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Die Quinns: Ronan von Hoffmann, Kate (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 22.10.2018
  • Verlag: CORA Verlag
eBook (ePUB)
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Die Quinns: Ronan

Auf der malerischen Kleinstadt Sibleyville, in die Ronan von seinem Großvater geschickt wird, lastet ein Fluch: Niemand soll jemals innerhalb der Stadtgrenzen Liebe finden! Können Ronan und die schöne Austernfischerin Charlotte mit ihrer heißen Affäre den Bann brechen?

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 130
    Erscheinungsdatum: 22.10.2018
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783733758561
    Verlag: CORA Verlag
    Größe: 937 kBytes
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Die Quinns: Ronan

1. KAPITEL

Die Sonne ging auf, als der Bus die Grenze von New Hampshire nach Maine passierte. Nach vier Tagen auf der Straße, quer durchs Land reisend und in Gesellschaft völlig fremder Leute, war Ronan kurz vor seinem Ziel.

Der Sonnenaufgang war ein wichtiges Ereignis für ihn geworden, etwas, auf das er sich freute, da es sonst kaum etwas gab, woran man das Verstreichen der Zeit festmachen konnte. Doch hier, an der Atlantikküste, sah er einen ganz anderen Sonnenaufgang als unterwegs: ein glühendes Farbenspiel über dem blauen Meer.

Wie in Seattle dominierte das Meer die Landschaft, und Ronan spürte eine gewisse Vertrautheit in dieser fremden, neuen Gegend. Die Orte entlang der Strecke waren geprägt von weißen Schindelhäusern und roten Backsteinkirchen, hohen Laubbäumen und sauberen Marktplätzen sowie Häfen mit schaukelnden Segelbooten."

"Danke, Grandpa", murmelte er vor sich hin. Er konnte sich nicht vorstellen, dass seine Brüder an ihren Zielen - New Mexico, Kentucky und Wisconsin - auch nur annähernd so schöne Natur vorfanden, wie er hier.

Die Busfahrt selbst war gar nicht mal so unangenehm gewesen. Als Kind hatte er sich viel allein beschäftigt, unterwegs mit dem Fahrrad oder Skateboard. Später war er wandern und klettern gegangen, hatte sich Skifahren und Snowboarden beigebracht, aber immer allein. Trost findend, in der Stille auf dem Gipfel eines Berges oder inmitten eines üppigen Waldes.

Seine Vorliebe für die Einsamkeit hatte ihn ein wenig zum schwarzen Schaf unter seinen Brüdern gemacht, die sich unglaublich nahestanden. Ronan hatte nie den richtigen Platz für sich gefunden. Sein ältester Bruder, Cameron, war der Verantwortungsvolle, betraut mit der Aufgabe, den Rest ihrer Familie zusammenzuhalten. Dermot war der Charmeur und Kieran der Ruhige. Ronan war der Außenseiter.

Es war nicht gerade von Vorteil, dass Ronan der einzige der vier Jungs war, der eine unüberwindbare Angst vor Wasser hatte. Schwierig in einer Familie, in der sich alles um Boote und ums Segeln drehte. Cameron, Dermot und Kieran verbrachten ihre Freizeit auf dem Meer, während Ronan sich zwangsläufig allein an Land hatte beschäftigen müssen.

Ronan wusste, dass seine Angst vor Wasser mit dem zu tun hatte, was seinen Eltern zugestoßen war. Er konnte sich kaum an Einzelheiten aus der düsteren Zeit entsinnen. Doch bis zu diesem Tag erinnerte er sich an die Albträume von endlos tiefem, kaltem Wasser und hohen Wellen, unaufhörlich tobenden Stürmen und übermächtigem Verlustgefühl.

Die Mutter, die ihn getröstet hatte, der Vater, den er bewundert hatte - sie waren auf einmal fort, und niemand hatte ihm jemals richtig erklärt, wie das hatte passieren können. Er war derjenige gewesen, der sich am längsten an die Hoffnung geklammert hatte, dass seine Eltern eines Tages wieder zur Tür hereinkamen und das Leben wieder normal wurde.

Ronan störte es nicht, dass er als der sonderliche kleine Bruder galt. Es war sein Platz in der Geschwisterhierarchie, auf dem er sich ausruhen konnte, während seine Brüder sich durch gegenseitige Konkurrenz anspornten. Es machte ihm nichts aus, dass er nur schwer Kontakte knüpfte. Oder dass er mit sechsundzwanzig weder eine feste Freundin hatte, noch im familieneigenen Jachtbaubetrieb einen Job gefunden hatte, der ihn dauerhaft ausfüllte.

Er wollte nicht planen oder langfristige Bindungen eingehen. Niemand konnte wissen, was die Zukunft brachte, deshalb dachte er nicht darüber nach. Er lebte einfach in den Tag hinein.

Aber letzte Woche hatte sein Großvater sie alle aufgefordert, ein anderes Leben auszuprobieren, die Verpflichtungen, die sie als Kinder übernommen hatten, zu vergessen und ihre Träume zu leben. Zu Ronans Überraschung verblasste die Vergangenheit immer mehr, je weiter er sich von Seattle entfernte.

Der einzige Traum, den er je gehabt hatte, war eher eine Fantasie, in der seine Eltern auf magische Weise wieder i

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