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Die Pilgerin von Montserrat Roman von Lotz, Christa S. (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 13.02.2014
  • Verlag: Aufbau-Verlag
eBook (ePUB)
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Die Pilgerin von Montserrat

Das Geheimnis des ersten Kreuzzuges. Im Jahr 1546 findet Teresa ein Pergament ihrer Vorfahren, in dem auf eine Reliquie verwiesen wird, die jedem, der sie besitzt, grenzenlose Macht und unbeschränktes Wissen verleiht. Wenig später wird ein Wächter getötet und das Pergament gestohlen. Die Spur des Mörders führt ins sagenumwobene Kloster Montserrat. Im Jahre 1546 finden Teresa und ihr Vater Froben in ihrer Bibliothek, wo sie an einer Familienchronik arbeiten, ein uraltes Pergament. Ihr Vorfahr Friedrich von Wildenberg nahm am 1. Kreuzzug im Jahre 1096 teil und brachte einen Goldkandelaber in das Kloster Agenbach im Schwarzwald. Diese Reliquie soll jedem, der sie besitzt, Macht, Reichtum und Glück bescheren. Teresa und ihr Vater beschließen, nach der Reliquie zu suchen. Noch in derselben Nacht wird Froben überfallen, der Torwächter der Burg ermordet und das Pergament gestohlen. Als Teresa und Froben nach Agenbach reiten, werden sie von zwei Reitern verfolgt. Alexius, der Bibliothekar des Klosters, eröffnet ihnen, dass der Kandelaber zwar damals ins Kloster gebracht worden, aber seitdem verschwunden sei. Wahrscheinlich sei er nach Santiago de Compostela oder nach Montserrat gebracht worden. Christa S. Lotz lebt in Baden-Württemberg am Rande des Schwarzwaldes. Sie hat bereits mehrere historische Romane veröffentlicht. Als Aufbau Taschenbuch sind bisher von ihr erschienen: 'Die Nonne und die Hure', 'Die Pilgerin von Montserrat' sowie 'Die Hure und der Mönch'. Im Frühjahr 2013 folgt 'Die Köchin und der Kardinal'.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: none
    Seitenzahl: 410
    Erscheinungsdatum: 13.02.2014
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783841207883
    Verlag: Aufbau-Verlag
    Größe: 2295 kBytes
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Die Pilgerin von Montserrat

1.

Teresa hielt einen Augenblick lang inne und schaute wie gebannt auf die Flamme der Öllampe. Der Sturm machte eine Pause, vielleicht um Atem zu holen für einen neuen Angriff. Es ächzte und stöhnte in den alten Mauern. Die Flamme zuckte, drohte zu erlöschen und brannte ruhig weiter, als wäre nichts geschehen. Der Regen klatschte gegen die gegerbte Lammhaut, die vor das kleine Fenster des Raumes gespannt war. Teresa nahm die Lampe, goss aus einem Kupferkännchen Rübsenöl nach und verließ die Kammer. Um zur Bibliothek zu gelangen, in der sie gewöhnlich mit ihrem Vater zu Abend aß, musste sie einen düsteren Gang durchqueren. Im Schein des Lichtes sah sie die feucht glänzenden Wände, roch den Modergeruch. Trotz der Mauerstärke hörte sie weit entfernt den Sturm heulen. Sie nahm direkt vor ihrem Kopf eine Bewegung wahr und hielt den Atem an.

Etwas näherte sich lautlos mit raschen Flügelschlägen und landete mitten in ihrem Gesicht. Teresa schrie auf. Schon war das Wesen wieder weg, aber sie spürte, wie ihr das Blut von den Wangen aufs Kinn tropfte. Rechts und links von ihr schossen weitere geflügelte Gestalten vorbei. Teresa drehte sich um und hob mit zitternden Händen die Lampe. Sie erkannte die großen Ohren und das seidenweiche, braunschwarze Fell der Tiere. Hatten die Fledermäuse hier schon ihr Winterquartier aufgeschlagen und waren durch sie aufgestört worden? Sie wusste, dass es harmlose Säuger waren, die in der Nacht auf die Jagd gingen, Insekten und Kleinlebewesen als Nahrung suchten. Und doch ... sagte Ursula, die Köchin, nicht, dass sie Gefährten des Bösen seien?

Ihr Herzschlag hatte sich wieder beruhigt. Sie wischte sich das Blut aus dem Gesicht und lief schnell die letzten Schritte, bis sie aus dem Gang in eine kleine Halle kam. Sie öffnete die Tür zur Bibliothek. In dem großen Raum hatte der Diener Caspar ein Talglicht entzündet. Im Kamin prasselte ein Feuer aus Buchenholzscheiten. Teresas Vater, Froben von Wildenberg, saß in einem Stuhl mit hoher geschnitzter Lehne vor einem Pult, auf dem ein dickes, schon etwas vergilbtes Buch lag. Teresa liebte den Geruch der vielen Bücher, die an Regalen entlang der Wände aufgestellt waren. Sie rochen nach dem Staub von Jahrhunderten. An einer Seite der Bibliothek war die Wand mit Fresken bedeckt. Froben war in grauen Wollstoff gekleidet; grau waren sein Rock und sein langer Pelz, den er über die Lehne eines Stuhles gehängt hatte. Er blickte ihr aus seinen Augenspiegeln entgegen, die auf seiner Nase klemmten.

"Du kommst spät, Teresa, ich habe mir schon Sorgen gemacht. Du hast ja Blut im Gesicht!"

"Ich wurde im Gang von Fledermäusen gestreift."

"Ach, du Armes, zeig mal." Er untersuchte ihre Wunden. "Ich werde gleich die Ringelblumensalbe holen. Wie kommen die Tiere bloß dahin? Sonst ziehen sie sich zum Winterschlaf in die Höhlen der Umgebung zurück. Und natürlich hast du an die Worte von Ursula gedacht, dass sie etwas Böses an sich haben, diese kleinen Biester. Haben sie aber nicht, glaube den Unfug nicht."

"Ich glaube, dass sie ein Unheil anzeigen. Heute wird bestimmt noch etwas geschehen."

"Und wenn schon! Das werden wir schon meistern, du und ich. Haben wir bisher nicht alles zusammen erreicht, was wir wollten?"

"Als ich von Krähenstetten zurückkam, stand Wilhelm, unser alter Hakenschütze, im Tor. Der Wind war schon so stark geworden, dass er Äste und Zweige heruntergerissen hatte."

"Und? Was hat er gesagt?", wollte Froben wissen.

"Er hat gesagt, dass kurz vorher eine Kröte zu ihm hereingekrochen sei, seitdem müsse er immer an

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