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Die Prinzessinnen von New York - Secrets von Godbersen, Anna (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 30.04.2020
  • Verlag: LYX
eBook (ePUB)
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Die Prinzessinnen von New York - Secrets

Sind sie bereit, für ihre Liebe alles zu wagen? In den luxuriösen Kreisen der New Yorker High Society von 1900 verbergen sich die dunkelsten Geheimnisse hinter den strahlendsten Lächeln und den prunkvollsten Fassaden, denn ihre Enthüllung kann ein Leben vollkommen verändern. Auch die Schwestern Diana und Elizabeth Holland haben die zerstörerische Macht eines Skandals bereits zu spüren bekommen und wollen nun gegen die Spielregeln der Elite verstoßen. Denn nur wenn sie alles riskieren - ihren Ruf, ihre gesellschaftliche Position und ihren Reichtum -, besteht für sie noch die Möglichkeit, mit den Männern zusammen sein zu können, die sie wirklich lieben. 'Intrigen, Liebe, Eifersucht, Verrat, Humor und ein opulentes Setting. Ich konnte DIE PRINZESSINNEN VON NEW YORK nicht zur Seite legen!' CECILY VON ZIEGESAR, Autorin von GOSSIP GIRL 4. Band der PRINZESSINNEN-VON-NEW-YORK-Reihe Anna Godbersen wurde 1980 in Berkeley, Kalifornien, geboren und studierte Englische Literatur am Barnard College in New York. Sie schreibt Buch-Rezensionen und arbeitet als freie Literaturkritikerin u.a. für The New York Times Book Review. Weitere Informationen unter: annagodbersen.com

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 361
    Erscheinungsdatum: 30.04.2020
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783736310766
    Verlag: LYX
    Originaltitel: Splendor
    Größe: 3459 kBytes
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Die Prinzessinnen von New York - Secrets

1

Während die junge Miss Holland, Diana,
sich in Paris aufhält, wo sie den letzten Schliff bekommt, bleibt die New Yorker Gesellschaft einsam zurück und muss sich vorerst mit weniger strahlenden Schönheiten begnügen. Aber manche unter uns erinnern sich an jene schokoladenbraunen Augen und glänzenden Locken und verkriechen sich missmutig in den Ecken, während alle auf ihre Rückkehr warten.

- Aus der Gesellschaftskolumne des New York Imperial ,
Freitag, den 6. Juli 1900

Morgens schlenderte sie gerne an der Ufermauer entlang. Sie ging immer alleine und begegnete für gewöhnlich nur ein oder zwei Herren, deren Gehstöcke auf dem Pflaster klickten, denn die Einheimischen kamen lieber erst später heraus, um nach der Siesta einen Spaziergang zu machen. Das Wetter war seit Kurzem umgeschlagen, gelegentlich fegte das Meer über den Gehweg, was ihr anfangs Angst eingejagt hatte. Doch seit einem feuchten Freitag Anfang Juli betrachtete sie das Ganze als eine Art Taufe. Die Macht des Meeres - wie sie gestern Abend kurz vor dem Einschlafen in ihr Tagebuch geschrieben hatte - wühlte sie auf und beruhigte sie gleichzeitig, sodass sie sich jedes Mal wie neugeboren fühlte.

Sobald sie den Paseo del Prado überquert hatte, wandte sie sich Richtung Altstadt, ein wunderbarer Ort mit schattigen Arkaden und gewundenen Straßen, wo man hin und wieder einen Blick in gekachelte Innenhöfe voller Pflanzen und Bäume erhaschen konnte. Dort hielten sich mehr Leute auf, standen an Torbögen gelehnt herum oder saßen an Tischen auf den zahlreichen Plätzen der Stadt. Sie trug einen breiten herabhängenden Strohhut und hatte sich die Haare im Nacken hochgesteckt, um zu verbergen, wie merkwürdig kurz sie waren. Nicht, dass das eine Rolle gespielt hätte - sie war eine Fremde; alles, was an ihr merkwürdig wirkte, wurde sowieso von dieser Tatsache verschluckt. Hier erkannte sie niemand; den Habaneros, denen sie auf der Straße begegnete, war es egal, dass sie Diana Holland war.

Denn das war ihr richtiger Name, der in anderen Teilen der Welt eine gewisse Bedeutung hatte und bestimmte Schlussfolgerungen nach sich zog. Zum Beispiel, dass man sie von klein auf gelehrt hatte, außerhalb ihres Elternhauses niemals die Haut ihrer Hände zu entblößen oder sich auf den Straßen ihrer Heimatstadt nie ohne Begleitung sehen zu lassen. Und obwohl sie diese strikten Regeln regelmäßig ignoriert hatte, hatte sie erst herausgefunden, wie es sich anfühlte, die Verbote ihrer Heimatstadt wirklich vollkommen los zu sein, als sie nach Kuba gekommen war. In ihrem hellen, weit geschnittenen Kleid, in den Straßen einer fremden Hauptstadt war sie auf eine gewisse Weise gleichzeitig auffällig und unsichtbar. Sie war anonym, ein Zustand, der ihr so wie das Meer das wunderbare Gefühl gab, ein ganz neuer Mensch zu sein und alles mit ungetrübtem Blick sehen zu können.

Das Meer lag nun hinter ihr, die schiefergrauen Wolken, die sich über der Bucht zusammenballten, verdrängten allmählich den blauen Himmel. Das Grün der Palmen hob sich unerwartet frisch und klar gegen den grauen Hintergrund ab. Die Luft war stickig und schien bereits den nächsten Regenschauer anzukündigen. Das Wetter versprach nichts Gutes, doch für sie hatte diese eigentlich bedrückende Atmosphäre etwas Befriedigendes. Die in dunkle Farbtöne getauchte Landschaft und die Unheil verkündende Stimmung, die in der Luft lag, all das wirkte auf sie wie ein Ausdruck dessen, wie es in ihrer Seele aussah. Früher oder später würde der Wolkenbruch kommen, zuerst mit einzelnen dicken Tropfen, dann mit dichten Regenschleiern, die die gestreiften Markisen durchnässen und die Rinnsteine überfluten würden. Es war noch nicht lange her - Wochen höchstens, auch wenn es sich manchmal wie eine Ewigkeit anfühlte -, dass sie nach Havanna gekommen war, doch Wetterwechsel bekam sie schnell mit. Dieser hatte die Farbe von Kummer und Leid - wenn einer da

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