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Die Perle der Königin (Kriminalroman) Ein Detektiv-Abenteuer in Indien von Kabel, Walther (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 17.06.2016
  • Verlag: e-artnow
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Die Perle der Königin (Kriminalroman)

Dieses eBook: 'Die Perle der Königin (Kriminalroman)' ist mit einem detaillierten und dynamischen Inhaltsverzeichnis versehen und wurde sorgfältig korrekturgelesen. Walther Kabel (1878-1935) gilt als einer der meistgelesenen deutschen Schriftsteller der 1920er Jahre. Aus dem Buch: 'Manhard verfolgte mit lebhaftem Interesse das geschäftige Treiben auf den ihm zunächst liegenden Schiffen, sah die nackten Taucher mit ihrem Körbchen und dem hakenförmigen Messer in die Tiefe gleiten und nach regelmäßig drei Minuten mit dem muschelgefüllten Bastbehälter wieder auftauchen. Gesänge in allerlei Mundarten tönten über das in brennendem Sonnenglast daliegende Wasser hin, bisweilen auch ein lauter Jubelruf eines besonders glücklichen Perlenfischers. In der Luft aber schwebte eine Unmenge von Seevögeln, deren Geschrei oft zu einem häßlichen Getöse anschwoll, nämlich stets dann, wenn man von einem der Schiffe verbotenerweise die abgestorbenen, aus den Muscheln gelösten und nach Perlen bereits durchsuchten schleimigen Tiere über Bord schüttete, wodurch sofort hunderte von gierigen Möwen, Albatrossen und buntschillernden indischen Krähen herbeigelockt wurden, die sich kreischend um die leichte Beute stritten. In einem gemieteten Boot fuhr der junge Deutsche dann in die Bucht hinaus. Er suchte nach einem bestimmten Fahrzeug, einem kleinen Schoner, der zwei Tage vor Manhards Abreise Bombay gleichfalls mit dem Kurse nach den Roxara-Bänken verlassen hatte. Endlich nach einstündigem Umherrudern entdeckte er ihn in der Nähe einer sauber gestrichenen Brigg, die am Bug den weithin leuchtenden Namen ''Elisabeth'' zeigte.'

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 81
    Erscheinungsdatum: 17.06.2016
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9788026854104
    Verlag: e-artnow
    Größe: 628 kBytes
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Die Perle der Königin (Kriminalroman)

2. Kapitel
Inhaltsverzeichnis
Nachdem er reichlich und gut gefrühstückt hatte, - Fung-Scho's Küche war sicher das Beste an der ganzen Kneipe -, begab er sich zur Bucht hinab, an deren tiefstem Winkel das Städtchen lag.

Die Wasserfläche der Bucht war mit einer Unmenge von Fahrzeugen aller Art belebt, die sämtlich vor Anker lagen und von denen aus die Perlenfischerei mit Hilfe von farbigen Tauchern, - Hindus, Kanaken und Negern, betrieben wurde. Die gesuchten Perlmuscheln wuchsen auf den zum Teil aus Korallenbauten bestehenden Riffen am Boden der Bucht in einer durchschnittlichen Tiefe von fünf Meter. Was die Perlenbänke von Roxara so schnell berühmt gemacht hatte, war der ungeheure Reichtum an Muscheln, der den der nahen Küstenstriche der Insel Ceylon noch übertraf.

Manhard verfolgte mit lebhaftem Interesse das geschäftige Treiben auf den ihm zunächst liegenden Schiffen, sah die nackten Taucher mit ihrem Körbchen und dem hakenförmigen Messer in die Tiefe gleiten und nach regelmäßig drei Minuten mit dem muschelgefüllten Bastbehälter wieder auftauchen. Gesänge in allerlei Mundarten tönten über das in brennendem Sonnenglast daliegende Wasser hin, bisweilen auch ein lauter Jubelruf eines besonders glücklichen Perlenfischers. In der Luft aber schwebte eine Unmenge von Seevögeln, deren Geschrei oft zu einem häßlichen Getöse anschwoll, nämlich stets dann, wenn man von einem der Schiffe verbotenerweise die abgestorbenen, aus den Muscheln gelösten und nach Perlen bereits durchsuchten schleimigen Tiere über Bord schüttete, wodurch sofort hunderte von gierigen Möwen, Albatrossen und buntschillernden indischen Krähen herbeigelockt wurden, die sich kreischend um die leichte Beute stritten. -

In einem gemieteten Boot fuhr der junge Deutsche dann in die Bucht hinaus. Er suchte nach einem bestimmten Fahrzeug, einem kleinen Schoner, der zwei Tage vor Manhards Abreise Bombay gleichfalls mit dem Kurse nach den Roxara-Bänken verlassen hatte. Endlich nach einstündigem Umherrudern entdeckte er ihn in der Nähe einer sauber gestrichenen Brigg, die am Bug den weithin leuchtenden Namen "Elisabeth" zeigte.

Diese beiden Schiffe lagen abseits von der übrigen Flottille mehr nach dem offenen Meere zu, und hier war das Tosen der die Strandbarriere von Klippen umschäumenden Brandung bereits wie ein fernes, fortgesetztes Grollen eines Gewitters vernehmbar.

Felix Manhard überlegte kurze Zeit und hielt dann auf die Brigg zu. Aber eine keineswegs liebenswürdige Stimme bot ihm bereits ein kurzes Halt, als er noch gute zehn Meter von dem Schiffe entfernt war. Sie gehörte einem Europäer, einem graubärtigen, verwitterten Seemann, der an die Reling lehnte und den Nachen und seinen Insassen mißtrauisch beobachtete.

Der junge Schriftsteller, der in seiner neuen Kleidung wie ein echter Maat aussah, hatte die Riemen halb eingezogen und rief jetzt zurück, indem er sich ebenso wie der alte Seebär der englischen Sprache bediente:

"Darf ich an Bord kommen? Ich habe ein Anliegen an Sie."

"Anliegen?! Ich wüßte nicht, was das sein könnte. Sie sind mir ganz unbekannt", kam die Antwort herüber.

"Das werde ich Ihnen schon alles erklären", erwiderte Manhard und trieb sein Boot an das breite Floß heran, das unter dem Fallreep befestigt war.

Der Alte oben brummte etwas von "Frechheit!" in den Bart, hinderte den jungen Deutschen aber nicht weiter am Betreten der Brigg. - Dann standen sie sich gegenüber und musterten sich prüfend.

"Manhard heiße ich", begann dieser, leicht an die Mütze greifend. "Ich suche hier irgend eine Beschäftigung."

Der Seebär schnitt ein übellauniges Gesicht.

"Ich bin der Kapitän und Besitzer der "Elisabeth". Man nennt mich hier herum den "alten Kruse". Und Kruse ist auch mein ehrlicher deutscher Name. Aber Beschäftigung - ne, mein Lieber, die habe ich nicht für Sie. Wir müssen verdammt vorsichtig sein mit unseren Leuten. Gerade hellfarbig

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