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Die Quinns: Cameron von Hoffmann, Kate (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 15.10.2018
  • Verlag: CORA Verlag
eBook (ePUB)
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Die Quinns: Cameron

Die Aufgabe: Sechs Wochen soll Cameron mit 100 Dollar in Vulture Creek, New Mexico überstehen, und schon bei seinem ersten Drink in der Gluthitze fällt ihm eine Frau auf. Wer ist diese exotische Schönheit, die die sengende Sonne über der Wüste kühl erscheinen lässt?

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 130
    Erscheinungsdatum: 15.10.2018
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783733758554
    Verlag: CORA Verlag
    Größe: 1221 kBytes
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Die Quinns: Cameron

1. KAPITEL

Der Bus hielt vor einem schäbigen Café. Eine flackernde Neonreklame für Bier war die einzige Farbe, die Cameron in den letzten zweihundert Meilen gesehen hatte. "Hausgemachte Speisen", las Cameron auf einem Schild. Wenigstens ein Punkt, der für Vulture Creek in New Mexico sprach. Nach allem, was er bisher mitbekommen hatte, war der Ort kaum mehr als eine staubige Kreuzung irgendwo an der Strecke nach Albuquerque.

Er nahm seine lederne Reisetasche aus dem Fach über dem Sitz und stieg aus. Keiner der anderen Fahrgäste hatte dieses Ziel gewählt, und nach allem, was er durchs Fenster sah, konnten sie sich glücklich schätzen.

Er war aus Seattle angereist, wo es fast jeden Tag regnete und Grün, nicht Braun, die vorherrschende Farbe war. Hier kam er sich wie ein Alien vor, der in einer kargen, fast leblosen Welt gelandet war. Er schirmte die Augen mit der Hand ab und blinzelte in den türkisblauen Himmel. Der Anblick war das Einzige, das ihm bestätigte, dass er sich immer noch auf dem Planeten Erde befand.

Schließlich fuhr der Bus weiter, eine Wolke aus Staub und Abgasen hinter sich lassend. Diese Einöde würde für die nächsten sechs Wochen Camerons Zuhause sein.

Warum hatte sein Großvater Vulture Creek ausgesucht? Die Aufgabe klang einfach - theoretisch. Der alte Mann hatte seine vier Enkelsöhne auf eine Art Sinnsuche in fremde Landesteile geschickt. Sie sollten herausfinden, wer sie wirklich waren und wo sie hingehörten. Dermot steckte irgendwo in Wisconsin, Kieran in Tennessee, Ronan in Maine, und Cameron, der Älteste, war mitten ins Niemandsland verbannt worden.

Sechs Wochen lang sollten sie ein neues Leben ausprobieren, fern vom Familienunternehmen und ihrer vertrauten Umgebung. Cameron verstand die Motive seines Großvaters. Er und seine Brüder hatten schon kurz nach dem Verschwinden ihrer Eltern angefangen, bei Quinn Yachtworks mitzuarbeiten. Sie hatten alle mit angepackt, um den Betrieb zum Erfolg zu führen. Ihnen war kaum eine andere Wahl geblieben; sie hatten es getan, um ihren Großvater dafür zu entschädigen, dass er sie aufgenommen hatte, und um die Trauer zu lindern, die wie eine dunkle Wolke über der Familie hing.

Aber nun war es an der Zeit, über die Zukunft des erfolgreichen Unternehmens zu entscheiden. Es gab einen Interessenten, der die Firma zu einem attraktiven Preis kaufen wollte, und Martin Quinn musste eine Entscheidung treffen - das Geschäft seinen Enkeln überlassen oder es verkaufen und sich in einen Ruhestand voller Luxus zurückzuziehen.

Cameron hatte nie darüber nachgedacht, ob er seinen Lebensunterhalt auch auf andere Weise verdienen könnte. Er hatte sich verpflichtet gefühlt, im Familienbetrieb mitzuarbeiten, und ihm gefiel seine Stellung als Kopf des Design-Teams. Die Arbeit kam seinen künstlerischen Neigungen entgegen, war gut bezahlt und sie wurde nie langweilig.

Sie entsprach seinem Wesen. Ihm gefiel die Jagd als einsamer Wolf nach dem perfekten Design. Er hatte die Kontrolle. Er traf die Entscheidungen. Es war ein ruhiges Leben, ein kontrolliertes Leben und eines, an das er sich sehr gewöhnt hatte. Es passierte niemals etwas Unerwartetes.

Deshalb hielt er diese "Ferien" für eine nutzlose Übung. Er wusste bereits, wo er hingehörte und was er tun wollte. Er wusste es seit dem Moment, in dem er Familienoberhaupt geworden war, seit dem Tag, an dem seine Eltern offiziell für tot erklärt worden waren. Es war seine Aufgabe gewesen, auf seine jüngeren Brüder zu achten und dafür zu sorgen, dass das Zusammenleben mit ihrem Großvater funktionierte.

Zugegeben, er hatte sich einmal etwas anderes gewünscht. Als Kind hatte er Paläontologe werden wollen, so wie der Held in "Jurassic Park". Er hatte von exotischen Schauplätzen und schwierigen Ausgrabungen geträumt, von Entdeckungen, die die Geschichte auf den Kopf stellen würden. Doch er hatte diese Träume zum Wohle seiner Familie aufgegeben.

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