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Die Räuber von Schiller, Friedrich von (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 05.06.2014
  • Verlag: RUTHebooks
eBook (ePUB)
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Die Räuber

Friedrich Schiller - Die Räuber Maximilian, regierender Graf von Moor, hat zwei ungleiche Söhne: Karl und Franz. Franz, von Natur aus hässlich, wurde in seiner Kindheit vernachlässigt und hat als Zweitgeborener kein Anrecht auf das Erbe. Karl dagegen war immer des Vaters Lieblingssohn, führte dann aber als Student in Leipzig ein recht leichtsinniges und ungezügeltes Studentenleben und verstrickte sich in Schulden, bevor er Besserung gelobte und seinem Vater einen Brief schrieb, mit dem er seinen Wunsch um Vergebung zum Ausdruck brachte. Hier nun setzt die Handlung der Tragödie ein. Der eifersüchtige Franz ersetzt den Brief des Bruders durch einen eigenen: Er liest seinem Vater einen angeblich von einem Korrespondenten aus Leipzig geschriebenen Text vor, der Karl als Frauenschänder, Mörder und Banditen hinstellt. Darüber ist der Vater so entsetzt, dass er sich von Franz überreden lässt, Karl zu verbannen und zu enterben. Karl, der sich eine Versöhnung erhofft hatte, ist daraufhin so verzweifelt, dass er sich zum Anführer einer von seinen Freunden gegründeten Räuberbande wählen lässt, die er aus seiner idealistischen Sicht für ehrenvoll hält, da sie sich für die Schwächeren einsetzt. Innerhalb dieser Bande entstehen jedoch Spannungen, die vor allem von dem aus bloßem Vergnügen mordenden und schändenden Moritz Spiegelberg ausgehen. Karl gerät immer tiefer in einen Teufelskreis von Unrecht und Gewalt, der ihm den Weg zurück ins bürgerliche Leben versperrt, und schwört seinen Räubern schließlich ewige Treue. Als seinetwegen aber auch Unschuldige ums Leben kommen und als Karl durch einen Neuankömmling, Kosinsky, an seine geliebte Braut Amalia erinnert wird, beschließt er, unerkannt noch einmal in sein Vaterhaus zurückzukehren. Inzwischen hat es Franz geschafft, seinem Vater mit Hilfe einer weiteren intriganten Lüge über den "verlorenen Sohn" das Herz zu brechen und sich zum neuen Herrn über Schloss Moor zu machen. Machtbesessen und lüstern versucht er wiederholt, Amalia für sich zu gewinnen. Die jedoch widersteht seinen dreisten Avancen und hält weiter mutig zu ihrem Verlobten. Verkleidet betritt Karl das Schloss, durchschaut die Zusammenhänge seines Niedergangs und erfährt, dass ihn Amalia - die ihn nicht erkennt - immer noch liebt. Als Franz errät, wer unter der Verkleidung steckt, flieht Karl aus dem Schloss und trifft zufällig auf den tot geglaubten Vater, der in einem Hungerturm dahinvegetiert und seinen Lieblingssohn nicht wiedererkennt. Empört schickt Karl seine Räuber los, um das Schloss zu stürmen und den verhassten Bruder Franz festzunehmen. Der allerdings entzieht sich im letzten Moment der gerechten Strafe durch Selbstmord. Die Räuber nehmen Amalia gefangen und bringen sie zu Karl, der sich jetzt, verzweifelt über den Lauf der Dinge, als Räuberhauptmann zu erkennen gibt. Das versetzt seinem Vater den Todesstoß. Auch Amalia ist entsetzt, hält aber trotz allem an ihrer Liebe zu Karl fest. Durch den unverbrüchlichen Eid, der ihn an seine Räuber bindet, ist es Karl jedoch nicht möglich, zu ihr zurückzukehren. Amalia will ohne ihn aber nicht mehr weiterleben und bittet ihn, sie zu töten. Schweren Herzens tut ihr Karl diesen letzten Gefallen und ersticht sie. Er sieht ein, "dass zwei Menschen wie ich den ganzen Bau der sittlichen Welt zugrunde richten würden", und beschließt, sich der Justiz auszuliefern.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 200
    Erscheinungsdatum: 05.06.2014
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783944869407
    Verlag: RUTHebooks
    Größe: 314 kBytes
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Die Räuber

Erste Szene



Franken

Saal im Moorischen Schloß

Franz und der alte Moor

Franz:

Aber ist Euch auch wohl, Vater? Ihr seht so blaß.

d. a. Moor:

Ganz wohl, mein Sohn, - was hattest du mir zu sagen?

Franz:

Die Post ist angekommen - ein Brief von unserm Correspondenten in Leipzig.

d. a. Moor begierig :

Nachrichten von meinem Sohne Karl?

Franz:

Hm! Hm! - So ist es. Aber ich fürchte - ich weiß nicht - ob ich - Eurer Gesundheit? - Ist Euch wirklich ganz wohl, mein Vater?

d. a. Moor:

Wie dem Fisch im Wasser! Von meinem Sohne schreibt er? - Wie kommst du zu dieser Besorgniß? Du hast mich zweimal gefragt.

Franz:

Wenn Ihr krank seid - nur die leiseste Ahnung habt, es zu werden, so laßt mich - ich will zu gelegenerer Zeit zu Euch reden. Halb zu sich Diese Zeitung ist nicht für einen zerbrechlichen Körper.

d. a. Moor:

Gott! Gott! was werd' ich hören?

Franz:

Laßt mich vorerst auf die Seite gehn und eine Thräne des Mitleids vergießen um meinen verlornen Bruder - ich sollte schweigen auf ewig - denn er ist Euer Sohn; ich sollte seine Schande verhüllen auf ewig - denn er ist mein Bruder. - Aber Euch gehorchen, ist meine erste, traurige Pflicht - darum vergebt mir.

d. a. Moor:

O Karl! Karl! wüßtest du, wie deine Aufführung das Vaterherz foltert! wie eine einzige frohe Nachricht von dir meinem Leben zehn Jahre zusetzen würde - mich zum Jüngling machen würde - da mich nun jede, ach! - einen Schritt näher ans Grab rückt!

Franz:

Ist es Das, alter Mann, so lebt wohl - wir alle würden noch heute die Haare ausraufen über Eurem Sarge.

d. a. Moor:

Bleib! - Es ist noch um den kleinen kurzen Schritt zu thun - laß ihm seinen Willen! Indem er sich niedersetzt Die Sünden seiner Väter werden heimgesucht im dritten und vierten Glied - laß ihn's vollenden.

Franz nimmt den Brief aus der Tasche :

Ihr kennt unsern Correspondenten! Seht! den Finger meiner rechten Hand wollt' ich drum geben, dürft' ich sagen, er ist ein Lügner, ein schwarzer, giftiger Lügner ... Faßt Euch! Ihr vergebt mir, wenn ich Euch den Brief nicht selbst lesen lasse - Noch dürft Ihr nicht Alles hören.

d. a. Moor:

Alles, Alles - mein Sohn, du ersparst mir die Krücke.

Franz liest :

"Leipzig, vom 1sten Mai. - Verbände mich nicht eine unverbrüchliche Zusage, dir auch nicht das Geringste zu verhehlen, was ich von den Schicksalen deines Bruders auffangen kann, liebster Freund, nimmermehr würde meine unschuldige Feder an dir zur Tyrannin geworden sein. Ich kann aus hundert Briefen von dir abnehmen, wie Nachrichten dieser Art dein brüderliches Herz durchbohren müssen; mir ist's, als säh' ich dich schon um den Nichtswürdigen, den Abscheulichen" ... Der alte Moor verbirgt sein Gesicht Seht, Vater! ich lese Euch nur das Glimpflichste - "den Abscheulichen in tausend Thränen ergossen;" - Ach, sie flossen - stürzten stromweis von dieser mitleidigen Wange - "mir ist's, als säh' ich schon deinen alten, frommen Vater todtenbleich" - Jesus Maria! Ihr seid's, eh' ihr noch das Mindeste wisset?

d. a. Moor:

Weiter! Weiter!

Fra

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