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Die Pestärztin Historischer Roman von Jordan, Ricarda (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 25.09.2010
  • Verlag: Bastei Lübbe AG
eBook (ePUB)

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Die Pestärztin

Sie lebt in einer dunklen Zeit. Sie ist ein Spielball des launischen Schicksals. Ein fesselnder Roman - prächtig und gefühlvoll.

Mainz 1348: Der schwarze Tod wütet in der Stadt, und eine junge Heilkundige nimmt den Kampf mit ihm auf: Lucia verfügt über außergewöhnliche medizinische Kenntnisse. Doch auf dem Höhepunkt der Epidemie verliert sie ihren wichtigsten Mitstreiter und den Mann, den sie liebt: den Pestarzt Clemens von Treist. Die Stimmung in der Stadt schlägt um, und Lucia muss nach Landshut fliehen. Dort holen sie die Schatten ihrer Herkunft ein ...

Die Autorin entführt uns als Sarah Lark ins ferne Neuseeland, als Ricarda Jordan zeigt sie uns das farbenprächtige Mittelalter.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 640
    Erscheinungsdatum: 25.09.2010
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783838705002
    Verlag: Bastei Lübbe AG
    Größe: 2063 kBytes
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Die Pestärztin

Lucia von Bruckberg LANDSHUT 1349 (S. 310-311)

1

Lucia irrte durch die Stadt, das Kind Leona an sich gedrückt. Sie wusste nicht, wie lange sie schon durch die schmalen Straßen von Landshut lief, darunter durch Gassen, die sie nie zuvor gesehen hatte. Ihre Stadt war schließlich das Judenviertel gewesen. Irgendwann fand sie sich am Ufer der Isar wieder, saß auf einer Kaimauer und starrte stundenlang tränenlos auf den Fluss. Was sollte sie anfangen? Wie sollte es weitergehen?

Außer den Kleidern am Leib und dem Kind auf ihrem Arm hatte sie nichts - weniger als damals auf der Flucht aus Mainz. Dabei waren die Juden noch gnädig gewesen. Zumindest nahm Lucia das an. Sie hatte keine Ahnung, welche Strafen die Kirche für eine Christin vorsah, die sich als Jüdin ausgegeben hatte. Wäre es nach den Levins und den Kahlbachs gegangen, hätte man sie an den Pranger gestellt, wenn nicht gar Schlimmeres, doch die Juden in Landshut waren nahezu rechtlos. Wahrscheinlich würde die Obrigkeit eher über sie lachen, als ihnen ein Urteil über eine christliche Frau zuzugestehen. Insofern war man übereingekommen, Lucia einfach gehen zu lassen. Das kam ohnehin einer Verbannung in die Hölle gleich.

Eine mittellose Frau mit einem Kind hatte keine Chance, ihr Geld auf ehrliche Weise zu verdienen. Lucia sah die Gesichter der Hochzeitsgesellschaft noch vor sich, als David die verhängnisvollen Worte in den Raum warf. Die verwirrten Gesichter der Gäste, die verständnislosen Mienen der Männer aus Granada - und das schiere Entsetzen und die Scham in den Augen der Kahlbachs und Levins. Um ein Haar hätte sich Abraham von Kahlbach, Stütze der jüdischen Gemeinde von Landshut, mit einer betrügerischen Christin vermählt!

Und Zacharias Levin, Mitglied im Judenrat, hätte sie ihm zugeführt! Abrahams eigene Verfehlungen waren darüber natürlich vergeben und vergessen. Wahrscheinlich würde man sein Verhalten noch als Gottes Fügung ansehen; ohne Lucias peinlichen Auftritt wäre die Trauung vollzogen worden, bevor David den Betrug entdeckte. Und auch Davids überraschendes Auftauchen zu Leas Hochzeit würde man als Gnade Gottes feiern. Tatsächlich hatte ein Händler aus Landshut ihn zufällig in Venedig getroffen, wo er für ein Genter Handelshaus Tuche gegen Gewürze tauschte. Der Mann hatte ihm von der Rettung seiner Schwester erzählt und ihn dann kurzerhand mitgebracht. Eine Überraschung für Lea...

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