuldig war. Ihre Gedanken über Papier aus Hanf wurden daher immer ernsthafter.

Ein paar Blätter hatte sie bereits geschöpft, die nur aus zerstampften Hanffasern bestanden. Aber wirklich zufrieden war sie mit dem Resultat nicht. Diese Blätter wirkten farblos und zerrissen leicht, außerdem war es schwierig, sie so glatt und gleichmäßig zu bekommen, wie man dies vom Lumpenpapier gewohnt war. Es war ganz und gar nicht gleichgültig, welche Art von Fasern man zu Brei zerstampfte, um sie anschließend zu Papier zu verarbeiten. Sie erinnerte sich nicht zum ersten Mal der Worte ihres Vaters. "Bei jedem neuen Stoff hat man die Kunst seines Handwerks ein zweites Mal zu lernen", sagte Meister Wang einmal. Wie sehr er damit Recht hatte, spürte sie nun. Aber sie dachte nicht daran, aufzugeben.

Mit Geduld würde sie es hinbekommen, auch aus Hanf ein Papier zu machen, das vielleicht nicht ganz so hohe Maßstäbe erfüllte, aber zumindest als Briefpapier taugte. "Warum sind heute eigentlich nicht alle gekommen, die sonst in meiner Werkstatt die Stampfer rühren?", fragte Li an Christos gewandt. "Es finden meines Wissens heute keine Spiele statt."

"Das hättet Ihr bestimmt gemerkt!", stimmte Christos zu. "Aber was kann es sonst sein? Hat jeder von denen einen Sack mit Münzen gefunden, sodass er für das nächste Jahr nicht mehr zu arbeiten braucht? Oder sind sie angesichts der Bulgarengefahr allesamt fromm geworden und haben ein Armutsgelübde als Mönch abgelegt?"

"Es gibt zurzeit mehr Arbeit im Hafen", sagte Christos. "Jedenfalls habe ich einige Männer davon sprechen hören – und Ihr wisst, ich höre recht gut." Das klang einleuchtend. Schließlich musste die Stadt im Moment von der See aus versorgt werden, und das bedeutete, dass selbst Händler aus Makedonien sich zum Eutherios-Hafen einschifften, um ihre Waren in der Kaiserstadt anbieten zu können. Aber Li spürte, dass dies nicht der einzige Grund war.

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